Werewolf by Night Splatter-Ausgabe – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Werewolf by Night Splatter-Ausgabe.

Erscheinungsdatum 28.10.2025
Zeichner Adam Gorham, David Messina, Sergio Davila
Autor Jason Loo, Michael Giacchino
Format Softcover
Seitenanzahl 288
Stories Werewolf by Night: Red Band (2024) 1–10, u. a.
Preis 35,00€

Mit Werewolf by Night betrat Marvel schon früh das düstere Grenzgebiet zwischen klassischem Superheldencomic und handfestem Horror. In den Siebzigern geboren, war Jack Russell von Anfang an mehr Tragödie als Triumph. Ein Mann, der mit einem uralten Fluch lebt, der ihn bei Vollmond in ein Monster verwandelt und der ständig zwischen Menschlichkeit und Bestie schwankt. Über die Jahre hinweg wurde Werewolf by Night immer wieder neu interpretiert, mal als gejagtes Wesen, mal als unfreiwilliger Held, der in den Schatten des Marvel-Universums seinen Platz sucht.

Die Werewolf by Night Splatter-Ausgabe greift genau dieses Erbe auf und verspricht eine Rückkehr zu den rohen, ungeschönten Wurzeln der Figur. Hier geht es nicht um glänzende Kostüme oder große Heldenposen, sondern um Atmosphäre, innere Zerrissenheit und den Horror, der schon immer tief in dieser Serie verankert war. Wer Werewolf by Night kennt, weiß, dass Blut, Schmerz und moralische Grauzonen untrennbar zu seiner Geschichte gehören und genau damit spielt diese Ausgabe ganz bewusst.

Einen besonderen Reiz bekommt das Ganze durch Elsa Bloodstone, eine Figur, die sich längst einen festen Platz im Marvel-Kosmos erkämpft hat. Als erfahrene Monsterjägerin bringt sie eine völlig andere Perspektive in diese finstere Welt und trifft dabei auf Wesen, die sie sonst jagt. Dass Elsa inzwischen auch Teil von Marvel Rivals ist, zeigt, wie präsent und beliebt sie aktuell ist und macht ihre Rolle in diesem Kontext umso spannender. Die Splatter-Ausgabe verspricht damit nicht nur Horror, sondern auch ein Aufeinandertreffen starker Charaktere, das neugierig macht und Lust darauf, tiefer in die folgende Kritik einzutauchen.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Werewolf by Night Splatter-Ausgabe – Comic-Kritik

Inhalt:

Jack Russells Fluch gerät endgültig außer Kontrolle, denn der Werwolf in ihm reißt immer häufiger die Oberhand und hinterlässt eine Spur aus Angst und Blut. Das alles dank den Events von Blood Hunt. Während Monster aus den dunkelsten Ecken des Marvel-Universums auftauchen und die Grenzen zwischen Mensch und Bestie verschwimmen, gerät er mitten in einen albtraumhaften Strudel aus Horror und Gewalt. An seiner Seite oder auch gegen ihn stehen Elsa Bloodstone, der unberechenbare Moon Knight und ein entfesselter Hulk, die sich durch eine Welt kämpfen, in der jede Nacht tödlich enden kann. Doch während Klauen und Fäuste sprechen, braut sich im Hintergrund eine noch größere Bedrohung zusammen. Hood und Lilith verfolgen finstere Pläne mit dem verbotenen Darkhold, dessen dunkle Magie alles zu verschlingen droht.

Jack Russell als Werewolf by Night ist meine absolute Lieblingsfigur im Marvel-Universum. Das ist mir wichtig zu betonen, weil ich dadurch nie auch nur ansatzweise subjektiv an Comics mit dieser Figur herantreten kann. Die Werewolf by Night Splatter-Ausgabe ist für mich die Höchstform dieses Charakters. Nicht nur bekommen wir eine spannende Selbstfindungsgeschichte, da Jack dank dem Blood Hunt-Event wieder zum unkontrollierbaren Monster wurde, nein, auch wird diese Geschichte von Issue zu Issue immer blutiger und gewalttätiger. Das Ganze mündet dann in einem so epischen Moment, dass mir wirklich die Spucke wegblieb.

Was ich besonders mag, ist, wie natürlich sich die Story in den restlichen aktuellen Kanon eingliedert. So ist das Darkhold dank Agatha ein Kind, weshalb böse Mächte nun versuchen müssen, das Buch aus anderen Mitteln herzustellen, etwa aus Werewolf by Night. Zudem haben wir Elsa Bloodstone als Hauptcharakterin und Liebhaberin zurück, dazu kommen Hood, Deathwatch, Dracula und weitere. Alles passt einfach extrem gut zusammen und macht dabei auch noch durchgehend Spaß. Wirklich: Wer die Monster in Marvel liebt, Werwölfe toll findet oder es gerne etwas brutaler hat, wird mit diesem Comic absolut nicht enttäuscht. Eine der aktuell besten Geschichten rund um Jack und die Werwölfe.

Zeichnungen:

Bei den Zeichnungen von Adam Gorham, David Messina und Sergio Davila in der Werewolf by Night Splatter-Ausgabe war ich mir am Anfang erst etwas unsicher. Nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil sie sehr stark an einen frühen Comicstil erinnern. Damit hatte ich zunächst die Sorge, dass man nicht genug auf Kreativität setzt, sondern auf Bekanntes. Diese Sorge war jedoch unbegründet. Denn was wir hier auf den Panels zu sehen bekommen, wird einer Splatter-Ausgabe mehr als gerecht. Am Anfang noch etwas harmloser, wird es mit jeder Ausgabe brutaler, blutiger und voller zerfetzter Leichen. Hier hat man sich nicht zurückgehalten und das resultiert in künstlerischem Gore, wie ich ihn gerne in Monstergeschichten sehe. Wirklich toll und voller Liebe zur Figur und ihrer Welt.

Werewolf by Night Splatter-Ausgabe – Comic-Kritik

Fazit zu Werewolf by Night Splatter-Ausgabe:

Die Werewolf by Night Splatter-Ausgabe ist ein kompromissloses Statement dafür, was diese Figur im Kern ausmacht. Horror, Tragik und innere Zerrissenheit stehen klar im Mittelpunkt und werden nicht durch Superheldenpathos oder unnötige Glättung verwässert. Stattdessen bekommt man eine Geschichte, die sich bewusst Zeit nimmt, Jacks Fluch und seinen Kontrollverlust auszuspielen und dabei immer tiefer in die dunklen Abgründe des Marvel-Universums vordringt. Das fühlt sich roh, ehrlich und überraschend konsequent an.

Besonders stark ist dabei die Einbindung des aktuellen Kanons. Die Ereignisse rund um Blood Hunt, das Darkhold und Figuren wie Elsa Bloodstone oder Hood wirken nicht aufgepfropft, sondern organisch miteinander verwoben. Gerade Elsa bringt eine zusätzliche emotionale Ebene hinein, die dem Comic guttut und Jack nicht nur als Monster, sondern als Mensch mit Beziehungen und Verlusten zeigt. Diese Balance aus persönlichem Drama und eskalierendem Horror trägt die Geschichte über alle Issues hinweg.

Auch visuell bleibt die Splatter-Ausgabe im Gedächtnis. Der zunächst fast klassische Stil entwickelt sich zunehmend zu einem wahren Blutrausch, der nie Selbstzweck ist, sondern die Eskalation der Handlung unterstreicht. Der Gore ist drastisch, aber stimmig und zeigt deutlich, dass hier keine Angst davor besteht, die hässlichen Seiten dieser Welt offen zu zeigen. Genau das passt perfekt zu Werewolf by Night und seiner langen Horrortradition.

Unterm Strich ist diese Ausgabe eine Liebeserklärung an die Monster-Ecke von Marvel. Wer Jack Russell mag, Werwölfe schätzt oder einfach Lust auf eine düstere, brutale und gleichzeitig gut erzählte Geschichte hat, bekommt hier eines der stärksten aktuellen Werke rund um die Figur. Die Werewolf by Night Splatter-Ausgabe ist kein leichter Happen, aber genau deshalb so eindrucksvoll und ein echtes Highlight für Horror-Fans im Marvel-Universum.

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