Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Marvel Rivals – Hellfire Gala.
| Erscheinungsdatum | 27.01.2026 |
| Zeichner | Daniel Scalisi, Luca Claretti |
| Autor | Paul Allor |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 40 |
| Stories | Marvel Rivals: Hellfire Gala |
| Preis | 5,99€ |
Mit Marvel Rivals hat Marvel ein Videospiel geschaffen, in dem die unterschiedlichsten Helden und Schurken aufeinandertreffen. Bekannte Figuren aus dem Marvel-Universum treten hier nicht nur in ihren klassischen Rollen gegeneinander an, sondern werden in völlig neue Konstellationen geworfen. Gerade diese Mischung aus vertrauten Charakteren, alternativen Designs und ungewöhnlichen Begegnungen macht einen großen Teil des Reizes des Spiels aus und eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für neue Geschichten.
Dabei passt Marvel Rivals perfekt zu einem Konzept, das Marvel bereits seit Jahren immer wieder nutzt: dem Multiversum. Durch die unzähligen verschiedenen Realitäten existieren zahlreiche Versionen bekannter Figuren, die sich teilweise nur in kleinen Details, manchmal aber auch grundlegend voneinander unterscheiden. So kann ein vertrauter Held plötzlich eine völlig andere Geschichte erlebt haben oder eine bekannte Figur in einer Realität eine ganz andere Rolle einnehmen. Für Marvel bietet das die Möglichkeit, mit seinen etablierten Figuren zu experimentieren und gleichzeitig immer wieder etwas Neues zu erzählen.
Genau diese Vielfalt bildet auch die Grundlage für Marvel Rivals – Hellfire Gala. Der Comic verbindet die aus dem Spiel bekannten Charaktere mit dem kreativen Spielraum des Multiversums und verspricht damit eine ungewöhnliche Marvel-Geschichte. Welche Figuren dabei im Mittelpunkt stehen, wie die verschiedenen Versionen miteinander funktionieren und ob aus der Verbindung von Videospiel und Comic tatsächlich eine spannende Geschichte entsteht, zeigt sich in der folgenden Kritik.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:
Marvel Rivals – Hellfire Gala ist genau die Art von Comic, bei der ich schon nach den ersten Seiten gemerkt habe, dass hier gar nicht erst versucht wird, eine besonders tiefgründige oder komplexe Geschichte zu erzählen. Stattdessen geht es direkt mitten hinein in die wahrscheinlich chaotischste Party des Multiversums. Auf Krakoa treffen verschiedenste Versionen bekannter Marvel-Figuren aufeinander und natürlich dauert es nicht lange, bis aus der ausgelassenen Feier ein gewaltiges Problem wird. Als Ultron mit einer ganzen Armee von Maschinen auftaucht, ist es vorbei mit der entspannten Gala und plötzlich müssen Storm, Emma Frost, Wolverine, Steve Rogers und zahlreiche weitere Helden gemeinsam gegen die Bedrohung antreten.
Mir hat dabei besonders gefallen, wie aufgedreht die Geschichte ist. Der Comic nimmt sich selbst nicht übermäßig ernst und nutzt das Marvel-Rivals-Konzept genau so, wie ich es mir bei einem solchen Tie-In wünsche. Es werden verschiedene Versionen bekannter Figuren zusammengeworfen, die teilweise komplett unterschiedliche Hintergründe und Persönlichkeiten mitbringen. Gerade daraus entstehen einige wirklich unterhaltsame Situationen. Es macht einfach Spaß, diese Charaktere miteinander interagieren zu sehen und zu beobachten, wie schnell eine eigentlich glamouröse Feier komplett aus dem Ruder läuft.
Natürlich darf man hier keine große Charakterentwicklung oder eine Geschichte mit besonders vielen überraschenden Wendungen erwarten. Dafür ist der Comic einfach zu kurz und viel zu sehr auf Unterhaltung ausgelegt. Für mich ist das allerdings überhaupt kein großes Problem gewesen. Gerade weil die Handlung so schnell voranschreitet und ständig irgendetwas passiert, hatte ich beim Lesen eigentlich durchgehend meinen Spaß. Die Geschichte fühlt sich dadurch angenehm leicht an und passt meiner Meinung nach sehr gut zu dem völlig überdrehten Multiversum-Konzept von Marvel Rivals.
Trotzdem bleibt auch hier wieder das Gefühl, dass man aus dem Konzept noch deutlich mehr hätte machen können. Die Hellfire Gala, Krakoa, verschiedene Realitäten, alternative Versionen der Marvel-Helden und dann auch noch Ultron mit einer Roboterarmee bieten eigentlich unglaublich viele Möglichkeiten für verrückte Ideen. Vieles davon wird eher angerissen, als wirklich ausführlich genutzt. Das stört mich bei diesem Comic aber weniger als bei manch anderem Marvel Rivals-Tie-In, weil die Geschichte zumindest genau den Spaß liefert, den sie verspricht. Ich wollte hier keine große Marvel-Saga erleben, sondern eine völlig durchgedrehte Party, die in einer riesigen Schlacht endet. Und genau das bekommt man.
Zeichnungen:
Auch bei den Zeichnungen merkt man sehr schnell, dass Marvel Rivals – Hellfire Gala vor allem auf Unterhaltung und schnelle Action ausgelegt ist. Der Zeichenstil ist insgesamt eher schlicht gehalten und orientiert sich natürlich stark am Look der Figuren aus dem Spiel. Das funktioniert meiner Meinung nach ziemlich gut, auch wenn ich mir an einigen Stellen etwas mehr Eigenständigkeit gewünscht hätte.
Gerade bei der Hellfire Gala gibt es allerdings einige wirklich schöne Momente. Die verschiedenen Charakterdesigns machen einiges her und gerade die unterschiedlichen Versionen der bekannten Helden sorgen dafür, dass die Seiten immer wieder interessant aussehen. Besonders wenn viele Figuren gleichzeitig aufeinandertreffen und die Handlung komplett eskaliert, können die Zeichnungen ihre Stärken ausspielen. Dann wirkt der Comic schön dynamisch und teilweise herrlich chaotisch.
Gleichzeitig gibt es aber auch hier wieder das Problem, das ich bereits bei anderen Marvel Rivals-Comics hatte. Der Stil funktioniert, aber er überrascht mich nur selten. Es gibt einige Panels, bei denen ich wirklich länger hingeschaut habe, insgesamt bleibt die Optik aber eher zweckmäßig. Gerade bei einem Konzept wie der Hellfire Gala hätte ich mir noch mehr kreative Designs und visuelle Ideen gewünscht. Das Multiversum bietet schließlich die perfekte Möglichkeit, komplett verrückte Versionen der Figuren auf die Seiten zu bringen.
Trotzdem hatte ich auch mit den Zeichnungen meinen Spaß. Die Action ist übersichtlich genug dargestellt, die Figuren sehen gut aus und der typische Marvel Rivals-Look kommt ordentlich zur Geltung. Für mich passen die Zeichnungen daher ziemlich gut zum schnellen und aufgedrehten Ton der Geschichte, auch wenn sie mich künstlerisch nicht ganz so stark überraschen konnten, wie es das Konzept eigentlich ermöglichen würde.

Fazit zu Marvel Rivals – Hellfire Gala:
Marvel Rivals – Hellfire Gala hat bei mir insgesamt einen ziemlich unterhaltsamen Eindruck hinterlassen. Der Comic will gar keine große, tiefgründige Marvel-Geschichte erzählen, sondern setzt voll auf Tempo, verrückte Ideen und die vielen unterschiedlichen Versionen der bekannten Figuren. Genau das hat mir hier besonders gut gefallen. Die Geschichte ist herrlich aufgedreht und nimmt sich an den richtigen Stellen nicht zu ernst. Gerade das passt für mich hervorragend zum Grundkonzept von Marvel Rivals.
Besonders die verschiedenen Charaktere sorgen für einige spaßige Momente. Ich mag es einfach, wenn das Multiversum genutzt wird, um bekannte Figuren in etwas ungewohnten Konstellationen aufeinanderprallen zu lassen. Auch der Wechsel von der glamourösen Hellfire Gala zur völligen Eskalation mit Ultron und seiner Armee funktioniert für mich ziemlich gut. Zwar hätte man aus dieser Grundidee noch deutlich mehr herausholen können, aber dafür bleibt die Geschichte angenehm kurzweilig und kommt schnell auf den Punkt.
Bei den Zeichnungen fällt mein Eindruck ähnlich aus wie bei der Handlung. Sie funktionieren gut, übertragen den Look von Marvel Rivals ordentlich auf die Comicseiten und können vor allem in den actionreichen Momenten überzeugen. Gleichzeitig bleibt der Stil für meinen Geschmack etwas zu schlicht und nutzt die kreativen Möglichkeiten des Multiversums nicht vollständig aus. Gerade bei einer Hellfire Gala hätte ich mir noch ausgefallenere Designs und visuell mutigere Ideen gewünscht.
Unterm Strich ist Marvel Rivals – Hellfire Gala für mich aber ein gelungenes kleines Tie-in, das vor allem eines sein möchte: unterhaltsam. Wer eine kurze, actionreiche und ziemlich durchgedrehte Marvel-Geschichte mit bekannten Figuren in ungewöhnlichen Versionen sucht, bekommt hier genau das geboten. Erzählerisch bleibt zwar einiges an Potenzial liegen und auch optisch wäre noch mehr möglich gewesen, aber ich hatte mit dem Comic definitiv meinen Spaß. Gerade der etwas überdrehte Stil hat für mich dafür gesorgt, dass sich der Band angenehm von einer gewöhnlichen Marvel-Geschichte abhebt. Für Fans von Marvel Rivals ist das daher durchaus eine nette Ergänzung, auch wenn ich mir für zukünftige Tie-ins noch etwas mehr Mut und Kreativität wünschen würde.
