Resident Evil Requiem im Test – Requiem für die Toten, Spaß für die Spieler

von Robin S.
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Resident Evil ein Name, der bei vielen Menschen unterschiedliche Gefühle weckt. Es ist eine langlebige japanische Survival Horror Reihe, die ihren Anfang 1996 als Biohazard auf der ersten PlayStation hatte. Wir spielten Soldaten, die ein merkwürdiges Haus untersuchen, in dem die unterschiedlichsten Biowaffen frei herumliefen. Mit anderen Worten, es gab viele Zombies abzuballern, man musste aber immer auf seine Munition achten und dabei auch noch clevere Rätsel lösen. Es war also alles dabei und gruselig konnte es ebenfalls sein.

Jetzt befinden wir uns im Jahr 2026. Am 27.02.2026 wurde mit Resident Evil Requiem der bereits neunte Teil der Hauptreihe veröffentlicht. Hierbei lassen wir die unzähligen Spin Offs außen vor. Resident Evil hat bis dato viele Wandlungen durchgemacht. Vom Survival Horror aus der Third Person Perspektive über Button Mashing Action Blockbuster bis hin zum Ego Survival Horror Shooter. Alles war dabei.

Doch jetzt will man es noch einmal anders wissen, denn der neue Teil möchte Survival Horror mit Action kombinieren und dabei dem Spieler die Wahl zwischen Ego und Third Person Perspektive lassen. Dabei setzt man auf bekannte, aber auch neue Figuren. Ob das funktionieren kann und ob ihr euch das Spiel bedenkenlos holen könnt, erfahrt ihr in dieser Review zu Resident Evil Requiem auf der PlayStation 5.

Resident Evil Requiem im Test - Requiem für die Toten, Spaß für die Spieler

Requiem für die Toten…

Grace Ashcroft, brillante Kriminalanalytikerin des FBI, erhält einen Auftrag, der selbst für sie nach einem Albtraum klingt. Im abgelegenen Wrenwood Hotel ereignete sich ein mysteriöser Todesfall, verursacht von einer bislang unbekannten Krankheit, die sich jeder Erklärung entzieht. Was zunächst wie ein isolierter Vorfall wirkt, entpuppt sich vor Ort als verstörendes Puzzle aus vertuschten Spuren, panischer Stille und einem Grauen, das längst nicht mehr aufzuhalten scheint. Je tiefer Grace in die Ermittlungen eintaucht, desto deutlicher wird, dass die Wurzeln des Schreckens weit zurückreichen bis nach Raccoon City, jenem verfluchten Ort, an dem einst alles begann und dessen Schatten bis heute nicht verblasst sind.

Resident Evil Requiem zeigt wieder die Stärke der Reihe, das spannende Aufklären eines Mysteriums. Immer wieder fragt man sich, wie das alles zusammenpasst, wer mit drinsteckt und vor allem, wer man als Grace selbst ist. Das ist wie immer keine hochphilosophische Geschichte, sie trägt aber durch das ganze Spiel und schafft es immer wieder, mit den richtigen Twists bei der Stange zu halten.

Dann ist da aber auch ein gewisser Zwiespalt. Beginnt das Spiel noch als Horrorgeschichte, endet es als Action Blockbuster. Ich habe schon mehrfach mitbekommen, dass viele dem neuen Resident Evil dadurch vorwerfen, eine Identitätskrise zu haben, sie wollten es jedem recht machen und scheiterten daran. Noch ferner von der Wahrheit könnte es nicht sein. Immer wenn ich das Gefühl hatte, es war genug Horror, kam die Action. Immer wenn ich die Nase voll von Action hatte, gab es wieder Horror. Diese Mischung ist meiner Meinung nach perfekt aufgegangen und sorgt dafür, dass einem nie langweilig wird.

Für das Gameplay gilt das Gleiche. Bei Grace hatte ich richtig Angst und bei Leon wollte ich einfach nur auf alles draufschießen. Das gleicht sich so gut aus, dass es schwer in Worte zu fassen ist. Zudem könnt ihr auch noch die Perspektive wechseln. Am meisten Spaß hatte ich mit der Standardeinstellung, Grace aus der Ego Perspektive und Leon aus der Third Person Perspektive. So ist es bei Grace besonders gruselig und bei Leon wird es nicht frustrierend, wenn mal etwas daneben geht. Was ihr aber macht, ist natürlich euch überlassen. Gegen Ende bin ich bei Grace nämlich ebenfalls in die Third Person Perspektive gewechselt, nachdem für mich der Horror etwas verflogen war.

Resident Evil Requiem im Test - Requiem für die Toten, Spaß für die Spieler

…Spaß für die Spieler

Sonst solltet ihr beim Gameplay aber nicht viel Neues erwarten. Wer eines der neueren Resident Evil Spiele gespielt hat, dem wird hier vieles vertraut vorkommen. Die Ego Perspektive spielt sich wie Teil 7 und 8, die Third Person Perspektive wie die Remakes von Teil 2, 3 und 4. Es gibt wie immer leichte Metroidvania Elemente zusammen mit reinen Shooter Passagen und natürlich auch ein paar Rätseln.

Neu ist das Kombinieren von gesammelten Teilen mit dem Blut der Infizierten sowie Leons durchgängig verfügbare Axt. Nicht viel Neues, dafür kombiniert man das Bekannte in seiner besten Form. Man merkt, dass die Entwickler aus all den letzten Spielen gelernt haben. Resident Evil Requiem ist einfach die perfekte Mischung.

Auch auf technischer Seite habe ich nichts zu bemängeln. Ich bin zwar kein großer Experte, auf der PlayStation 5 sah aber alles top aus und lief durchgängig flüssig ohne auch nur den geringsten Ruckler. Das hat mich vor allem deshalb gewundert, da es keine Möglichkeit gab, zwischen Grafik und Performance zu wechseln.

Es sah einfach gut aus und spielte sich gut. Habe ich bei einem PlayStation 5 Spiel in dieser Form noch nicht erlebt. Auch der Sound passt super und sorgt für eine noch dichtere Atmosphäre, wenn man durch die Gänge des Sanatoriums oder die Straßen von Raccoon City zieht.

Jetzt noch der Elefant im Raum oder eher der Nemesis im Raum. Resident Evil Requiem kostet auf der PlayStation 5 79,99 Euro zum Release. Das ist für viele eine Menge Geld, das leugnet niemand. Trotzdem ist die Diskussion um den Preis wie immer einfach nur Blödsinn. Lieber spiele ich ein gut poliertes 15 Stunden Spiel für rund 80 Euro als ein 200 Stunden Spiel für 10 Euro, das sich aber nur mit unnötigem Content gefüllt anfühlt.

In diesem Fall habe ich sogar gerne zur 95 Euro Version mit Steelbook gegriffen, einfach nur, damit es auch hübsch im Regal aussieht. Das ist zwar eine rein subjektive Meinung, aber ich finde, Resident Evil Requiem lohnt sich auch zum Vollpreis. Das kann ich sagen, weil wir für dieses Spiel keinen Key erhalten haben.

Fazit zum Resident Evil Requiem:

Am Ende bleibt vor allem eines hängen: Resident Evil Requiem ist kein vorsichtiger Kompromiss, sondern eine selbstbewusste Synthese aus allem, was die Reihe über Jahrzehnte ausgezeichnet hat. Das Spiel besinnt sich auf seine Wurzeln, ohne sich von ihnen fesseln zu lassen. Es versteht, dass Resident Evil nie nur purer Horror oder reine Action war, sondern immer ein Wechselspiel aus Anspannung, Eskalation und Atmosphäre. Genau diese Balance trifft Requiem erstaunlich treffsicher.

Besonders stark ist dabei die Erzählstruktur. Die Mischung aus klassischem Mysterium, persönlicher Verstrickung und der Rückbindung an Raccoon City sorgt für genau das nostalgische Kribbeln, das Fans lieben, ohne sich billig anzubiedern. Die Geschichte ist nicht tiefgründig im philosophischen Sinn, aber sie ist effektiv, spannend inszeniert und dramaturgisch sauber aufgebaut. Die Twists sitzen, die Figuren funktionieren und das Pacing hält die Motivation konstant hoch.

Auch spielerisch wirkt alles wie ein Best of der modernen Reihe. Die Wahl zwischen Ego und Third Person Perspektive ist mehr als nur ein Gimmick, sie verstärkt die jeweilige Spielweise der Charaktere sinnvoll. Horror fühlt sich intensiver an, Action unmittelbarer. Dass dabei mechanisch nichts revolutioniert wird, ist kein Makel, sondern Ausdruck von Reife. Die Entwickler wissen genau, was funktioniert, und verfeinern es, statt unnötig Experimente zu erzwingen.

Natürlich bleibt der hohe Preis ein Diskussionsthema. Doch wer Wert auf ein rundes, technisch sauberes und in sich stimmiges Erlebnis legt, bekommt hier Qualität statt aufgeblähter Spielzeit. Requiem ist kein Spiel, das künstlich Länge erzeugt, sondern eines, das seine Stunden bewusst gestaltet.

Unterm Strich ist Resident Evil Requiem eine überzeugende Weiterentwicklung der Hauptreihe. Es beweist, dass sich Horror und Action nicht ausschließen müssen, sondern sich gegenseitig stärken können, wenn Timing und Inszenierung stimmen. Für Fans ist es ohnehin Pflicht, für Neueinsteiger ein starker Einstieg und für Skeptiker vielleicht die Überraschung des Jahres.

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