Spider-Man – Die Graphic Novel Collection – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Spider-Man – Die Graphic Novel Collection.

Erscheinungsdatum 07.07.2026 
Zeichner Alex Saviuk, Bernie Wrightson, Charles Vess, Ross Andru
Autor Charles Vess, Susan K. Putney, Gerry Conway, Stan Lee
Format Hardcover
Seitenanzahl 272
Stories Marvel Graphic Novel 22: Amazing Spider-Man: Hooky (1986), MGN 46: Amazing Spider-Man: Parallel Lives (1989), MGN 63: Spider-Man: Spirits of the Earth (1990), MGN 72: Spider-Man: Fear Itself (1992)
Preis 39,00€

Spider-Man gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Figuren aus dem Marvel-Universum. Seit seinem ersten Auftritt im Jahr 1962 hat sich Peter Parker von einem Jugendlichen, der mit den ganz normalen Problemen des Erwachsenwerdens kämpft, zu einem der wichtigsten und beliebtesten Helden des Marvel-Universums entwickelt. Dabei ist es gerade die Mischung aus spektakulären Superheldenabenteuern und persönlichen Problemen, die Spider-Man bis heute so besonders macht. Hinter der Maske steckt schließlich kein unbesiegbarer Held, sondern ein Mensch, der mit Verantwortung, Verlust, Beziehungen und den Konsequenzen seiner Entscheidungen umgehen muss.

Im Laufe der Jahre wurde Spider-Mans Geschichte unzählige Male weitererzählt und aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Neben den regulären monatlichen Comicserien entstanden dabei immer wieder aufwendig produzierte Graphic Novels, die sich bewusst von den fortlaufenden Geschichten abheben. Diese Ausgaben erzählen jeweils eine in sich geschlossene Geschichte und geben den Autoren die Möglichkeit, Spider-Man in einem eigenen Rahmen zu präsentieren. Dadurch konnten ganz unterschiedliche Facetten der Figur beleuchtet werden, ohne dass man dafür jahrelang die regulären Serien verfolgen musste.

Genau hier setzt Spider-Man – Die Graphic Novel Collection an. Die Sammlung vereint vier besonders beliebte Graphic Novels aus unterschiedlichen Jahren und zeigt damit gleichzeitig, wie vielseitig Spider-Man als Figur funktionieren kann. Obwohl alle Geschichten ihre eigene Handlung besitzen, verbindet sie natürlich die zentrale Figur des Netzschwingers, der seit Generationen Leser begeistert. Welche Geschichten es in die Sammlung geschafft haben und was die einzelnen Graphic Novels so besonders macht, schauen wir uns in dieser Kritik genauer an.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Spider-Man – Die Graphic Novel Collection – Comic-Kritik

Inhalt:

Dieser Band vereint vier außergewöhnliche Spider-Man-Graphic-Novels, die den Netzschwinger in völlig unterschiedliche Abenteuer führen. Gemeinsam mit Silver Sable verschlägt es Peter Parker auf eine geheime Mission nach Deutschland, während Gerry Conway und Alex Saviuk einen Blick auf die bewegte Beziehung zwischen Peter und Mary Jane werfen. Anschließend bekommt es Spider-Man mit einer düsteren Welt voller Magie und Monster zu tun, bevor ihn Charles Vess gemeinsam mit MJ auf verspätete Flitterwochen ins schottische Hochland schickt. Vier eigenständige Geschichten, vier ungewöhnliche Szenarien und jede Menge Netzschwinger-Action machen diese Sammlung zu einer abwechslungsreichen Reise durch einige besondere Kapitel aus Spider-Mans Comicgeschichte.

Ich mag solche Sammlungen. Klar, alle Geschichten sind nicht wirklich aktuell und wirken sowohl in ihrer Erzählweise als auch in ihrer Darstellung teilweise sehr veraltet. Es geht hier aber auch nicht um neue Comics, sondern um Geschichten, die in einer Zeitspanne zwischen 1986 und 1992 veröffentlicht wurden. Das war eine gänzlich andere Zeit für Comics. Es macht eine Menge Spaß, in diese Geschichten einzutauchen und sie in ihrem zeitlichen Kontext zu lesen. Was hier geschaffen wurde, ist für die damalige Zeit wirklich eine coole Sammlung an Spider-Man-Geschichten, die für sich selbst stehen und von denen eine besser als die andere ist.

Mein absoluter Favorit dieser Sammlung ist Parallel Lives, die zweite Story aus dem Jahr 1989. Hier bekommen wir Peter und MJ zu sehen, wie sie ihr eigenes Leben gelebt haben und sich immer wieder begegnet sind, bevor ihre Wege schließlich enger miteinander verflochten wurden. Das zeigt, dass das Leben der beiden sehr ähnlich und doch immer wieder völlig unterschiedlich war. Ein echtes Wunder, dass sie es überhaupt so weit gemeinsam geschafft haben. Die anderen Geschichten sind natürlich ebenfalls supercool und haben alle ihre eigenen lesenswerten Aspekte.

Insgesamt bekommen wir hier also eine Sammlung, die vor allem für Fans des Netzschwingers interessant sein dürfte und auch für all jene, die durch den neuesten Film Spider-Man: Brand New Day, die Spiele oder ganz andere Medien zum Fan geworden sind. Es ist schön, einen solchen Blick in die Vergangenheit konserviert und auf diese Weise zugänglich zu bekommen.

Zeichnungen:

Die Zeichnungen der verschiedenen Künstler in den einzelnen Graphic Novels haben für mich genau die gleichen Pluspunkte wie auch die Geschichten. Es sind Zeichnungen, die aus heutiger Sicht veraltet wirken, die aber trotz ihres Alters immer noch richtig gut aussehen und auf den unzähligen Seiten ein Kunstwerk nach dem anderen zaubern. Vor allem manche Bilder aus der Schottland-Geschichte oder aus Angst sind richtig brachial und schaffen einige geniale Panels voller kreativer Ideen.

Für die damalige Zeit sind hier also wirklich schöne Bilder entstanden, auch wenn man diese natürlich auf keinen Fall mit modernen Werken vergleichen sollte. Man sieht aber bereits hier, dass Spider-Man schon immer dafür geeignet war, spektakuläre und eindrucksvolle Bilder entstehen zu lassen.

Spider-Man – Die Graphic Novel Collection – Comic-Kritik

Fazit zu Spider-Man – Die Graphic Novel Collection:

Spider-Man – Die Graphic Novel Collection ist eine schöne Zeitreise durch die Comicgeschichte des Netzschwingers. Die vier enthaltenen Graphic Novels stammen zwar aus einer Zeit, in der Comics erzählerisch und zeichnerisch noch deutlich anders funktioniert haben als heute, gerade das macht aber einen großen Teil des Reizes dieser Sammlung aus. Wer sich darauf einlässt, bekommt vier eigenständige Geschichten, die Spider-Man jeweils auf eine andere Weise zeigen und dabei ganz unterschiedliche Seiten der Figur beleuchten.

Besonders Parallel Lives konnte mich dabei überzeugen. Die Geschichte rund um Peter Parker und Mary Jane zeigt sehr schön, wie eng die Leben der beiden miteinander verbunden sind, obwohl sie sich über lange Zeit immer wieder auf ganz unterschiedliche Weise entwickeln. Aber auch die übrigen Geschichten haben ihre eigenen Stärken und sorgen dafür, dass der Band trotz seines Alters abwechslungsreich bleibt. Vor allem die teilweise sehr besonderen Szenarien und die kreativen Ideen machen die Sammlung interessant.

Natürlich merkt man den Geschichten ihr Alter an. Sowohl die Erzählweise als auch die Zeichnungen wirken aus heutiger Sicht teilweise deutlich veraltet. Wer ausschließlich moderne Comics gewohnt ist, muss sich deshalb zunächst an den Stil dieser Zeit gewöhnen. Gleichzeitig liegt genau darin aber auch der Charme der Sammlung. Man bekommt einen authentischen Einblick in eine andere Ära der Spider-Man-Comics und kann nachvollziehen, wie unterschiedlich die Figur über die Jahrzehnte interpretiert wurde.

Unterm Strich ist Spider-Man – Die Graphic Novel Collection deshalb vor allem für Fans des Netzschwingers interessant, die gerne einen Blick zurückwerfen möchten. Die vier Geschichten bieten kurzweilige und abwechslungsreiche Abenteuer und zeigen gleichzeitig, wie viel kreatives Potenzial schon damals in der Figur steckte. Wer Spider-Man bisher vor allem aus Filmen oder Spielen kennt, bekommt hier außerdem eine gute Gelegenheit, einen etwas anderen Blick auf den Charakter und seine Comicgeschichte zu werfen.

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