Phoenix 2 – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Phoenix 2.

Erscheinungsdatum 02.12.2025
Zeichner Marco Renna, Alessandro Miracolo
Autor Stephanie Phillips
Format Softcover
Seitenanzahl 112
Stories Phoenix (2024) 6-10
Preis 15,00€

Jean Grey gehört seit jeher zu den faszinierendsten Figuren des Marvel-Kosmos. Kaum ein anderer Charakter trägt eine derart lange und zugleich tragische Geschichte mit sich, die von ersten kindlichen Momenten voller Überforderung bis hin zu kosmischer Macht reicht. Schon früh zeigte sich, dass Jean niemals nur eine von vielen sein würde, sondern eine Figur, deren Weg untrennbar mit großen Umbrüchen und schweren Entscheidungen verbunden ist.

Als Marvel Girl begann sie ihre Reise noch vergleichsweise bodenständig, eingebettet in das Team der X-Men und geprägt von Freundschaft, Verantwortung und ersten Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten. Doch mit jeder Etappe wuchs nicht nur ihre Macht, sondern auch die Last, die sie tragen musste. Der Phoenix wurde dabei weniger zu einer Rolle als zu einem Schicksal, das Jean immer wieder neu definiert und sie zugleich näher an den Rand des Erträglichen führt.

Im ersten Band der aktuellen Reihe zeigte sich bereits eindrucksvoll, dass Jean auch fernab der Erde nichts von ihrer Entschlossenheit verloren hat. Die Auseinandersetzung mit der Black Order machte deutlich, dass sie bereit ist, sich selbst den gefährlichsten Kräften des Universums entgegenzustellen. Phoenix 2 verspricht nun eine weitere Eskalation, denn mit Thanos wartet ein Gegner, der nicht nur rohe Macht, sondern auch eine gewaltige symbolische Bedeutung mit sich bringt.

All das bildet den Hintergrund für eine Geschichte, die mehr sein will als ein weiteres kosmisches Spektakel. Phoenix 2 lädt dazu ein, Jean Greys Weg noch einmal neu zu betrachten und sich auf eine Konfrontation einzulassen, die sowohl mythologisch als auch emotional aufgeladen ist. Warum dieser Band weit mehr verspricht als nur große Namen und explosive Panels, zeigt ein genauerer Blick in der folgenden Kritik.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Phoenix 2 – Comic-Kritik

Inhalt:

Jean Grey hat bereits Kräfte herausgefordert, die ganze Sternensysteme ins Wanken bringen konnten, doch diesmal steht ihr eine Bedrohung gegenüber, die selbst sie an ihre Grenzen treibt. Thanos, der wahnsinnige Titan, erhebt Anspruch auf Macht, die alles Bekannte übersteigt, und zwingt Jean dazu, neue Verbündete zu suchen und Seiten an sich zu entfesseln, die sie bislang gefürchtet hat. Mit jedem Schritt wächst ihre Stärke, doch ebenso die Gefahr, sich in ihr zu verlieren. Denn je näher sie dem Sieg kommt, desto drängender wird die Frage, ob sie diesen Kampf gewinnen kann, ohne dabei das zu opfern, was sie einst menschlich gemacht hat.

Phoenix 2 zeigt, dass der erste Band kein einmaliger Ausreißer in Sachen Qualität war, sondern dass sich die Stärke der Reihe auch über den Auftakt hinaus hält. Es macht weiterhin enorm viel Spaß, Jean auf ihrer Selbstfindungsreise zu begleiten, vor allem weil sie sich diesmal Thanos stellen darf und wir darüber hinaus auch Einblicke in ihre Vergangenheit erhalten. Das heißt nicht nur in ihre Kindheit, sondern wir sehen auch die X-Men wieder in ihrer ursprünglichen Form, als sie damals gegen Dark Phoenix angetreten sind, nur dass diesmal etwas anders ist, ohne Spoiler natürlich.

Auch Adani entpuppt sich weiterhin als richtig gutes Gegengewicht zu Jean. Sie zeigt ihr die eigene Vergangenheit, ein Kind, das seiner Kindheit beraubt wurde. Diese Dualität führt nicht nur dazu, dass Jean kurzfristig ihre Phoenix-Power aufsplitten muss, sondern wir bekommen sie auch in einem völlig neuen Kostüm und mit neuer Gestalt zu sehen. Diese Geschichte fühlt sich einfach wie ein Epos mit Gewicht an. Jeder Dialog, jeder Monolog und jede Konfrontation wirkt mehr als nur oberflächlicher Comic-Kitsch. Und auch wenn ich diesen Kitsch mag, bekommen wir hier eine Phoenix-Geschichte mit Substanz, die auf noch viel bessere Storys in der Zukunft hoffen lässt.

Zeichnungen:

Die Zeichnungen von Marco Renna und Alessandro Miracolo in Phoenix 2 sind unfassbar dynamisch. Ich kann nicht ganz erklären, woran ich das festmachen kann, aber jedes Panel, jedes Bild fühlt sich unglaublich energiegeladen an. Dabei ist der Stil an sich nicht fernab üblicher Comic-Konventionen, trotzdem schaffen es die beiden, in ihrer Bildsprache extrem kreativ zu sein wie kaum andere Künstler. Ich hoffe sehr, man tauscht die beiden nicht aus, denn von diesen Kunstwerken möchte ich noch viel mehr sehen. Es hilft, dass Jeans Phoenix-Kräfte an sich schon beeindruckend sind, doch hier entstehen Bilder, bei denen es einfach noch eine Stufe spektakulärer wird. Ein echtes Fest für die Augen.

Phoenix 2 – Comic-Kritik

Fazit zu Phoenix 2:

Phoenix 2 erweist sich als konsequente und zugleich mutige Fortsetzung, die das im ersten Band aufgebaute Fundament nicht nur bestätigt, sondern deutlich erweitert. Die Geschichte versteht es, kosmische Wucht mit persönlicher Tiefe zu verbinden und Jean Grey einmal mehr als Figur zu zeigen, deren größte Kämpfe nicht allein im äußeren Konflikt liegen. Gerade diese Balance aus epischem Spektakel und innerer Zerrissenheit macht den Band so wirkungsvoll und hebt ihn von vielen vergleichbaren Cosmic Comics ab.

Besonders stark ist dabei der Fokus auf Jeans Entwicklung. Die Konfrontation mit Thanos dient nicht nur als imposanter Höhepunkt, sondern auch als Spiegel für all das, was Jean ausmacht und bedroht. Unterstützt durch Figuren wie Adani entsteht eine emotionale Dynamik, die dem Geschehen Gewicht verleiht und die Phoenix-Thematik sinnvoll weiterdenkt, ohne sich in bloßer Wiederholung zu verlieren. Rückblicke und Neuinterpretationen bekannter Elemente fügen sich organisch ein und bereichern das Gesamtbild, statt es zu überladen.

Auch visuell bleibt Phoenix 2 auf einem beeindruckend hohen Niveau. Die Zeichnungen transportieren Energie, Macht und Emotion in nahezu jedem Panel und verstärken die erzählerische Wucht der Geschichte spürbar. Hier greifen Story und Artwork perfekt ineinander und sorgen dafür, dass sich der Comic jederzeit groß und bedeutsam anfühlt.

Unterm Strich ist Phoenix 2 weit mehr als nur der nächste Band einer Reihe. Es ist eine Phoenix-Geschichte mit Herz, Pathos und Substanz, die Jean Grey gerecht wird und gleichzeitig Lust auf alles macht, was noch kommen kann. Wer sich für kosmische Marvel-Stoffe interessiert und dabei Wert auf starke Figurenentwicklung legt, kommt an diesem Band kaum vorbei.

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