Daredevil – Die Kunst des Teufels Splatter-Ausgabe – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Daredevil – Die Kunst des Teufels Splatter-Ausgabe.

Erscheinungsdatum 23.12.2025
Zeichner Jose Luis, Valentina Pinti
Autor Erica Schultz
Format Softcover
Seitenanzahl 120
Stories Daredevil: Unleash Hell – Red Band (2025) 1–5
Preis 16,00€

Seit seinem ersten Auftritt in Daredevil 1964 ist Matt Murdock eine der tragischsten und zugleich faszinierendsten Figuren des Marvel Kosmos. Geblendet durch einen Unfall mit radioaktivem Material, geschärft durch ein übermenschliches Gehör, Geruchs- und Tastsinn, wurde er zum Anwalt der Unterdrückten und zum maskierten Beschützer von Hell’s Kitchen. Seine Geschichte ist geprägt von Schuld, Glauben, Verlust und dem ständigen Ringen mit der eigenen Wut. Kaum ein Held ist so sehr zwischen Moral und Selbstjustiz zerrissen wie der Mann ohne Furcht.

Doch die Welt von Daredevil steht niemals still. In der aktuellen Phase hat ausgerechnet Elektra seine Rolle übernommen. Die einstige Auftragsmörderin, Geliebte und ewige Widersacherin trägt nun selbst das rote Kostüm und versucht, den Idealen ihres Mentors gerecht zu werden. Was bedeutet es, wenn eine Figur mit so blutiger Vergangenheit den Namen Daredevil weiterführt? Und was sagt das über Matt Murdocks Vermächtnis aus?

Als wäre diese Verschiebung der Identität nicht brisant genug, kehrt mit Muse eine der verstörendsten Bedrohungen zurück, die Hell’s Kitchen je heimgesucht hat. Ein Killer, der Mord als Kunstform begreift und das Grauen zur Bühne erhebt. Seine Präsenz verspricht keine klassische Schurkenjagd, sondern ein Spiel mit Symbolik, Trauma und Provokation. All das kulminiert in Daredevil – Die Kunst des Teufels Splatter-Ausgabe, einer Veröffentlichung, die schon im Titel ankündigt, dass hier keine halben Sachen gemacht werden.

Wie sich diese Konstellation aus Vermächtnis, Identitätswechsel und wiedererwachtem Wahnsinn entfaltet, warum die Geschichte mehr ist als nur eine blutige Eskalation und weshalb sie einen besonderen Platz in der langen Historie des Teufels von Hell’s Kitchen einnehmen könnte, genau darum soll es in der folgenden Kritik gehen.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Daredevil – Die Kunst des Teufels Splatter-Ausgabe – Comic-Kritik

Inhalt:

Die ehemalige Auftragskillerin Elektra hat eine neue Rolle angenommen und trägt nun selbst das Erbe von Daredevil. Als Frau ohne Furcht patrouilliert sie durch Hell’s Kitchen und übernimmt für Matt Murdock die Verantwortung über ein Viertel, das niemals schläft und seine Helden gnadenlos prüft. Doch eine Serie grausam inszenierter Tatorte erschüttert die Straßen, jedes Verbrechen wirkt wie eine blutige Botschaft an Daredevil selbst.

Alles deutet darauf hin, dass hier kein gewöhnlicher Killer am Werk ist, sondern jemand mit einer krankhaften, beinahe künstlerischen Obsession. Und je tiefer Elektra in das Netz aus Hinweisen und Symbolen gerät, desto unausweichlicher drängt sich ein Gedanke auf, der ebenso unfassbar wie furchteinflößend ist: Ist ein alter Erzfeind, ein Serienmörder mit gottgleichem Größenwahn, tatsächlich aus der Hölle zurückgekehrt?

Wie weit darf Kunst gehen? Eine relativ klassische Frage der modernen und vergangenen Kunst. Marvel hat sich diese Frage genommen und sie mit Muse auf die Spitze getrieben. Ich mag den Bösewicht aus Daredevil sehr und bin deshalb umso fröhlicher, dass er mit dem neuesten Daredevil Comic seinen Weg zurückgefunden hat, wenn auch diesmal Elektra dem Künstler gegenübersteht. Durch ihn wird die Geschichte zu einem einzigen philosophischen Dilemma, das von vorne bis hinten unterhält.

Doch das ist noch nicht genug. Der Comic ist richtig schön brutal. Das hätte man bei einer Splatter-Ausgabe zwar erwarten können, aber hier wurde konsequent ausgenutzt, dass der Band erst ab 18 Jahren empfohlen ist. Perfekt auch, um Ghost Rider in seiner natürlichen Brutalität in die Geschichte miteinzubinden. Wirklich ein durchweg gelungener und unterhaltender Comic, der mir verdammt viel Spaß gemacht hat. Daredevil ist und bleibt eine Figur mit richtig guten Geschichten. Hoffen wir einfach, dass es auch zukünftig so bleibt.

Zeichnungen:

Die Zeichnungen von Jose Luis und Valentina Pinti in Daredevil – Die Kunst des Teufels Splatter-Ausgabe sind wie die Story selbst richtig schön brutal und voller Gore-Momente. Es gelingt, die Grausamkeit der Figuren stark einzufangen und dabei noch Elektras Kampf mit der Vergangenheit visuell eindrucksvoll darzustellen. Hier und da hätte ich mir etwas mehr Abweichung im Stil gewünscht, auch wenn ich vor allem am Umgang mit dem Thema Kunst nichts auszusetzen habe. Auf jeden Fall kann sich jedes Panel sehen lassen und vor allem gegen Ende warten ein paar mega starke Kunstwerke auf euch.

Daredevil – Die Kunst des Teufels Splatter-Ausgabe – Comic-Kritik

Fazit zu Daredevil – Die Kunst des Teufels Splatter-Ausgabe:

Unterm Strich ist Daredevil – Die Kunst des Teufels Splatter-Ausgabe weit mehr als nur ein blutiger Ausflug in die Abgründe von Hell’s Kitchen. Der Band verbindet Identitätsfragen, moralische Grauzonen und philosophische Gedankenspiele mit einer kompromisslosen Härte, die perfekt zum Titel passt. Gerade der Wechsel zu Elektra als neue Trägerin des Namens Daredevil sorgt für eine spannende Dynamik und zwingt die Geschichte dazu, sich mit Vermächtnis und Verantwortung auseinanderzusetzen.

Die Rückkehr von Muse hebt das Ganze zusätzlich auf eine unangenehme, aber faszinierende Ebene. Seine pervertierte Vorstellung von Kunst macht die Handlung nicht nur brutal, sondern auch thematisch vielschichtig. Es geht nicht allein um das Stoppen eines Killers, sondern um die Frage, wo Kunst endet und Wahnsinn beginnt. Diese Mischung aus psychologischem Duell und schonungsloser Gewalt funktioniert erstaunlich gut und hält die Spannung konstant hoch.

Auch visuell bleibt der Comic im Gedächtnis. Die drastische Inszenierung wird nicht zum Selbstzweck, sondern unterstreicht die innere Zerrissenheit der Figuren und die eskalierende Bedrohung. Dass dabei keine Kompromisse eingegangen werden, passt zur düsteren Tonalität und verleiht dem Band eine klare Identität innerhalb der langen Historie von Daredevil.

Am Ende steht ein intensiver, erwachsener und konsequent erzählter Comic, der sowohl Fans der Figur als auch Leser anspricht, die es härter und tiefgründiger mögen. Wenn zukünftige Geschichten dieses Niveau halten, bleibt der Teufel von Hell’s Kitchen auch weiterhin eine der spannendsten Figuren im Marvel-Kosmos.

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