Spider-Verse vs. Venomverse – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Spider-Verse vs. Venomverse.

Erscheinungsdatum 24.02.2026
Zeichner Jim Towe, Luciano Vecchio
Autor Mat Groom, Greg Pak, Kyle Higgins
Format Softcover
Seitenanzahl 176
Stories Web of Spider-Verse: New Blood 1 (I, II), Web of Venomverse: Fresh Brains 1 (I, II), Spider-Verse vs. Venomverse 1–5
Preis 24,00€

Kaum ein Held hat die Comicwelt über Jahrzehnte hinweg so geprägt wie Spider-Man. Seit seinem ersten Auftritt Anfang der 1960er-Jahre begeistert Peter Parker mit seiner einzigartigen Mischung aus spektakulärer Action, menschlichen Problemen und einer Bodenständigkeit, die ihn für Generationen von Lesern greifbar macht. Doch längst ist Spider-Man weit mehr als nur eine einzelne Figur. Aus dem einstigen Friendly Neighborhood Spider-Man ist ein ganzes Netz aus Helden, Varianten und alternativen Realitäten entstanden, das heute einen der faszinierendsten Bereiche des Marvel-Universums bildet.

Einen ähnlich beeindruckenden Weg hat auch Venom hinter sich. Was einst als finsterer Gegenspieler begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem der beliebtesten Antihelden des Verlags. Die Symbionten brachten eine völlig eigene Mythologie hervor, die immer größer, düsterer und komplexer wurde. Mit jeder neuen Generation von Wirten, Monstern und kosmischen Bedrohungen wuchs das Venom-Universum zu einer Welt heran, die längst nicht mehr nur im Schatten Spider-Mans steht, sondern ihren ganz eigenen Platz innerhalb des Marvel-Kosmos gefunden hat.

Besonders spannend wurde es, als Marvel begann, beide Konzepte ins Unendliche auszuweiten. Das Spider-Verse öffnete die Türen zu zahllosen Versionen des Netzschwingers aus unterschiedlichsten Dimensionen, während das Venomverse die grenzenlosen Möglichkeiten der Symbionten auf ähnlich kreative Weise erforschte. Beide Ideen lieferten einige der verrücktesten, überraschendsten und optisch eindrucksvollsten Geschichten der vergangenen Jahre und bewiesen, wie viel Potenzial in alternativen Versionen bekannter Figuren steckt.

Wenn nun Spider-Verse und Venomverse frontal aufeinanderprallen, treffen nicht nur zwei Marken aufeinander, sondern auch zwei der erfolgreichsten Multiversums-Konzepte, die Marvel in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Schon die Grundidee verspricht ein Spektakel voller ungewöhnlicher Begegnungen, imposanter Varianten und großer Dimensionen. Ob dieses Aufeinandertreffen den hohen Erwartungen gerecht wird und ob die Geschichte mehr zu bieten hat als ihre spektakuläre Prämisse, klärt die folgende Review.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Spider-Verse vs. Venomverse – Comic-Kritik

Inhalt:

Zwei gewaltige Kräfte durchziehen das Multiversum: das Herz des Spider-Verse, das sämtliche Spinnenhelden über Raum und Zeit hinweg miteinander verbindet, und das Schwarmbewusstsein des Venomverse, das jede Seele vereint, die jemals mit einem Symbionten verschmolzen ist. Doch nun geraten diese beiden kosmischen Netzwerke unaufhaltsam auf Kollisionskurs. Das Gleichgewicht der Wirklichkeiten steht auf dem Spiel, denn für beide ist im Multiversum kein Platz mehr. Um über das Schicksal ihrer Existenz zu entscheiden, wählen die mächtigen Verkörperungen jeweils fünf Champions aus ihren Reihen aus. Was als Wettstreit beginnt, entwickelt sich zu einem alles entscheidenden Duell zwischen Spinnenkräften und Symbionten, an dessen Ende nur eine Seite weiterbestehen wird.

Normalerweise finde ich sowohl das Spider-Verse als auch das Venomverse unglaublich kreativ. Allerdings fehlt es den meisten Geschichten für mich an relevantem Tiefgang oder Themen, die über den reinen Spaßfaktor hinausgehen. Und dann kommt plötzlich Spider-Verse vs. Venomverse um die Ecke. Ein Konzept, das eigentlich noch abgefahrener und chaotischer sein sollte, wurde für mich überraschenderweise zu einem meiner liebsten Comics aus diesen beiden Konzepten.

Die Geschichte ist nämlich erstaunlich fokussiert. Klar, zu Beginn bekommen wir einige kreative Kurzgeschichten aus verschiedenen Universen serviert, die vor allem mit ihren Ideen punkten. Danach entwickelt sich jedoch eine durchgehende Handlung voller spannender Momente, toller Action und überraschend starker Charaktermomente.

Das macht nicht nur eine Menge Spaß, sondern sorgt auch für eine aufregende Multiversums-Geschichte, die ihre Figuren sinnvoll weiterentwickelt, ohne dabei überladen zu wirken. Dass es obendrein noch Gundam-artige Kämpfe gibt und man eine wirklich coole neue Version von Eddie Brock beziehungsweise Venom kennenlernt, ist ein netter Bonus, den ich sehr genossen habe. Hier erwartet euch eine geniale Multiversums-Story, die endlich einmal die Stärken dieses Konzepts ausspielt und stellenweise sogar an die Qualität der Spider-Verse-Filme heranreicht. Hoffentlich nimmt man sich an diesem Comic für zukünftige Abenteuer ein Beispiel.

Zeichnungen:

Die Zeichnungen in Spider-Verse vs. Venomverse haben vor allem zu Beginn einen großen Vorteil: Sie sind kreativ, abwechslungsreich und voller Ideen. Ich liebe an solchen Multiversums-Comics immer die Vielfalt, die jeder Künstler auf die Seiten bringt. Das sorgt für jede Menge Spaß und Abwechslung.

Der Unterschied zu vielen anderen Vertretern des Genres besteht hier darin, dass später nur noch ein Zeichenstil beziehungsweise ein Hauptkünstler die Geschichte prägt. Ist das schlecht? Ganz im Gegenteil. Auch die Hauptgeschichte steckt voller kreativer Energie und schafft es gleichzeitig, richtig starke Action zu inszenieren, die immer wieder in spektakulären Höhepunkten endet. 

Der Comic macht also nicht nur Spaß beim Lesen, sondern sieht auch durchgehend großartig aus. Ein Paradebeispiel dafür, wie ein gutes Multiversums-Abenteuer aussehen sollte.

Spider-Verse vs. Venomverse – Comic-Kritik

Fazit zu Spider-Verse vs. Venomverse:

Spider-Verse vs. Venomverse ist genau die Art von Comic, von der ich nicht erwartet hätte, dass sie mich so begeistert. Auf dem Papier wirkt die Prämisse wie die maximale Eskalation zweier ohnehin schon völlig überdrehter Multiversums-Konzepte. Statt jedoch im Chaos zu versinken, gelingt es der Geschichte überraschend gut, einen klaren Fokus zu behalten und aus ihrer verrückten Ausgangslage eine spannende und unterhaltsame Handlung zu entwickeln.

Besonders beeindruckt hat mich, dass der Comic nicht nur von seinen kreativen Varianten und spektakulären Kämpfen lebt. Zwischen all dem Bombast finden sich immer wieder starke Charaktermomente und Entwicklungen, die den Figuren tatsächlich etwas mitgeben. Dadurch wirkt die Geschichte deutlich gehaltvoller als viele andere Spider-Verse- oder Venomverse-Abenteuer der vergangenen Jahre.

Auch optisch weiß der Band auf ganzer Linie zu überzeugen. Die zahlreichen kreativen Ideen, die abwechslungsreichen Designs und die dynamisch inszenierte Action sorgen dafür, dass praktisch jede Seite Spaß macht. Gleichzeitig verliert sich der Comic nie in seiner eigenen Größe, sondern nutzt seine Multiversums-Ideen gezielt, um die Handlung voranzutreiben.

Wer mit Spider-Man, Venom oder den verschiedenen Multiversums-Konzepten etwas anfangen kann, sollte diesem Band definitiv eine Chance geben. Für mich gehört Spider-Verse vs. Venomverse zu den stärksten Geschichten, die aus diesen beiden Konzepten bislang hervorgegangen sind, und zeigt eindrucksvoll, wie viel Potenzial noch immer in ihnen steckt, wenn die richtige kreative Idee dahintersteht.

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