Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Wolverine 2.
| Erscheinungsdatum | 02.12.2025 |
| Zeichner | Daniel Warren Johnson, Martin Coccolo |
| Autor | Daniel Warren Johnson, Saladin Ahmed |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 192 |
| Stories | Wolverine (2024) 6-12 |
| Preis | 27,00€ |
Wenn eine neue Wolverine-Reihe startet, ist die Erwartungshaltung ohnehin hoch. Doch nach dem starken Auftakt stellt sich immer die entscheidende Frage: Kann Band 2 das Niveau halten oder war der erste Eindruck nur ein kurzer Höhenflug? Gerade bei einer Figur wie Wolverine, deren Vergangenheit dichter verwoben ist als bei fast jedem anderen Helden im Marvel Universum, entscheidet oft der emotionale Kern darüber, ob eine Geschichte wirklich trägt.
Schon in der ersten Ausgabe wurde deutlich, dass man sich nach dem Ende der Krakoa Ära auf eine Rückbesinnung konzentrieren will. Nun geht man noch einen Schritt weiter. Statt lediglich Wolverines Wildheit und Einsamkeit zu betonen, rückt seine Herkunft stärker ins Zentrum. Erinnerungen, Schuld und alte Wunden spielen diesmal eine noch größere Rolle. Besonders die Einbindung seiner Mutter verleiht der Geschichte eine intime, fast schon tragische Note, die weit über reine Action hinausgeht.
Dabei wirkt Wolverine 2 überraschend geschlossen. Während der erste Band wie der Auftakt zu etwas Großem wirkte, fühlt sich diese Ausgabe wie ein in sich rundes Kapitel an, das dennoch neugierig auf mehr macht. Genau diese Balance zwischen emotionalem Abschluss und offenem Ausblick macht diesen Band so spannend.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:
Adamantium trifft auf Adamantium. Logan gerät gemeinsam mit Laura Kinney in einen brutalen Schlagabtausch mit alten und neuen Gegnern. Lady Deathstrike, Cyber und Constrictor kreuzen die Klingen mit den beiden Mutanten, während im Hintergrund eine mysteriöse Macht versucht, das Adamantium selbst von der Erde zu tilgen. Ihr Werkzeug ist ein Feind, älter als Rom, dessen Motive tief in der Geschichte verborgen liegen.
Wolverine 2 bleibt seinen Stärken treu. Die Geschichte ist klar strukturiert, trotz mehrerer Schauplätze gut nachvollziehbar und verliert nie den Fokus auf Logan selbst. Besonders gelungen ist die starke emotionale Verankerung in seiner Vergangenheit. Die Einbindung seiner Mutter gibt dem Ganzen eine persönliche Schwere, die man so intensiv selten erlebt hat. Es geht nicht nur um Metall und Klauen, sondern um Herkunft, Verlust und die Frage, ob man seinem Schicksal jemals entkommen kann.
Gleichzeitig zeigen sich auch die bekannten Schwächen. Manche Entwicklungen wirken etwas zu vertraut, einige Konflikte folgen Mustern, die man aus früheren Wolverine Geschichten kennt. Das schmälert die Wirkung jedoch nur bedingt, da der emotionale Unterbau diesmal deutlich stärker ausfällt und vieles auffängt. Wolverine 2 fühlt sich dadurch reifer an, ohne seine Wurzeln zu verleugnen.
Zeichnungen:
Die Zeichnungen von Martin Coccolo sind erneut atmosphärisch, roh und stellen die Brutalität der Kämpfe eindrucksvoll dar. Gerade die Szenen, in denen Adamantium aufeinanderschlägt, besitzen eine wuchtige Dynamik, die beinahe physisch spürbar wird.
Besonders stark sind jedoch die ruhigeren Momente. Rückblicke in Logans Vergangenheit, Begegnungen mit seiner Mutter und emotionale Nahaufnahmen geben den Panels eine Intensität, die unter die Haut geht. Zwar wirkt der Stil insgesamt weiterhin etwas generisch, doch einzelne Sequenzen stechen deutlich hervor und bleiben im Gedächtnis. Wie schon im ersten Band gleichen kreative Bildideen kleinere Schwächen im Gesamtbild aus

Fazit zu Wolverine 2:
Wolverine 2 beweist, dass der starke Auftakt kein Zufall war. Die Reihe hält nicht nur ihr Niveau, sondern erweitert es um eine entscheidende Facette: echte Emotionalität. Die stärkere Einbindung von Logans Herkunft und insbesondere seiner Mutter verleiht der Geschichte eine Tiefe, die über reine Action hinausgeht. Hier wird nicht nur gekämpft, hier wird verarbeitet, erinnert und gelitten.
Gleichzeitig bleibt die Serie ihren Grundprinzipien treu. Überschaubare Konflikte, klare Struktur, ein Fokus auf den Titelhelden. Trotz größerer Bedrohungen fühlt sich die Geschichte persönlich an. Wolverine 2 wirkt erstaunlich abgeschlossen und hinterlässt dennoch das Gefühl, dass Logans Weg noch lange nicht zu Ende erzählt ist.
Visuell bleibt das Niveau konstant. Die Zeichnungen sind stimmungsvoll, manchmal etwas konventionell, aber immer effektiv. Besonders die emotionalen Rückblicke und die wuchtigen Duelle stechen hervor und zeigen, wie viel erzählerische Kraft in den Bildern steckt.
Unterm Strich ist Wolverine 2 eine konsequente Fortsetzung, die ihre Stärken beibehält und den emotionalen Kern deutlich vertieft. Es ist eine Geschichte über Metall und Menschlichkeit, über Vergangenheit und Verantwortung. Und sie macht vor allem eines: Lust auf mehr Abenteuer mit Wolverine.
