Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Ultimate Spider-Man – Gefangen in der schönen neuen Welt.
| Erscheinungsdatum | 10.02.2026 |
| Zeichner | Jonas Scharf |
| Autor | Cody Ziglar, Deniz Camp |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 128 |
| Stories | FCBD 2025: Spider-Man/Ultimate Universe (II), Ultimate Spider-Man: Incursion 1–5 |
| Preis | 17,00€ |
Es gibt nur wenige Figuren im modernen Marvel-Kosmos, die in vergleichsweise kurzer Zeit einen so bemerkenswerten Aufstieg hingelegt haben wie Miles Morales. Einst als Nachfolger eines gefallenen Spider-Man in Marvels damaligem Ultimate Universum eingeführt, entwickelte sich die Figur rasch weit über ihre ursprüngliche Rolle hinaus. Was zunächst als mutige Neuinterpretation begann, wurde schon bald zu einem festen Bestandteil der Spider-Man-Mythologie. Spätestens mit dem Übergang ins Marvel-Hauptuniversum war klar, dass Miles gekommen war, um zu bleiben.
Gerade deshalb wirkt es besonders spannend, wenn die Figur erneut mit dem Gedanken eines alternativen Universums konfrontiert wird. Das moderne Ultimate-Universum verfolgt einen völlig eigenen Ansatz, präsentiert vertraute Helden in ungewohnten Konstellationen und spielt bewusst mit den Erwartungen langjähriger Leser. Für Miles Morales bedeutet dies nicht nur eine Rückkehr zu einem Namen, der untrennbar mit seiner Herkunft verbunden ist, sondern auch einen kurzen Ausflug in eine Realität, die zugleich vertraut und vollkommen fremd erscheint.
Ultimate Spider-Man – Gefangen in der schönen neuen Welt knüpft genau an diesem reizvollen Spannungsfeld an. Der Band verspricht ein Wiedersehen mit den Wurzeln einer beliebten Figur, ohne sich dabei auf bloße Nostalgie zu verlassen. Stattdessen deutet sich eine Geschichte an, die mit Identität, Zugehörigkeit und den Möglichkeiten alternativer Welten spielt. Ob dieser Abstecher in das neue Ultimate-Universum tatsächlich das Potenzial seiner Ausgangsidee ausschöpft oder sich in seinem Konzept verliert, zeigt die folgende Kritik.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:
Ein rätselhaftes Portal reißt Miles Morales und seine kleine Schwester Billie plötzlich aus ihrer vertrauten Welt auf Erde 616 und schleudert sie in das fremde Universum von Erde 6160. Während Miles gemeinsam mit Peter Parker und dessen Sohn Richard versucht, die gefährliche Bedrohung durch Spot aufzuhalten, beginnt zugleich ein verzweifelter Wettlauf, um Billie wiederzufinden. Seine Spurensuche führt ihn quer durch das neue Ultimate Universum, von den Geheimnissen Wakandas an der Seite von Black Panther bis zu den X Men in Japan. Doch je näher Miles der Wahrheit kommt, desto tiefer gerät er in die Machenschaften des finsteren Schattenrats und damit in den Einflussbereich des skrupellosen Reed Richards, besser bekannt als Maker.
Ultimate Spider-Man – Gefangen in der schönen neuen Welt ist ein spannender Kurzausflug für Miles in ein Universum, aus dem er irgendwie stammt, das aber zugleich völlig anders ist. Es ist ein spaßiger nostalgischer Trip voller cooler neuer Informationen über das neue Ultimate Universum. Die Geschichte fühlt sich dabei nicht nach einem großen oder besonders tiefsinnigen Abenteuer an, bietet dafür aber eine persönliche Entwicklung für Miles, die in einem Ereignis gipfelt, das womöglich auch Auswirkungen auf seine Rolle in der Hauptwelt haben könnte.
Wer den jungen Spider Man mag, bekommt hier einen tollen Comic voller interessanter Bezüge. Alle anderen erhalten einen spannenden Einblick in Erde 6160 und erleben dabei eine Geschichte, die Miles in nahezu allen Belangen gerecht wird. Es macht eben wie immer einfach Spaß mit Spider Man.
Zeichnungen:
Die Zeichnungen in Ultimate Spider-Man – Gefangen in der schönen neuen Welt von Jonas Scharf kann ich leider nicht ganz so positiv bewerten. Sie sind keineswegs schlecht, lassen aber die Dynamik der eigentlichen Miles Hauptreihe vermissen. Viele Panels wirken erstaunlich starr. Zwar stecken die Bilder voller gelungener Momente, im Großen und Ganzen reichen sie aber weder an die Hauptserie noch an die übrigen Geschichten des neuen Ultimate Universums heran.
Der einzige Abschnitt, in dem sich der Zeichenstil wirklich vollständig entfalten kann, ist das bombastische Finale. Bei vielem, was davor kommt, muss man sich visuell eher etwas durchkämpfen. Das ist schade, denn die Geschichte selbst macht durchaus viel Spaß.

Fazit zu Ultimate Spider-Man – Gefangen in der schönen neuen Welt:
Ultimate Spider-Man – Gefangen in der schönen neuen Welt ist kein großer Meilenstein für Miles Morales, aber ein überraschend unterhaltsamer und persönlicher Abstecher in das neue Ultimate Universum. Der Band nutzt die besondere Verbindung der Figur zu diesem Namen clever aus und schafft es, aus der Rückkehr in ein alternatives Universum mehr zu machen als bloßen Fanservice. Statt einer epischen Multiversumschlacht erwartet die Leser eine eher kompakte Geschichte, die vor allem von Miles selbst, seiner Perspektive und seiner Entwicklung lebt.
Besonders stark funktioniert dabei der Blick auf Erde 6160. Der Comic vermittelt auf angenehme Weise neue Eindrücke dieses noch jungen Universums und verknüpft sie mit bekannten Figuren, spannenden Schauplätzen und kleinen nostalgischen Momenten. Gleichzeitig bleibt die Geschichte zugänglich genug, um auch Lesern außerhalb der aktuellen Ultimate Reihen einen interessanten Einblick zu bieten. Wer Miles Morales ohnehin gerne liest, dürfte hier ohnehin schnell auf seine Kosten kommen.
Weniger überzeugend fällt dagegen die visuelle Umsetzung aus. Die Zeichnungen liefern zwar einzelne starke Bilder und ein gelungenes Finale, erreichen aber über weite Strecken nicht die Dynamik und Energie, die man von Miles Comics oder dem neuen Ultimate Universum gewohnt ist. Gerade bei einer Geschichte, die so viel Bewegung, Dimensionenwechsel und Spider Man Action beinhaltet, fällt dieser Aspekt spürbar ins Gewicht.
Am Ende bleibt dennoch ein spaßiger, charmanter und inhaltlich lohnender Comic, der vielleicht nicht jede seiner Ideen vollständig ausreizt, Miles Morales als Figur aber sehr gut versteht. Ultimate Spider-Man – Gefangen in der schönen neuen Welt ist damit vor allem eine Empfehlung für Fans des jungen Netzschwingers und für alle, die neugierig darauf sind, wie sich Miles in einer Welt behauptet, die ihm gleichzeitig vertraut und vollkommen fremd ist.
