Anima Gate of Memories I&II Remaster bringt zwei Action-RPGs, aus dem Jahr 2016, in die moderne Zeit zurück. Der Entwickler Anima Project arbeitet an dem nächsten Spiel in der Serie Anima: Song from the Abyss. Währenddessen haben sie sich ihre ersten beiden Spiele nochmal angeschaut und aufgemotzt für potenzielle neue Fans der Serie. Doch ist das Remaster genug?
Das Spiel basiert auf einem spanischen Tabletop-RPG, welches viel Hintergrundgeschichte und Lore für das Videospiel liefert. Ihr übernehmt die Rolle einer jungen Magierin, die nur „The Bearer“ (die Botin) genannt wird. Bei sich trägt sie ein Buch, in dem ihr mächtiger Gefährte Ergo gefangen ist. Dieser langweilt sich sehr schnell und muss deshalb immer wieder mit der Besitzerin des Buches argumentieren und fängt auch gerne mal an zu singen, alles nur, um ihr auf die Nerven zu gehen.
The Nameless Chronicles ist keine Fortsetzung zum ersten Spiel, sondern spielt zur gleichen Zeit wie das erste Spiel, nur aus einer anderen Perspektive. Man übernimmt die Rolle vom Schwertkämpfer ohne Namen (The Nameless). Die Charaktere von beiden Spielen treffen an mehreren Schauplätzen aufeinander und so sieht man, was The Nameless in der Zwischenzeit gemacht hat. Durch eine unerwartete Wendung erfahren alle drei, dass sie in einen Krieg verwickelt wurden. Ein Krieg, in dem sie eine große Rolle spielen.
Mit dem Buch in den Kampf
Anima: Gate of Memories ist ein Action-Rollenspiel, wobei die Action mehr ist als bei einem Ninja Gaiden, Bayonetta oder Devil May Cry. Das Kampfsystem bietet viele Möglichkeiten zum Ausprobieren und bietet sehr viel Potenzial für Kombos. Anders als in den vorher erwähnten Spielen, müsst ihr hier nicht hunderte von Kombos lernen, sondern es werden Skills ausgerüstet. Mit genug Erfahrungspunkten bekommt man ein Level-up und kann dann Punkte in einem Skilltree ausgeben. Dort findet man einfache Statuserweiterungen wie mehr physischen oder magischen Schaden, mehr Lebenspunkte oder mehr Magie, nichts Ungewöhnliches für Rollenspiele. Doch gibt es auch neue Fähigkeiten, die euch neue Moves für den Kampf geben, aber ihr könnt nicht alle Skills gleichzeitig ausrüsten, also wählt weise.
Im ersten Spiel könnt ihr zwischen The Bearer und Ergo jederzeit wechseln, sogar während einer Kombo. Beide spielen sich im Grunde sehr ähnlich, haben aber auch ihre eigenen speziellen Skills. The Bearer ist stärker mit Magie und hat dadurch mehr Fernangriffe zur Verfügung, Ergo macht mehr Schaden mit physischen Angriffen und hat seinen Fokus mehr auf den Nahkampf. Im zweiten Spiel hat man nur einen spielbaren Charakter, doch dafür hat er seine eigene Mechanik: die Hand von Tanathos. Mit dieser kann er sich kurzzeitig mit dem Tod selbst verbinden, um so alle seine Fähigkeiten zu verstärken.
Doch kämpfen ist nicht alles. Beim Erkunden der Umgebung, trefft ihr auch mal auf das ein oder andere Rätsel oder müsst euch einer Platforming Herausforderung stellen.
Verbessert für die moderne Zeit
Die Entwickler haben sehr viel in die Verbesserung der Präsentation von Anime Gates of Memories gelegt. Das 2016 erschienene Spiel sieht wie ein total neues Spiel aus. Die Farben sind deutlich kräftiger im Vergleich zum Originalspiel und die Beleuchtung wurde komplett geändert. Dadurch wirkt die Umgebung nicht nur heller, sondern sie ist auch viel schöner anzusehen. Doch das ist nicht alles, auch viele neue Details wurden hinzugefügt: Gräser, Sträucher, Pflanzen an Wänden und Mauern, und viele der Texturen wurden nicht einfach nur mit höherer Auflösung bearbeitet, sondern noch mal überarbeitet. Charaktermodelle wurden auch etwas bearbeitet. Durch die vorher genannten Verbesserungen sehen die Modelle aber noch mal viel besser aus.
Natürlich wurde auch am Gameplay gearbeitet. Die Schwierigkeitsgrade wurden angepasst, das Verhalten und die Positionierung der Gegner wurden verbessert bzw. angepasst. Doch leider haben die Entwickler zu wenig an dem Gameplay gemacht. Das Kampfsystem ist im Prinzip nicht schlecht, aber es fühlt sich sehr steif an und das Remaster hat daran bedauerlicherweise nichts geändert. Man merkt, die Entwickler wollten die Action ähnlich wie in einem Devil May Cry oder Bayonetta haben, aber es fehlt einfach das besondere Etwas.
Fazit
Anima: Gate of Memories I&II Remaster war schon damals ein kleines Hidden Gem. Man merkt schnell, wie viel Liebe der Entwickler in die zwei Spiele gepackt hat. Alleine sich die Mühe zu machen, die beiden Spiele von Grund auf zu remastern mit einem deutlichen Upgrade in der Grafik, ist bemerkenswert. Persönlich hätte ich mir noch mehr Verbesserungen an der Steuerung gewünscht, aber es spielt sich schon besser als die Originalversion.
Das Leveldesign ist vielleicht nicht mehr das aktuellste, so wie auch die manchmal etwas komisch klingende Synchronisation oder starren Animationen. Doch diese geben dem Ganzen noch ein bisschen mehr Charme. Trotz all der Mängel habe ich doch eine gute Zeit mit dem Spiel gehabt und würde es allen Fans von Dark Fantasy und Action-RPGs empfehlen.
Anima Gate of Memories I&II Remaster Trailer
Fazit Kasten
| Kategorie | Wertung | Kommentar |
|---|---|---|
| Atmosphäre | ⭐8/10 | Dark Fantasy |
| Gameplay | ⭐6/10 | Steuerung manchmal etwas unpräzise |
| Technik | ⭐8/10 | Gute Performance, mit wunderschöner Grafik |
| Story | ⭐8/10 | Viel Lore zum Entdecken |
| Wiederspielwert | ⭐6/10 | New Game+ |
🎯 Gesamtwertung: 7/10
Anima Gate of Memories I&II Remaster ist erhältlich für Xbox Series X|S, Nintendo Switch, Playstation 5 und PC.
Der Test basiert auf einem Reviewcode für Neon Inferno auf der Xbox Series X, der uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde.














