Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Marvel Events – House of M.
| Erscheinungsdatum | 27.01.2026 |
| Zeichner | Olivier Coipel |
| Autor | Brian Michael Bendis |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 216 |
| Stories | House of M (2005) 1-8 |
| Preis | 29,00€ |
Es gibt Marvel-Geschichten, die nicht nur eine einzelne Figur oder ein Team verändern, sondern das gesamte Universum erschüttern. House of M gehört zweifellos zu diesen Werken. Als das Event Mitte der 2000er Jahre erschien, befand sich Marvel in einer Phase tiefgreifender Umbrüche. Große Crossover-Events gewannen zunehmend an Bedeutung, Helden wurden komplexer geschrieben und die Grenzen zwischen persönlichem Drama und weltweiten Konsequenzen verschwammen immer stärker. In genau dieser kreativen Atmosphäre entstand ein Comic, dessen Nachwirkungen das Marvel-Universum noch über Jahre hinweg prägen sollten.
Im Zentrum dieser Geschichte steht eine Figur, die lange Zeit zwischen Heldin, Außenseiterin und tragischer Persönlichkeit wandelte: Wanda Maximoff. Über Jahrzehnte hinweg war ihre Geschichte von Verlust, Macht und emotionalen Konflikten geprägt. Doch nur wenige Comics haben sich so intensiv mit der Bedeutung ihrer Kräfte und den Konsequenzen ihres inneren Zustands auseinandergesetzt wie House of M. Das Event markierte einen entscheidenden Wendepunkt für die Figur und veränderte nachhaltig die Art und Weise, wie Leser auf Scarlet Witch blickten.
Gleichzeitig ist House of M weit mehr als nur eine Charakterstudie. Der Comic gilt als eines der prägendsten Marvel-Events seiner Zeit und wird bis heute regelmäßig diskutiert, analysiert und neu bewertet. Seine Ideen, seine Tragweite und sein Einfluss auf zahlreiche spätere Geschichten machten ihn zu einem Werk, an dem Fans des Marvel-Kosmos kaum vorbeikommen. Doch verdient House of M seinen legendären Ruf tatsächlich, oder lebt die Geschichte vor allem von ihrer gewaltigen Prämisse und ihrem nachhaltigen Einfluss? Genau dieser Frage widmet sich die folgende Kritik.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:
Vom Schmerz über den Verlust ihrer Familie zerbrochen, verliert Scarlet Witch endgültig die Kontrolle über ihre gewaltigen Kräfte und formt die Wirklichkeit nach ihrem Willen um. Was entsteht, ist eine verstörend neue Weltordnung: Magneto wird wie ein Messias verehrt, Mutanten stehen an der Spitze der Gesellschaft und beherrschen den Planeten, während die Menschheit entrechtet und in abgeschottete Ghettos verdrängt wird. Eine Realität, in der die Machtverhältnisse vollständig auf den Kopf gestellt wurden und nichts mehr an die Welt erinnert, die einst existierte.
House of M ist eines dieser Events, das ich nur schwer beschreiben kann, weil man es einfach erlebt haben muss. Es ist nicht nur eine starke und persönliche Geschichte, sondern auch ein Event, das das Marvel-Universum langfristig nachhaltig geprägt hat. Jeder, der mit dem Satz „Keine Mutanten mehr“ oder „No more Mutants“ sofort etwas anfangen kann, weiß, wovon ich spreche. Eine derart starke Story bekommt man nur alle paar Jahre.
Wer House of M bisher verpasst hat, erhält mit diesem Rerelease endlich die Chance, etwas Legendäres nachzuholen. Glaubt mir: Egal ob langjähriger Comicfan oder Casual-Leser, dieses Event sollte man unbedingt gelesen haben.
Was für mich an dieser Storyline bis heute am prägendsten bleibt, sind die einzelnen Charakterschicksale. Hawkeyes und Spider-Mans tragische Entwicklungen oder Wolverines tiefer Weltschmerz sind nur einige Beispiele. Wanda selbst bleibt dabei selbstverständlich der emotionale Mittelpunkt der Geschichte und macht hier eindrucksvoll deutlich, wie wichtig diese Figur für das Marvel-Universum ist. Ohne House of M hätten wir sie vermutlich auch im MCU nie auf diese Weise erleben dürfen.
Zeichnungen:
Jetzt habe ich aber genug über die Geschichte gesprochen, schließlich gibt es auch noch über die visuelle Wucht dieses Comics zu reden. House of M liest sich nicht nur hervorragend, sondern sieht auch beeindruckend aus. Ein dynamisches Panel jagt das nächste, immer wieder unterbrochen von atemberaubenden Seiten voller Details, Ausdruckskraft und emotionalem Gewicht.
Mit Olivier Coipel stemmt hier praktisch ein einzelner Zeichner eine echte Meisterleistung und erschafft Bilder, die auch heute noch nachhallen. Besonders gefällt mir, wie sich der Comic immer wieder bewusst Zeit nimmt, einzelne Panels wirken zu lassen. Gerade deshalb entfaltet der berühmte „No more Mutants“-Moment seine enorme Wirkung bis heute. Wirklich großartig geschrieben, noch beeindruckender gezeichnet und ein Marvel-Event, das seinen legendären Ruf absolut verdient.

Fazit zu Marvel Events – House of M:
House of M ist weit mehr als nur ein weiteres großes Marvel-Event mit einer spektakulären Prämisse. Es ist eine Geschichte über Verlust, Macht, Identität und die zerstörerischen Folgen emotionaler Überforderung. Gerade weil der Comic seine weltverändernden Konsequenzen mit persönlichen Schicksalen verbindet, funktioniert er auch heute noch erstaunlich gut. Die Story lebt nicht allein von ihrem legendären Status oder ihrem Einfluss auf spätere Marvel-Geschichten, sondern vor allem von ihren Figuren und den emotionalen Entscheidungen, die im Zentrum stehen.
Besonders Wanda Maximoff erhält hier einen der wichtigsten Momente ihrer gesamten Comicgeschichte. House of M zeigt eindrucksvoll, warum Scarlet Witch längst zu den faszinierendsten und zugleich tragischsten Figuren des Marvel-Universums gehört. Gleichzeitig bekommen auch Charaktere wie Wolverine, Spider-Man oder Hawkeye genug Raum, um der alternativen Realität zusätzliches Gewicht und emotionale Tiefe zu verleihen.
Doch nicht nur erzählerisch weiß das Event zu überzeugen. Olivier Coipels Artwork trägt einen enormen Teil zur Wirkung des Comics bei. Die dynamische Inszenierung, die starken Emotionen und die ikonischen Bildmomente sorgen dafür, dass sich viele Szenen dauerhaft ins Gedächtnis brennen. Gerade diese Mischung aus persönlichem Drama, epischer Tragweite und visueller Wucht macht House of M zu einem Comic, der seinen Ruf absolut verdient.
Wer das Event bislang verpasst hat, sollte die Gelegenheit dieses Rereleases unbedingt nutzen. Ob als langjähriger Marvel-Fan, Wanda-Enthusiast oder einfach als Leser auf der Suche nach einem modernen Comic-Klassiker: House of M bleibt auch über zwei Jahrzehnte später ein außergewöhnlich starkes Stück Marvel-Geschichte, das man erlebt haben sollte.

1 Kommentar/Kommentare:
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