Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Doom – Herrscher der Welt 1-3.
| Erscheinungsdatum | 28.10.2025 / 25.11.2025 / 23.12.2025 |
| Zeichner | R. B. Silva |
| Autor | Ryan North |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 152 |
| Stories | One World Under Doom 1-5 |
| Preis | 5,99€ pro Band |
Kaum eine Figur im Marvel Kosmos ist so faszinierend widersprüchlich wie Doctor Doom. Genie, Tyrann, Wissenschaftler, Magier, Staatsoberhaupt, Rächer im eigenen moralischen Koordinatensystem. Seine Geschichte ist geprägt von Tragödien, Größenwahn und dem unerschütterlichen Glauben daran, dass nur er allein die Welt retten kann. Von den frühen Auseinandersetzungen mit den Fantastic Four bis hin zu kosmischen Machtspielen hat sich Doom immer wieder neu erfunden, ohne dabei jemals seine Essenz zu verlieren. Gerade diese bewegte Vergangenheit verleiht jeder neuen Geschichte mit ihm ein enormes Gewicht.
Mit den Ereignissen von Blood Hunt hat sich Dooms Stellung im Marvel Universum nun erneut dramatisch verschoben. Aus dem brillanten Wissenschaftler und okkulten Taktiker ist der oberste Zauberer der Welt geworden. Eine Entwicklung, die nicht nur seine Macht, sondern auch seine Verantwortung auf eine neue Ebene hebt. Wenn jemand wie Victor von Doom Zugriff auf die höchsten magischen Kräfte erhält, ist das keine bloße Statusänderung, sondern ein tektonisches Beben für das gesamte Machtgefüge. Genau hier setzen die ersten drei Bände von Doom – Herrscher der Welt an und lassen bereits erahnen, dass wir es mit einer Phase zu tun haben, die die Figur nachhaltig prägen könnte.
Und als wäre das nicht genug, steht Doom auch außerhalb der Comics vor einem gewaltigen Schritt. Mit Avengers: Doomsday wird er bald Teil des Marvel Cinematic Universe und dürfte damit einem noch breiteren Publikum ins Rampenlicht treten. Selten war der Zeitpunkt günstiger, sich intensiv mit dieser ikonischen Figur auseinanderzusetzen. Die Frage ist also nicht, ob Doom herrschen will, sondern was seine Herrschaft für die Welt bedeutet.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:
Seit den Ereignissen von Blood Hunt ist Dr. Victor von Doom zum Obersten Zauberer aufgestiegen und hat die Erde unter dem Namen „Vereinigtes Latveria“ geeint. Mit eiserner Hand verspricht er Frieden und Stabilität, und tatsächlich folgen ihm ganze Nationen. Doch hinter der neuen Weltordnung steht ein alter Erzfeind, der seine Macht bis ins Letzte durchdacht hat. Während sich die Avengers um Captain Marvel, die Fantastic Four, Spider Man, Captain America und Dr. Strange in Dooms Heimat versammeln, um ihn zu stürzen, zeigt sich schnell, dass er ihren Widerstand längst einkalkuliert hat.
Zudem müssen sich die Fantastic Four in dieser veränderten Realität behaupten, während Doom seiner Patentochter Valeria Richards seine Vision einer geretteten Welt offenbart. Die Avengers gehen indes einen riskanten Schritt und verbünden sich sogar mit Schurken, um gegen den übermächtigen Herrscher zu bestehen. Doch als magischer Beschützer der Erde wird Doom zusätzlich von einer gewaltigen mystischen Bedrohung herausgefordert, was in einem Duell zweier arkaner Giganten gipfelt. Und wie immer scheint Doom seinem Schicksal mehrere Züge voraus zu sein.
Ihr merkt schon, in den ersten drei Bänden passiert bereits eine Menge. Kein Wunder, schließlich zieht sich dieses Event durch zahlreiche Comics und wirklich jeder Held auf der Erde ist von Dooms Herrschaft betroffen. Das fühlt sich einfach großartig an. Endlich wieder ein Event, das nicht nur in wenigen oder der Mehrheit der Comics stattfindet, sondern ein Epos, das den gesamten Marvel Kosmos umfasst. Und dann ist da Doom an der Spitze. Was für eine starke Marvel Ära.
Aber gut, genug des Lobs. Denn auch wenn einfach vieles stimmt, es ist cool, episch, voller Action und vor allem voller Marvel Spaß, will das Event vielleicht doch etwas zu viel. Manchmal wird man von Story und Charakteren überfordert und dann fühlt es sich stellenweise auch sehr nach Standard Superhelden Gewäsch an. Nicht unbedingt etwas, das dieses Event massiv beeinträchtigt, dennoch wichtig zu erwähnen.
Und außerdem muss man sagen, Doom hat schon irgendwie recht. Er ist auf alle Fälle der Bösewicht, aber er tut auch Gutes und sorgt für eine geeinte Welt. Ist er dann wirklich so böse. Er muss es sein, oder. Genau hier hält die Geschichte unserer derzeitigen Gesellschaft den Spiegel vor und wir stellen uns wie die Charaktere die Frage, ob sein Plan als Herrscher wirklich so schlecht ist, wenn er der Menschheit und den Mutanten so viel Gutes bringt. Ich bin wirklich gespannt, wie dieses Event zu Ende geht.
Zeichnungen:
Die Zeichnungen von R. B. Silva in den ersten drei Bänden von Doom – Herrscher der Welt sind irgendwie eigenwillig. Sie wirken stellenweise sehr generisch und ohne viel Energie, nehmen dann aber wieder richtig Fahrt auf und liefern richtig starke Panels voller cooler Momente. Über die gesamten drei Bände hinweg überwiegen deutlich die gelungenen Bilder gegenüber den eher generischen Kunstwerken, die Doom als Herrscher ins richtige Licht rücken. Trotzdem haben mich die schwächeren Panels dazwischen immer wieder etwas irritiert und kurz aus dem Lesefluss gerissen. Wenn euch das jedoch nicht stört, erwarten euch einige wirklich starke Szenen, die dieses Event visuell zu etwas Besonderem machen.

Fazit zu Doom – Herrscher der Welt 1-3:
Doom – Herrscher der Welt ist ein Event, das seinem Anspruch in weiten Teilen gerecht wird. Die Geschichte fühlt sich groß an, relevant und mutig genug, eine der ikonischsten Figuren des Marvel Kosmos an einen Punkt zu bringen, an dem sich alles verändern könnte. Doom als Oberster Zauberer und selbst ernannter Weltenretter ist keine einfache Status Spielerei, sondern ein spannender Machtwechsel mit echtem Gewicht. Gerade die moralische Grauzone, in der sich die Figur bewegt, macht den Reiz aus. Man ertappt sich immer wieder bei dem Gedanken, dass er vielleicht nicht nur aus Größenwahn handelt, sondern aus einer verdrehten Form von Verantwortung.
Gleichzeitig leidet das Event ein wenig unter seiner eigenen Größe. Die Vielzahl an Figuren, Handlungssträngen und Schauplätzen sorgt zwar für epische Dimensionen, kann aber auch überfordern. Nicht jede Szene hat die emotionale Tiefe, die sie haben könnte, und stellenweise rutscht das Ganze in vertraute Superhelden Muster ab. Das schmälert den Gesamteindruck nicht gravierend, verhindert jedoch, dass die Geschichte durchgehend ihr volles Potenzial ausschöpft.
Visuell schwankt der Band ebenfalls zwischen starken, einprägsamen Momenten und eher generischen Panels. Wenn die Zeichnungen zünden, tun sie das mit Wucht und unterstreichen Dooms Präsenz eindrucksvoll. In schwächeren Momenten fehlt jedoch etwas die Energie, die ein solches Großereignis eigentlich dauerhaft tragen sollte.
Unterm Strich bleibt dennoch ein packendes, ambitioniertes Marvel Epos, das Doom in den Mittelpunkt rückt wie lange nicht mehr. Wer die Figur liebt und moralisch ambivalente Machtfantasien schätzt, bekommt hier genau das, was man sich von einer modernen Doom Saga erhofft. Jetzt bleibt vor allem eine Frage offen: Wie lange kann die Welt unter Dooms Herrschaft bestehen, bevor sie erkennt, welchen Preis sie dafür wirklich zahlt.

1 Kommentar/Kommentare:
[…] immer einen Schritt voraus ist. Genau in dieser Situation befindet sich die Welt derzeit. Denn Doctor Doom hat endlich erreicht, wovon er schon immer überzeugt war. Er hat die Kontrolle übernommen. Nicht […]