Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu X-Men – X-Manhunt.
| Erscheinungsdatum | 04.11.2025 |
| Zeichner | Javier Garron, Luciano Vecchio, u.a., Francesco Mortarino |
| Autor | Jed Mackay, u.a., Mark Russell, Gail Simone |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 176 |
| Stories | X-Manhunt TP |
| Preis | 24,00€ |
Totgesagte leben länger und kaum etwas trifft auf Comicserien so sehr zu wie auf die X-Men. Immer dann, wenn man glaubt, ihre Geschichten seien auserzählt, erfinden sie sich neu und schlagen eine andere Richtung ein. Seit Jahrzehnten spiegeln die Mutanten gesellschaftliche Ängste, politische Spannungen und persönliche Konflikte wider und genau darin liegt ihre anhaltende Stärke. Jede neue Phase ist dabei nicht nur Fortsetzung, sondern auch Kommentar auf das, was zuvor war.
Mit dem Ende von Krakoa liegt nun eine Zäsur hinter den X-Men, wie es sie schon lange nicht mehr gegeben hat. Zum ersten Mal seit dieser prägenden Epoche öffnet sich der Blick auf eine vollständig neue Ära, in der vertraute Sicherheiten fehlen und alte Strukturen nicht mehr tragen. Die Mutantenwelt wirkt fragiler, unübersichtlicher und gleichzeitig offener für neue erzählerische Wege. Dieser Umbruch verleiht den aktuellen Geschichten eine spürbare Spannung, die weit über einzelne Figuren hinausgeht.
X-Men – X-Manhunt setzt nach den Ereignissen der ersten neuen X-Men-Bände an und knüpft direkt an die veränderte Ausgangslage an. Die Befreiung von Charles Xavier aus der Gefangenschaft steht dabei sinnbildlich für viele offene Wunden und unbeantwortete Fragen. Seine Präsenz verändert das Machtgefüge und wirft lange Schatten auf das, was die X-Men als Nächstes erwartet, ohne bereits klare Antworten zu liefern.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:
Einst der mächtigste Telepath der Welt, fristet Charles Xavier nun ein gebrochenes Dasein als Gefangener auf seinem eigenen Anwesen. Für seine Verbrechen an der Menschheit hinter Gittern verurteilt, nimmt er das Urteil zunächst schweigend und voller Reue hin. Doch dann beginnt ein heimtückischer telepathischer Virus seinen Geist zu zersetzen, langsam und unausweichlich. Als klar wird, dass der Tod näher ist als die Erlösung, bleibt Xavier keine Wahl mehr. Er muss fliehen und sich ausgerechnet an jene wenden, die er einst geführt hat. Die X-Men sind seine letzte Hoffnung.
X-Men – X-Manhunt ist in dieser neuen Ära etwas ganz Besonderes. Es gab schon Crossover und Verknüpfungen zwischen den neuen Truppen der X-Men, doch nie hat es sich so wichtig und so groß angefühlt. In diesem Comic bekommen wir eine Geschichte, die sich über alle derzeit laufenden Comics der Mutanten erstreckt und in einem eigenen Issue endet. Alle Panels, alle Ereignisse fühlen sich dabei nach etwas Großem an, dem ersten großen Event einer ganz neuen X-Men-Ära. Und ich sage euch ehrlich, nach Krakoa fühlt es sich gut an, so etwas wieder sehen zu dürfen. Natürlich ist das Ende auch etwas traurig, ich habe aber jede Sekunde dieses Events genossen und kann euch als Fan der Mutanten nur wärmstens ans Herz legen, diesen Comic in die Hand zu nehmen.
Natürlich gibt es auch einen kleinen Schwachpunkt in diesem Crossover. Wenn man die vorherigen Bände der X-Men und der dazugehörigen Teams nicht gelesen hat, kann die Story etwas verwirrend oder gar lückenhaft wirken. Das ist auch gewollt, da das Event nun mal auf allen bisherigen Ereignissen basiert. Es kann dennoch für Leser, die nicht alles mitgenommen haben, durchaus kompliziert sein. Das ist aber mein einziger Kritikpunkt, denn sonst haben wir hier einen der aktuell wichtigsten Comics rund um die X-Men vor Augen und einen Band, der Charles’ Zukunft im Marvel-Universum bestimmt. Richtig gut!
Zeichnungen:
Die Zeichnungen von X-Men – X-Manhunt kann ich nicht einheitlich bewerten, da sich die Geschichte über eine Vielzahl von Comics und damit auch über viele unterschiedliche Stile erstreckt. Ob ihr Fans der Kunst seid, hängt ganz davon ab, wie ihr die zugrunde liegenden Reihen findet. Ich mag zum Beispiel den Stil aus Uncanny X-Men und Storm, was sich auch in diesem Comic widerspiegelt. Was ich dafür einheitlich bewerten kann, ist der Stil des letzten und exklusiv zu X-Manhunt gehörenden Issues. Hier hat man ein paar richtig starke Panels geschaffen. Vor allem die Bilder rund um Magik sind so schön, dass ich mich gerne noch etwas länger darin verloren hätte. Insgesamt bin ich mit den Zeichnungen beim Lesen rundum zufrieden gewesen.

Fazit zu X-Men – X-Manhunt:
X-Men – X-Manhunt fühlt sich wie ein notwendiger Befreiungsschlag für die Mutanten an. Nach dem langen und dominanten Krakoa-Zeitalter markiert dieser Band nicht nur einen erzählerischen Wendepunkt, sondern auch einen emotionalen Neustart. Das Event zeigt eindrucksvoll, dass die X-Men auch ohne ihren utopischen Schutzraum funktionieren und gerade in der Unsicherheit wieder zu alter erzählerischer Stärke finden. Die Geschichte nutzt den Umbruch bewusst und macht ihn zum zentralen Motor der Handlung.
Besonders Charles Xavier steht dabei im Fokus und wird so verletzlich und menschlich gezeigt wie lange nicht mehr. Seine Rolle als gebrochene, aber dennoch bedeutende Figur verleiht dem Comic eine starke emotionale Ebene. Statt einfacher Antworten liefert X-Men – X-Manhunt vor allem Fragen, die weit über diesen Band hinausreichen und genau darin liegt seine Stärke. Es ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein bewusst gesetzter Startpunkt für kommende Konflikte.
Auch als Event funktioniert der Comic hervorragend. Die Verzahnung der verschiedenen laufenden Reihen wirkt organisch und bedeutungsvoll, ohne sich wie bloße Pflichtlektüre anzufühlen. Zwar kann der Einstieg für Leser ohne Vorwissen fordernd sein, doch wer sich darauf einlässt, wird mit einem dichten, spannenden und überraschend emotionalen Erlebnis belohnt. Dieses Crossover fühlt sich wichtig an und genau so sollte ein großes X-Men-Event auch wirken.
Unterm Strich ist X-Men – X-Manhunt ein starkes Signal für die Zukunft der Mutanten. Der Band verbindet große Ideen mit persönlichem Drama, wagt erzählerische Risiken und schafft es, sowohl alte Fans abzuholen als auch neue Entwicklungen glaubwürdig einzuleiten. Für Fans der X-Men ist dieses Event kein optionaler Zwischenstopp, sondern ein zentraler Baustein der neuen Ära und ein Comic, der noch lange nachhallt.

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