X-Men 3 – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu X-Men 3.

Erscheinungsdatum 25.11.2025
Zeichner Netho Diaz, Ryan Stegman
Autor Jed Mackay
Format Softcover
Seitenanzahl 160
Stories X-Men (2024) 11–18
Preis 20,00€

Die Welt der X-Men war schon immer ein Spiegel für Wandel, Verlust und Neuanfang. Vom Traum Charles Xaviers über die radikale Selbstbestimmung auf Krakoa bis hin zum schmerzhaften Fall dieser Utopie haben die Mutanten mehr Umbrüche erlebt als jede andere Heldengruppe im Marvel Kosmos. Nach dem leisen, nachdenklichen Neustart in X-Men 1 und den emotionalen Zerreißproben in X-Men 2 stand bereits fest, dass diese neue Ära keine halben Sachen macht. Sie will die X-Men fordern, brechen und neu definieren.

Gerade das macht den Reiz dieser aktuellen Saga aus. Cyclops und sein Team kämpfen nicht nur gegen äußere Bedrohungen, sondern auch gegen Zweifel, Misstrauen und alte Wunden. Unterschiedliche Ideale prallen aufeinander, Freundschaften werden hinterfragt und jede Entscheidung scheint schwerer zu wiegen als zuvor. Die Serie lebt von diesem Spannungsfeld zwischen Hoffnung und Resignation, zwischen Gemeinschaft und Spaltung.

Mit X-Men 3 geht die Reise nun in eine Phase über, die größer, lauter und riskanter wirkt als zuvor. Mehr Teams, mehr Gegner, mehr Konflikte. Doch gelingt es dem Band, die erzählerische Stärke der Vorgänger zu bewahren und gleichzeitig neue Impulse zu setzen? Genau das klärt diese Kritik.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

X-Men 3 – Comic-Kritik

Inhalt:

Kaum haben sich die X-Men in Alaska ein neues Zuhause aufgebaut, zieht bereits die nächste Bedrohung am Horizont auf. Eine außerirdische Kriegerkaste verfolgt einen Flüchtigen bis zur Erde. Seine Spur führt direkt in die eisige Zuflucht von Cyclops und seinem Team. Was zunächst wie ein isolierter Zwischenfall wirkt, entpuppt sich schnell als Auftakt zu einer gewaltigen Konfrontation.

Mitten im eskalierenden Gefecht taucht unerwartete Unterstützung aus Kanada auf. Alpha Flight greift ein und stellt sich der Invasion entgegen. Doch Hilfe hat ihren Preis und nicht jede Entscheidung im Chaos des Schlachtfelds ist frei von Konsequenzen. Die Action ist intensiv, wuchtig und stellenweise schlichtweg spektakulär inszeniert. Hier zeigt X-Men 3 seine größte Stärke und liefert genau die bombastischen Momente, die man sich nach dem Aufbau der ersten beiden Bände erhofft hat.

Gleichzeitig bleibt die Reihe ihrer Linie treu. Die Dynamik zwischen den verschiedenen Teams sorgt erneut für Reibung und emotionale Tiefe. Doch das eigentliche Herzstück des Bandes ist die Geschichte rund um Piper und ihre Zwillingsschwester Robin. Schon im Mutterleib kam es zu einer Tragödie, als Piper ihre Schwester absorbierte. Dank ihrer Mutantenkräfte überlebte Robin jedoch auf unerklärliche Weise in ihr weiter. Dieses erzählerische Experiment ist gewagt, verstörend und gleichzeitig unglaublich faszinierend. Es verleiht dem Band eine intime, fast schon tragische Dimension, die zwischen all den Explosionen und Schlachten besonders heraussticht.

Allerdings will X-Men 3 gegen Ende vielleicht etwas zu viel auf einmal. Neue Handlungsstränge werden angerissen, weitere Bedrohungen angedeutet und bestehende Konflikte weiter zugespitzt. Das sorgt zwar für enorme Neugier, lässt den Abschluss aber leicht überladen wirken. Hier hätte etwas mehr Fokus dem Gesamtbild gutgetan.

Zeichnungen:

Visuell knüpft der Band nahtlos an seine Vorgänger an. Die Actionsequenzen sind dynamisch, kraftvoll und voller Energie. Explosionen, außerirdische Designs und das Zusammenspiel mehrerer Teams sorgen für eindrucksvolle Seiten. Gleichzeitig bekommen intime Momente, besonders rund um Piper, genügend Raum, um emotional zu wirken. Die Künstler schaffen es, sowohl die kosmische Bedrohung als auch die persönliche Tragödie glaubhaft darzustellen.

Wie schon zuvor gibt es kleinere Schwächen in ruhigeren Passagen, in denen manche Gesichter etwas generisch wirken. Doch sobald es zur Sache geht, entfaltet der Stil seine volle Wucht. Gerade die Konfrontation mit der außerirdischen Kriegerkaste und das Eingreifen von Alpha Flight bleiben visuell im Gedächtnis.

X-Men 3 – Comic-Kritik

Fazit zu X-Men 3:

X-Men 3 führt die neue Ära konsequent fort und hebt sie gleichzeitig auf ein größeres, actionreicheres Level. Die Mischung aus kosmischer Bedrohung, internen Spannungen und persönlichem Drama funktioniert erneut erstaunlich gut. Besonders die Geschichte um Piper und Robin ist ein mutiges Highlight, das zeigt, wie experimentierfreudig und emotional diese Reihe sein kann.

Zwar verliert sich das Finale etwas in zu vielen gleichzeitig eröffneten Storysträngen, doch das schmälert den Gesamteindruck nur bedingt. Die Action ist mega, die Vielzahl an Teams und Gegnern sorgt für Abwechslung und die emotionale Tiefe bleibt erhalten. X-Men 3 beweist, dass diese neue Phase nicht nur vom Erbe der Krakoa-Ära lebt, sondern bereit ist, eigene starke Akzente zu setzen.

Wer die ersten beiden Bände mochte, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Und wer sehen will, wie weit man das Konzept der Mutanten noch treiben kann, sollte sich diesen Band keinesfalls entgehen lassen.

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