Ob Hardware gerade teurer wird, beantworten die meisten mit einem Gefühl oder einer Schlagzeile. Wir messen es. Seit dem 27. August 2026 halten wir einmal am Tag den günstigsten Preis von derzeit gut 80 PC-Bauteilen bei Geizhals fest. Dieser Beitrag wertet die ersten 25 Messtage bis zum 22. September aus.
Vorweg das Ehrliche: Knapp vier Wochen sind eine kurze Reihe. Sie zeigt, was sich in diesen Wochen bewegt hat, und nichts über das Jahr. Gerade deshalb ist sie aber aufschlussreich, denn in der kurzen Zeit hat sich mehr getan, als man erwarten würde.
Wie gerechnet wird
Der Katalog wächst mit der Zeit. Würde man einfach alle an einem Tag gemessenen Preise mitteln, hätte jedes neu aufgenommene teure Produkt den Schnitt gehoben, ohne dass sich irgendein Preis bewegt hätte. Deshalb zählen hier nur die 70 Produkte, die am ersten und am letzten Tag einen Preis haben.
Für jedes Produkt wird die eigene prozentuale Veränderung berechnet, danach der Median je Warengruppe. Der Median ist robuster als der Durchschnitt: Ein einzelner Ausreißer zieht ihn nicht mit.
Das Ergebnis je Warengruppe

| Warengruppe | Produkte | Median | teurer | billiger |
| Grafikkarten | 12 | +7,9 % | 10 | 2 |
| Gehäuse | 6 | +6,8 % | 5 | 1 |
| SSD | 5 | +4,5 % | 4 | 0 |
| Arbeitsspeicher | 7 | +3,1 % | 6 | 0 |
| CPU-Kühler | 6 | −0,4 % | 2 | 3 |
| Prozessoren | 11 | −0,4 % | 4 | 6 |
| Mainboards | 5 | −0,8 % | 1 | 3 |
Über alle 70 Produkte liegt der Median bei +1,2 Prozent. Diese Zahl verdeckt aber, dass der Markt zweigeteilt ist: Prozessoren und Mainboards stehen still oder werden leicht günstiger, Grafikkarten, SSDs und Arbeitsspeicher werden teurer.
Grafikkarten: fast alles nach oben, besonders unten im Regal
Zehn von zwölf Grafikkarten sind im Messzeitraum teurer geworden. Am stärksten hat es ausgerechnet die Einstiegs- und Mittelklasse getroffen:
- RTX 5060 Ti 8 GB: von 399,00 € auf 475,24 € (+19,1 %)
- Radeon RX 9060 XT 16 GB: von 449,90 € auf 523,34 € (+16,3 %)
- RTX 5070 12 GB: von 690,64 € auf 791,81 € (+14,6 %)
- RTX 5050 8 GB: von 298,54 € auf 339,90 € (+13,9 %)
Auch die RTX 5090 ist von 4.835,99 € auf 5.599,00 € gestiegen (+15,8 %). Günstiger wurden nur die RTX 5070 Ti (−2,2 %, auf 1.101,48 €) und die Radeon RX 9070 (−0,3 %).
Der Anstieg kam nicht auf einen Schlag. Die Grafik zeigt ihn in Stufen: Anfang September, Mitte September und noch einmal in den letzten Tagen der Reihe.
SSDs: der größte Ausschlag innerhalb weniger Tage
Bei den SSDs ist weniger der Endstand auffällig als das Hin und Her. Die Samsung 990 Pro 2 TB kostete im Messzeitraum mal 269,90 € und mal 338,99 € — ein Unterschied von 69 Euro beim selben Produkt. Die WD Black SN850X 2 TB stieg von 298 € auf 339 € (+13,8 %).
Wer eine SSD kaufen will, sollte deshalb vor allem nicht am falschen Tag kaufen. Ein Blick auf den Preisverlauf ist hier mehr wert als jede Empfehlung.
Arbeitsspeicher: klein im Prozent, groß im Einkaufszettel
Beim Arbeitsspeicher sieht der Anstieg mit +3,1 Prozent harmlos aus. Sechs von sieben Kits wurden teurer, keines billiger. Am stärksten stieg das Kingston Fury Beast 32 GB DDR5-6000 CL30, von 509,00 € auf 586,24 € (+15,2 %).
Der eigentliche Befund steckt aber nicht in der Veränderung, sondern im Niveau: Ein 32-GB-Kit DDR5-6000 kostete am 22. September zwischen 495,52 € und 589,00 €. Wie stark das eine Zusammenstellung verschiebt, zeigt ein durchschnittlicher Mittelklasse-PC.

| Bauteil | Preis am 22.09.2026 |
| Grafikkarte RTX 5060 Ti 16 GB | 694,99 € |
| Arbeitsspeicher Kingston Fury Beast 32 GB DDR5-6000 CL36 | 495,52 € |
| SSD WD Black SN850X 1 TB | 194,99 € |
| Prozessor AMD Ryzen 5 7600 | 154,50 € |
| Mainboard ASUS TUF Gaming B650-Plus WiFi | 141,90 € |
| Netzteil Corsair RM750e | 99,98 € |
| Gehäuse NZXT H5 Flow | 69,89 € |
| CPU-Kühler Arctic Freezer 36 | 22,32 € |
| Summe | 1.874,09 € |
Der Arbeitsspeicher macht mehr als ein Viertel des Gesamtpreises aus (26 Prozent). Er kostet mehr als Prozessor und Mainboard zusammen — die beiden kommen auf 296,40 €.
Dieselbe Zusammenstellung ohne Netzteil — das haben wir erst seit dem 30. August in der Reihe — kostete am 27. August 1.711,39 € und am 22. September 1.774,11 €. Das sind 62,72 € mehr in knapp vier Wochen (+3,7 %). Davon gehen 43,27 € auf die Grafikkarte und 20,02 € auf den Arbeitsspeicher. Prozessor und Mainboard haben sich um keinen Cent bewegt.
Was das für den Kauf bedeutet
- Prozessor und Mainboard kann man derzeit ohne Eile kaufen. Die Preise stehen, einige Intel-Modelle sind sogar gefallen, etwa der Core i5-14600KF um 7,2 Prozent auf 214,19 €.
- Bei der Grafikkarte lohnt es sich nicht, auf ein Sinken zu warten, solange die Richtung so eindeutig ist. Wer ohnehin kaufen will, verliert mit Warten eher Geld.
- Bei SSDs zählt der Tag. Die Schwankungen sind größer als die Veränderung über den ganzen Zeitraum. Ein Preisverlauf zeigt, ob der aktuelle Preis gerade oben oder unten liegt.
- Beim Arbeitsspeicher hilft es, ehrlich zu prüfen, ob 32 GB nötig sind und ob CL30 statt CL36 den Aufpreis wert ist. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten 32-GB-Kit lagen am Stichtag rund 93 Euro.
Was diese Zahlen nicht sagen
Die Reihe umfasst die Produkte unseres Katalogs, also eine Auswahl gängiger Gaming-Hardware und keinen Querschnitt des gesamten Handels. Sie misst den jeweils günstigsten Geizhals-Preis eines Tages, nicht den Durchschnitt aller Händler. Und sie ist knapp vier Wochen alt. Eine Prognose steckt darin nicht, nur eine Beobachtung — die wir aber jeden Tag fortschreiben.
Wer den laufenden Stand sehen will: Der Hardware-Preisindex auf elitegear.io wird mit jeder Messung neu berechnet und zeigt alle Rubriken mit derselben Methode.
Über den Autor: Stefan Haun betreibt elitegear.io, eine Kaufberatung für PC-Hardware mit täglich gemessenen Preisen und einem Konfigurator, der Kompatibilität live prüft.
