Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Das Ding.
| Erscheinungsdatum | 23.12.2025 |
| Zeichner | Justin Mason |
| Autor | Tony Fleecs |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 120 |
| Stories | The Thing (2025) 1-5 |
| Preis | 16,00€ |
Verletzlichkeit hinter einer steinernen Hülle und ein zutiefst menschliches Innenleben. Hinter der orangefarbenen Fassade steckt Ben Grimm, ein Mann, dessen Schicksal von Anfang an mehr Tragik als Triumph war. Seine Verwandlung ist kein klassischer Superheldenmoment, sondern ein Verlust, der ihn bis heute begleitet. Genau darin liegt die besondere Faszination dieser Figur.
Untrennbar mit ihm verbunden ist die Geschichte der Fantastic Four, jener Familie aus Abenteurern, Wissenschaftlern und Außenseitern, die das Marvel-Universum nachhaltig geprägt hat. Als Herz und moralischer Anker des Teams steht Ben Grimm sinnbildlich für das Thema Zusammenhalt trotz aller Brüche. Während andere Helden von Ruhm oder Verantwortung getrieben werden, kämpft er vor allem mit sich selbst. Genau das verleiht ihm über Jahrzehnte hinweg eine erstaunliche zeitlose Relevanz.
Dass das Ding nun wieder verstärkt im Rampenlicht steht, ist kein Zufall. Seit dem vergangenen Jahr ist die Figur fest im modernen Marvel-Kosmos angekommen und mit dem Auftritt in The Fantastic Four: First Steps rückte Ben Grimm erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Der perfekte Moment also, um einen genaueren Blick auf einen der vielschichtigsten Charaktere der Comicgeschichte zu werfen. Ob der neue Comic der Figur Ben Grimm jedoch gerecht wird, erfahrt ihr in dieser Kritik.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:
Ein Schatten aus der Vergangenheit reißt Ben Grimm aus seinem Alltag und stößt ihn auf die verzweifelte Suche nach einem verschwundenen Kind. Entschlossen legt das Ding eine Pause von den Fantastic Four ein und stürzt sich allein in die dunklen Winkel der Stadt, wo jede Spur neue Gefahren birgt. Auf seinem Weg prallt er auf die härtesten Gegenspieler des Marvel-Comic-Universums, vom tödlich präzisen Bullseye bis zum scheinbar unaufhaltsamen Juggernaut. Jeder Zusammenstoß treibt ihn näher an die Wahrheit, die weit persönlicher ist als erwartet.
Das Ding ist auf gar keinen Fall ein tiefgründiger oder gar philosophischer Comic. Es handelt sich lediglich um eine kleine, abgeschlossene Geschichte rund um Ben und Teile seiner Vergangenheit. Nichts Besonderes, aber auch keine Story, die man missen sollte. Wer das Ding liebt und Fan von charakterlastigen Geschichten ist, wird mit diesem Comic großen Spaß haben. Ich habe mich selbst dabei ertappt, wie ich zwischendurch etwas emotional wurde. Wirklich, Das Ding zeigt einmal mehr, was für ein toller Typ er ist.
Zusätzlich gibt es reichlich Action, die im Comic absolut stimmt. Rohe Gewalt trifft auf eine Vielzahl ikonischer Schurken, darunter Juggernaut, Bullseye oder sogar die Sinister Six. Das ist einfach cool anzusehen und passt gut zur eher einfachen Geschichte rund um den liebenswerten orangenen Brocken. Wer also einen süßen, in sich geschlossenen Comic sucht, wird hier fündig. Wer jedoch mehr erwartet, sollte lieber zu einer anderen Story greifen.
Zeichnungen:
Die Zeichnungen von Justin Mason in Das Ding sind leider etwas basic und nicht wirklich der Rede wert. Es fehlt ein eigener Stil und auch die Panels mangeln stellenweise an Kreativität. Das ist schade, dennoch erfüllen die Bilder ihren Zweck, indem sie die Geschichte passend untermalen. Was dafür hervorragend inszeniert ist, sind die zahlreichen Actionsequenzen. Hier geht es richtig dynamisch zur Sache und jedes Bild strotzt vor roher Gewalt. Die Stärke der Zeichnungen liegt also weniger in der Emotionalität als vielmehr in der Action und allein dafür lohnt sich dieser Comic.

Fazit zu Das Ding:
Das Ding ist kein Comic, der das Rad neu erfindet oder große philosophische Fragen stellt. Stattdessen konzentriert er sich ganz bewusst auf das, was Ben Grimm seit jeher ausmacht. Seine Verletzlichkeit, seine innere Zerrissenheit und seine stille Stärke. Gerade diese Reduktion erweist sich als größte Stärke der Geschichte. Die Erzählung bleibt überschaubar, persönlich und nah an der Figur, ohne sich in unnötiger Komplexität zu verlieren.
Inhaltlich lebt der Comic vor allem von seiner emotionalen Nähe zu Ben Grimm. Wer eine tiefgehende Charakterstudie erwartet, sollte die Erwartungen etwas dämpfen, doch Fans der Figur bekommen genau das, was sie schätzen. Einen Helden, der trotz übermenschlicher Kraft vor allem mit sich selbst ringt. Die Action ist präsent, roh und effektiv inszeniert und ergänzt die Geschichte sinnvoll, ohne sie zu überlagern. Die Begegnungen mit bekannten Schurken sorgen für Tempo und Unterhaltung, bleiben aber stets Mittel zum Zweck.
Auch zeichnerisch bleibt Das Ding eher solide als herausragend. Die Panels glänzen weniger durch kreative Bildsprache, dafür umso mehr durch wuchtige und dynamische Actionsequenzen. Emotionale Feinheiten werden visuell nicht immer perfekt transportiert, doch die körperliche Präsenz und Gewalt der Kämpfe kommen überzeugend zur Geltung. Insgesamt ist der Comic eine runde, ehrliche und liebevolle Hommage an eine der menschlichsten Figuren aus dem Umfeld der Fantastic Four. Kein Pflichtkauf für jeden, aber eine klare Empfehlung für alle, die Ben Grimm ins Herz geschlossen haben und genau das noch einmal spüren möchten.
