Miles Morales – Spider-Man 6 – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Miles Morales – Spider-Man 6.

Erscheinungsdatum 25.11.2025
Zeichner David Baldeon, Daniele Di Nicuolo
Autor Cody Ziglar
Format Softcover
Seitenanzahl 104
Stories Miles Morales: Spider-Man (2023) 25 (II), 27–29, Annual 2024 (I, II)
Preis 14,00€

Miles Morales hat längst bewiesen, dass er weit mehr ist als nur ein moderner Ableger einer bekannten Ikone. Seine Serie lebt davon, vertraute Superhelden Motive mit neuen Perspektiven zu verbinden und Miles immer wieder aus seiner Komfortzone zu stoßen. Auch nach den dramatischen Ereignissen der letzten Bände bleibt er eine Figur im Wandel, die nicht stehen bleiben darf. Genau hier setzt der sechste Band an und führt diesen Weg konsequent fort, ohne dabei seine Wurzeln zu vergessen.

Nach den düsteren Umbrüchen der vergangenen Storys steht Miles erneut vor der Frage, wer er eigentlich sein will und sein kann. Alte Probleme sind noch nicht vollständig überwunden, während neue Herausforderungen bereits am Horizont warten. Dabei bleibt die Reihe ihrem Grundton treu. Persönliche Konflikte, große Verantwortung und das Gefühl, ständig zwischen Welten zu stehen, prägen weiterhin das Leben von Miles Morales. Wer die vorherigen Bände mochte, wird sich hier sofort wieder zu Hause fühlen.

Gleichzeitig wagt der Band einen Blick über den Tellerrand und öffnet Miles Welt spürbar. Große Mythen, andere Helden und ein stärkerer Fokus auf seine Herkunft sorgen dafür, dass Miles Morales – Spider-Man 6 zwar vertraut wirkt, sich aber trotzdem größer anfühlt. Die folgenden Seiten zeigen erneut die Stärken der Serie, lassen aber auch erkennen, wo sie sich weiterhin selbst im Weg steht.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Miles Morales – Spider-Man 6 – Comic-Kritik

Inhalt:

Miles reist gemeinsam mit Black Panther nach Wakanda, um dort eine Heilung für seine Vampir Infektion zu finden. Was als medizinische Hoffnung beginnt, entwickelt sich schnell zu einer spirituellen Prüfung, denn Miles gerät in den Fokus mächtiger Götter und wird von einer höheren Instanz als Champion auserwählt. Parallel dazu schlägt das beiliegende Annual leisere, aber nicht minder wichtige Töne an. Bei seiner Großmutter in Puerto Rico setzt sich Miles mit seinen Wurzeln auseinander und erlebt ein besonderes Abenteuer an der Seite von Storm, das ihm einen neuen Blick auf Familie, Herkunft und Verantwortung eröffnet.

Inhaltlich bleibt sich die Reihe treu und zeigt damit zugleich ihre größte Stärke wie auch ihre größte Schwäche. Die Grundideen sind spannend, emotional aufgeladen und voller Potenzial, doch nicht alles wird bis ins letzte Detail ausgespielt. Das Crossover mit Black Panther ist ohne Frage eines der Highlights des Bandes. Wakanda bietet eine beeindruckende Kulisse und die Begegnung mit göttlichen Mächten hebt Miles Probleme auf eine ganz neue Ebene. Besonders die Idee, Miles als Champion auszuwählen, fügt seiner ohnehin schon komplexen Identität eine weitere faszinierende Facette hinzu.

Gleichzeitig fühlt sich manches erneut etwas gehetzt an. Große Konzepte werden angerissen, aber nicht immer so tiefgehend erforscht, wie man es sich wünschen würde. Das ist kein neues Problem der Reihe, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch mehrere Bände. Dennoch funktioniert die Geschichte, weil der emotionale Kern stimmt. Miles Zweifel, seine Unsicherheit und sein Wille, trotz allem das Richtige zu tun, tragen den Band zuverlässig.

Das Annual erweist sich dabei als überraschend starker Gegenpol zur kosmischen Hauptstory. Der Fokus auf Miles puerto-ricanische Wurzeln verleiht der Figur zusätzliche Tiefe und zeigt eine sehr persönliche Seite des Helden. Die Begegnung mit Storm wirkt ruhig, fast intim, und genau das macht sie so wirkungsvoll. Hier geht es weniger um große Kämpfe als um Identität, Familie und das Gefühl, irgendwo dazuzugehören.

Zeichnungen:

Visuell knüpft Miles Morales – Spider-Man 6 nahtlos an die vorherigen Bände an. Die Serie bleibt ihrem dynamischen, modernen Stil treu und schafft es erneut, zwischen epischer Action und leisen Momenten zu wechseln. Wakanda wird eindrucksvoll in Szene gesetzt und vermittelt Größe, Macht und Mystik, ohne Miles dabei zu erdrücken. Besonders die Szenen mit göttlichem Einfluss profitieren von einer starken Bildsprache.

Im Annual hingegen dominieren wärmere Farben und ruhigere Panels. Emotionen stehen klar im Vordergrund und geben den Figuren Raum zu atmen. Genau dieser Kontrast funktioniert hervorragend und unterstreicht die Vielseitigkeit der Reihe. Auch hier gilt jedoch: Es gibt keine ganz großen visuellen Ausrufezeichen, dafür viele kleine, stimmige Momente, die im Gedächtnis bleiben.

Miles Morales – Spider-Man 6 – Comic-Kritik

Fazit zu Miles Morales – Spider-Man 6:

Der sechste Band setzt konsequent fort, was die Reihe bereits etabliert hat. Er besitzt die gleichen Stärken und Schwächen wie seine Vorgänger, bietet aber genug frische Impulse, um spannend zu bleiben. Das Crossover mit Black Panther und der Ausflug nach Wakanda erweitern Miles Welt spürbar und verleihen seiner Geschichte eine mythologische Dimension, die hervorragend zu seiner aktuellen Situation passt.

Besonders gelungen ist die Verbindung aus großer Superhelden Mythologie und persönlicher Identitätssuche. Miles wird nicht nur als Kämpfer, sondern als Mensch weiterentwickelt, der sich mit Herkunft, Verantwortung und Erwartungen auseinandersetzen muss. Gerade das Annual zeigt eindrucksvoll, wie stark diese Reihe sein kann, wenn sie sich Zeit für leise Töne nimmt.

Am Ende bleibt Miles Morales – Spider-Man 6 ein Band, der Fans der Serie genau das liefert, was sie erwarten, und dabei trotzdem neue Akzente setzt. Wer Miles Weg bisher begleitet hat, wird auch hier wieder mitgenommen. Und wer eine Mischung aus Action, Mythos und persönlicher Tiefe sucht, findet erneut einen Comic, der genau diese Balance trifft.

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