Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Ultimate Spider-Man 3.
| Erscheinungsdatum | 25.11.2025 |
| Zeichner | Marco Checchetto, David Messina |
| Autor | Jonathan Hickman |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 152 |
| Stories | Ultimate Spider-Man 13–18 |
| Preis | 20,00€ |
Spider-Man wurde schon unzählige Male neu erfunden, zerlegt und wieder zusammengesetzt. Doch was Marvel Comics mit dem neuen Ultimate-Universum aktuell wagt, fühlt sich weniger nach einfachem Reboot an, sondern eher wie ein bewusst gesetzter Kontrast zu allem, was wir zuvor kannten. Jonathan Hickman nimmt bekannte Figuren, dreht sie einmal komplett durch den Fleischwolf der Möglichkeiten und setzt sie in einer Welt wieder zusammen, in der vieles anders hätte laufen können. Genau das macht auch den Reiz der neuen Ultimate Spider-Man-Reihe aus.
Nachdem die ersten beiden Bände vor allem die emotionale Grundlage gelegt und Peter Parker als verspäteten Helden etabliert haben, spürt man in Band 3 deutlich, dass die Geschichte auf etwas Größeres zusteuert. Die Fäden werden enger gezogen, die Konflikte radikaler und gleichzeitig schleicht sich ein bittersüßes Gefühl ein. Man merkt dieser Reihe an, dass sie sich langfristig auf ein Ziel hinbewegt. Und das ist schade, denn das Potenzial dieser Welt und ihrer Neuinterpretationen scheint noch längst nicht ausgeschöpft.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:
Während Peter Parker weiterhin versucht, sein Doppelleben als Familienvater und Spider-Man unter Kontrolle zu halten, eskaliert die Lage diesmal auf besonders brutale Weise. Kraven verschleppt Peter und Harry Osborn in einen tödlichen Dschungel voller Dinosaurier und macht aus ihrer Freundschaft ein perfides Jagdspiel. Was zunächst wie ein grausames Kräftemessen wirkt, entwickelt sich schnell zu einer psychologischen Zerreißprobe, bei der nicht nur körperliche Stärke, sondern auch Loyalität und Vertrauen auf die Probe gestellt werden.
Parallel dazu schwingt in New York plötzlich ein schwarzer Spider-Man durch die Häuserschluchten, gemeinsam mit Black Cat. Diese neue Konstellation bringt frischen Wind in das ohnehin angespannte Machtgefüge der Stadt. Während Peter fernab seiner Familie ums Überleben kämpft, verändert sich zu Hause etwas Grundlegendes. Wer verbirgt sich hinter dem dunklen Anzug, und welche Konsequenzen hat das für Peters Rolle als Held und Ehemann?
Auch im dritten Band bleibt eine der größten Stärken der Reihe erhalten. Es ist weiterhin unglaublich spannend zu beobachten, wie bekannte Figuren in diesem neuen Kontext anders funktionieren. Freundschaften werden neu definiert, Gegenspieler erhalten andere Motivationen und vertraute Dynamiken kippen plötzlich in unerwartete Richtungen. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass sich die Reihe Schritt für Schritt auf ein übergeordnetes Ziel zubewegt. Das erzeugt Spannung, hinterlässt jedoch auch das Gefühl, dass in dieser Welt noch deutlich mehr Geschichten schlummern, als wir vermutlich bekommen werden.
Zeichnungen:
Marco Checchetto und David Messina liefern erneut auf hohem Niveau ab. Die dichten Dschungelszenen wirken roh, beinahe klaustrophobisch, während New York in den ruhigeren Momenten mit klaren Linien und starken Kontrasten überzeugt. Action und Dialoge halten sich die Waage, ohne dass eines das andere verdrängt.
Besonders stark sind die Gesichtsausdrücke und Körpersprache der Figuren. Man spürt Peters innere Zerrissenheit ebenso wie Harrys Konflikte. Die Panels sind dynamisch inszeniert, verlieren aber nie die Übersicht. Der Stil bleibt erwachsen, ernst und konsequent, was perfekt zur Tonalität der Geschichte passt.

Fazit zu Ultimate Spider-Man 3:
Ultimate Spider-Man 3 setzt die eingeschlagene Richtung konsequent fort und bleibt seinen Stärken treu. Die erwachsene Herangehensweise, der Fokus auf Verantwortung und Familie sowie die Neuinterpretation altbekannter Figuren machen die Reihe weiterhin zu einer der interessantesten Spider-Man-Serien der letzten Jahre.
Gleichzeitig schwingt eine gewisse Wehmut mit. Man merkt, dass sich die Geschichte einem größeren Endpunkt nähert, obwohl das Potenzial dieser Welt noch lange nicht ausgeschöpft wirkt. Genau dieses Spannungsfeld zwischen erzählerischer Konsequenz und dem Wunsch nach mehr macht den Band so intensiv.
Wer bereits von den ersten beiden Teilen überzeugt war, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen. Und wer sehen möchte, wie man klassische Figuren neu denkt, ohne ihre Essenz zu verlieren, sollte dieser Reihe weiterhin Aufmerksamkeit schenken.
