Ultimate Wolverine 1 – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Ultimate Wolverine 1.

Erscheinungsdatum 14.10.2025
Zeichner Alessandro Cappuccio, Alex Lins
Autor Chris Condon
Format Softcover
Seitenanzahl 152
Stories Ultimate Wolverine 1–6, Ultimate Universe: One Year In 1 (II)
Preis 20,00€

Wolverine gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Figuren der Marvel Comics. Kaum ein anderer Charakter wurde so oft neu interpretiert, seziert und wieder zusammengesetzt wie Logan mit seinen Krallen, seiner Wut und seiner tragischen Vergangenheit. Gerade deshalb haftet jeder neuen Wolverine-Geschichte automatisch die Frage an, ob sie wirklich noch etwas Neues erzählen kann oder ob sie lediglich bekannte Motive variiert. Ultimate Wolverine 1 stellt sich genau dieser Herausforderung und tut das in einem Umfeld, das wie kaum ein anderes für radikale Neuanfänge steht.

Das Ultimate Universum war schon immer ein Ort, an dem Marvel vertraute Figuren bewusst anders gedacht hat. Hier werden Ursprünge neu geschrieben, Charakterzüge zugespitzt und ikonische Helden in einen zeitgemäßeren Kontext gesetzt. Auch Wolverine ist in diesem Universum nie einfach nur eine Kopie seines klassischen Gegenstücks gewesen, sondern stets ein Experiment. Ein Blick zurück zeigt, dass das Ultimate Universum immer dann am spannendsten war, wenn es den Mut hatte, Erwartungen zu unterlaufen und bekannte Mythen neu zu formen.

Ultimate Wolverine 1 knüpft genau an diese Tradition an und signalisiert bereits auf den ersten Seiten, dass hier kein reines Nostalgieprojekt wartet. Stattdessen schwebt über dem Auftakt die Verheißung einer frischen, vielleicht auch unbequemen Neuinterpretation einer Figur, die viele Leser vermeintlich in- und auswendig kennen. Was das konkret für Logan bedeutet, wie gut dieser Neustart funktioniert und ob er dem Vermächtnis von Wolverine gerecht wird, darum soll es in der folgenden Kritik gehen.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Ultimate Wolverine 1 – Comic-Kritik

Inhalt:

In einer düsteren alternativen Realität zieht ein geheimer Rat im Verborgenen die Fäden der Macht. Colossus, Magik und Omega Red regieren als skrupellose Architekten der eurasischen Republik und haben sich eine Waffe geschaffen, die jeden Widerstand brechen soll. Logan, einst mehr als nur ein Werkzeug, wurde zu einem gnadenlosen Winter Soldier umgeformt, einer lebenden Killermaschine, deren Krallen sie immer wieder auf die rebellierenden Mutanten der Opposition hetzen. Doch je öfter Blut fließt, desto deutlicher zeigt sich, dass selbst perfekte Kontrolle eine Illusion ist. Als Logan beginnt, sich den Befehlen zu entziehen, droht das sorgfältig errichtete Machtgefüge in einem Sturm aus Gewalt und Verrat zu zerbrechen.

Ultimate Wolverine 1 ist eine spannende und vor allem passende Neuinterpretation von Logans Charakter. Er war schon auf Erde-616 immer eine Waffe gewesen, die von vielen Menschen oder Mutanten ausgenutzt wurde. Autor Chris Condon spinnt diesen Gedanken diesmal konsequent weiter und macht Wolverine zur bekannten Waffe Winter Soldier, die durch Befehle und Gedankenkontrolle gesteuert wird. Dadurch bekommen wir eine coole Szene nach der nächsten, in der Logan sich entweder blutig durch Feinde metzelt oder mit seinem eigenen Verstand ringt.

Ganz besonders spannend sind aber die neuen Charakterinteraktionen, die durch diese Interpretation möglich werden. So steht Creed auf der guten Seite, während Wolvie gegen ihn kämpft. Außerdem sieht man Logan im Kampf gegen andere Mutanten, die er in der Hauptwelt nie angreifen würde. Das sorgt für die nötige Abwechslung und liefert einen guten Grund, ihm diese neue Geschichte zu geben. Ich mochte jede Sekunde dieser Story, egal ob Action oder erzählerische Tiefe, hier ist wirklich für jeden etwas dabei. Ein wichtiges Kapitel für Wolverine und eine noch stärkere Charakterstudie des neuen Ultimate Universums.

Zeichnungen:

Die Zeichnungen von Alessandro Cappuccio und Alex Lins in Ultimate Wolverine 1 sind einfach nur genial. Wirklich, die Bilder sind reine Kunstwerke und strotzen an jeder Ecke nur so vor Bildgewalt. Ein großartiges Panel folgt dem nächsten und es gibt immer wieder Bilder, an denen man einfach hängen bleibt, weil sie so unglaublich schön sind. Highlights sind dabei die vielen Doppelseiten voller Actionmomente. Wer sich daran nicht sattsehen kann, der versteht meiner Meinung nach nichts von starken Comicbildern. Einfach atemberaubend und ich freue mich jetzt schon auf die Kunst im nächsten Band.

Ultimate Wolverine 1 – Comic-Kritik

Fazit zu Ultimate Wolverine 1:

Ultimate Wolverine 1 beweist eindrucksvoll, warum das Ultimate Universum auch heute noch eine so große Faszination ausübt. Der Comic nimmt eine ikonische Figur, deren Geschichte scheinbar auserzählt ist, und findet dennoch einen frischen, mutigen Zugang. Die Entscheidung, Logan erneut als kontrollierte Waffe zu inszenieren, fühlt sich nicht wie ein bloßes Stilmittel an, sondern wie eine konsequente Weiterentwicklung eines zentralen Aspekts seines Charakters. Dadurch entsteht eine düstere, bedrückende Atmosphäre, die hervorragend zur Figur passt und dem Auftakt eine klare Identität verleiht.

Besonders stark ist dabei die Art und Weise, wie vertraute Beziehungen neu gedacht werden. Die veränderten Rollen einzelner Figuren sorgen für Reibung, Überraschungen und echte Spannung, ohne dabei beliebig zu wirken. Gerade dieser Perspektivwechsel macht einen großen Reiz der Geschichte aus und gibt Logan Raum, sich in einem völlig neuen moralischen Kontext zu behaupten. Action und Charakterarbeit greifen hier sauber ineinander und lassen kaum Leerlauf entstehen.

Visuell wird das Ganze von den herausragenden Zeichnungen getragen, die Brutalität, Dynamik und emotionale Wucht perfekt einfangen. Jede Seite unterstreicht den Anspruch, nicht einfach nur einen weiteren Wolverine-Comic zu erzählen, sondern ein echtes Statement innerhalb des neuen Ultimate Universums zu setzen. Ultimate Wolverine 1 ist damit nicht nur ein gelungener Neustart, sondern auch ein starkes Ausrufezeichen. Für Fans der Figur ebenso wie für Leser, die neugierig auf kompromisslose Neuinterpretationen sind, ist dieser Band ein absolut lohnender Einstieg.

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