Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Doctor Strange 1.
| Erscheinungsdatum | 24.03.2026 |
| Zeichner | Ivan Fiorelli |
| Autor | Derek Landy |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 144 |
| Stories | Doctor Strange (2025) 1–5, Doctor Strange (2025) 450 |
| Preis | 19,00€ |
Kaum ein Marvel-Held ist so eng mit den mystischen Seiten des Universums verbunden wie Doctor Strange. Seit seinem ersten Auftreten hat sich Stephen Strange vom arroganten und brillanten Chirurgen zu einem der mächtigsten Magier der Erde entwickelt. Als Oberster Zauberer stand er über Jahre hinweg an der Spitze der mystischen Gemeinschaft und beschützte die Welt vor übernatürlichen Bedrohungen. Doch im Marvel-Universum bleibt selbst eine Position wie diese niemals für immer bestehen.
Spätestens seit dem Event Blood Hunt hat sich Stranges Status grundlegend verändert. Er ist nicht länger der Oberste Zauberer der Erde und muss sich damit in einer Welt zurechtfinden, in der seine bisherige Stellung nicht mehr dieselbe Bedeutung besitzt. Gleichzeitig hat Stephen Strange seine Verbindung zur mystischen Welt keineswegs verloren. Im Gegenteil: Während des Events Doom – Herrscher der Welt eröffnet sich für ihn eine neue, unerwartete Rolle, denn Strange wird zum Obersten Zauberer von Asgard. Damit verschiebt sich sein Wirkungsbereich und mit ihm die Ausgangslage für seine nächsten Abenteuer.
Genau an diesem Punkt setzt die neue Doctor Strange-Ära an und stellt die Figur vor eine interessante Ausgangssituation. Was bedeutet es für einen Helden, der jahrzehntelang als wichtigste magische Instanz der Erde galt, plötzlich eine völlig andere Position einzunehmen? Welche Möglichkeiten ergeben sich aus seiner neuen Verbindung zu Asgard und welche Herausforderungen warten auf den Meister der mystischen Künste? Der erste Band verspricht damit nicht nur ein neues Kapitel für Stephen Strange, sondern auch eine spannende Weiterentwicklung einer der ungewöhnlichsten Figuren des Marvel-Universums. Grund genug, einen genaueren Blick darauf zu werfen, wie sich Doctor Strange in seiner neuen Rolle schlägt.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:
Nachdem Dr. Strange seine Chance auf Rache an Dr. Doom verpasst hat, nimmt das Schicksal eine noch düsterere Wendung: Loki ermordet seinen eigenen Bruder Thor und reißt Midgard damit aus dem Gefüge der neun anderen Welten. Auf der Suche nach einem Ausweg verschlägt es Strange nach Alfheim, wo ein drohender Krieg zwischen Elfen und Engeln um einen geheimnisvollen Sarg eskaliert. Doch hinter dem Konflikt steckt eine weitaus größere Bedrohung, denn der finstere Zauberer Vyrbodin verfolgt einen gefährlichen Plan, der nicht nur Alfheim, sondern das Leben zahlloser Unschuldiger in allen Reichen in Gefahr bringt.
Ich habe bereits in den Event-Bänden gesagt, dass ich es super finde, Strange jetzt in dieser neuen Rolle als Oberster Zauberer von Asgard zu sehen. Das ist eine tolle Abwechslung und zeigt Stephen in einer ganz anderen Umgebung, die wir so nur selten gesehen haben. Umso mehr freut es mich, dass Angela in diesem Neustart an seiner Seite steht, da sie das krasse Gegenteil zu seinem Charakter darstellt. Dadurch gefällt mir die Dynamik der beiden Charaktere von Anfang an und ich sehe viel Potenzial darin, Strange hier noch stärker ausarbeiten zu können.
Weniger Potenzial sehe ich hingegen in der grundlegenden Geschichte. Irgendwie war mir alles zu sehr eine typische Asen-Heldengeschichte, auch wenn es zumindest cool ist, Doctor Strange einmal darin zu erleben. Insgesamt gab es aber einfach wenig Neues und auch an Kreativität hat es leider etwas gemangelt. Da tat es richtig gut, dass nach dem ersten Erzählbogen Doctor Strange (2025) 450 enthalten war. Dabei handelt es sich um einen Erzählabschnitt, der aus mehreren kleineren Geschichten besteht und etwas tiefer in die Historie des Arztes und Magiers eintaucht. Eine nette Dreingabe, die das Gesamtpaket abrundet und etwas von der generischen Hauptgeschichte ablenkt. Ich bin mir aber sicher, dass in dieser Reihe noch viel Cooles auf uns zukommen wird!
Zeichnungen:
Die Zeichnungen von Ivan Fiorelli in Doctor Strange 1 sind ehrlicherweise etwas unerwartet, und genau das hat mir richtig gut gefallen. Bei einer Göttergeschichte erwarte ich Werke, die mich an alte Sagen erinnern, während ich bei Doctor Strange eher ernste und stark schattierte Bilder vor Augen habe, wie wir sie bereits aus der vorherigen Reihe kennen. Irgendwie erinnert der gesamte Stil hier aber eher an einen Cartoon und ich muss ehrlich sagen: Ich liebe das so sehr.
Der Stil passt auch richtig gut zu dieser Neuausrichtung und gibt dem Comic den Vibe einer Kindererzählung. Das ist keineswegs lächerlich gemeint, sondern vielmehr als Kompliment, da die Art der Sage zwischen Gut und Böse dadurch hervorragend inszeniert wird. Ich hatte auf jeden Fall viel Tolles zu sehen und hoffe sehr, dass es in diesem Stil weitergeht.

Fazit zu Doctor Strange 1:
Als Fazit lässt sich sagen, dass Doctor Strange 1 einen interessanten neuen Weg für Stephen Strange einschlägt. Die Rolle als Oberster Zauberer von Asgard bietet viel frisches Potenzial und sorgt dafür, dass sich die Figur in einer ungewohnten Umgebung beweisen muss. Besonders die Zusammenarbeit mit Angela gefällt mir dabei sehr gut, da beide Charaktere kaum unterschiedlicher sein könnten und bereits im ersten Band eine spannende Dynamik entwickeln.
Inhaltlich bleibt der Auftakt allerdings etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Geschichte funktioniert zwar und macht Spaß, orientiert sich dabei aber stark an bekannten Fantasy- und Asen-Motiven. Wirklich große Überraschungen oder besonders kreative Ideen bleiben dadurch leider aus. Glücklicherweise lockern die zusätzlichen Geschichten aus Doctor Strange (2025) 450 das Gesamtpaket auf und geben gleichzeitig einen schönen Einblick in die Vergangenheit der Figur.
Dafür können die Zeichnungen umso mehr überzeugen. Ivan Fiorelli verleiht dem Band einen ungewöhnlichen, fast schon cartoonhaften Stil, der hervorragend zur neuen Ausrichtung passt und die Geschichte wie eine moderne Sage wirken lässt. Dadurch bekommt Doctor Strange 1 eine ganz eigene Atmosphäre, die mir persönlich ausgesprochen gut gefallen hat.
Unterm Strich ist Doctor Strange 1 damit ein solider und vor allem vielversprechender Neustart. Auch wenn die erste Geschichte noch etwas zu generisch ausfällt, gefällt mir die neue Richtung rund um Asgard, Angela und Stranges veränderte Rolle ausgesprochen gut. Der Band legt damit eine interessante Grundlage, und ich bin gespannt, welche Möglichkeiten die Reihe aus dieser ungewöhnlichen Ausgangssituation noch herausholen wird.
