Lemonade Mouth ist die aufregende Geschichte einer Band – Disney Channel Legacy

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Disney Channel Original Movies erstrecken sich über eine Vielzahl an Filmen mit den unterschiedlichsten Themen und Charakteren. Während manche Filme mehr Aufmerksamkeit bekommen und auch über Fortsetzungen erweitert werden, haben es manche DCOMs verdammt schwer. Unter die zweite Kategorie fällt auch Lemonade Mouth. Zwar ist die Musik des Filmes oftmals in Top-Listen zu finden, Lemonade Mouth bekommt aber leider nicht die Aufmerksamkeit, die es verdient hätte. Heute möchte ich das ändern. Warum Lemonade Mouth ein Muss unter den Disney Channel Original Movies ist, klären ich in unserem dafür vorgesehen Format: Disney Channel Legacy.

Willkommen zu Disney Channel Legacy, einem Format, indem ich versuche alle Disney Channel Originals zu schauen und euch meine Erfahrung hier zu präsentieren!

Die Geschichte einer Band

Fünf Außenseiter landen gemeinsam beim Nachsitzen und versuchen irgendwie die Zeit vergehen zu lassen. Plötzlich beginnen alle sich ein Musikinstrument zu suchen und spielen gemeinsam ein Lied, dass ihre derzeitige Situation reflektiert. Zwar verschwindet jeder nach dem prägenden Erlebnis wieder in der eigenen Welt, trotzdem müssen alle fünf immer wieder aneinander denken. Als sie sich dann doch entscheiden, sich miteinander zu verabreden, entscheiden sie sich für einen mutigen Schritt: die Gründung einer Band.

Lemonade Mouth erzählt uns genau diese Geschichte, die Geschichte einer Band. Nicht nur das, der Film geht noch einen Schritt weiter und erzählt uns nicht nur die Hintergründe bevor die Truppe zusammen kam, sondern auch die ersten Herausforderungen, die sich das Team stellen muss. Schließlich ist es ein weiter Weg zum Ruhm. Wir bekommen direkt zum Beginn des Films einen ersten Blick auf das Ende des Films. Ein Problem? Keinesfalls! Allein der Titel verrät schon, wohin die Reise gehen wird. In Lemonade Mouth ist der Weg das Ziel. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie die Gruppe miteinander wächst und sich gegenseitig auf ihren schwierigen Wegen helfen.

Weiterhin treffen nicht nur die Bandmitglieder von Lemonade Mouth mutige Entscheidungen, auch der Film selbst traut sich einige interessante Figuren zu etablieren. Da haben wir zum Beispiel Wen, der unzufrieden mit seiner neuen Stiefmutter ist oder Stella, die sich als nicht zu gut für ihre Familie wahrnimmt und so als Rebellin ihrem Frust Ausdruck verleiht. Natürlich könnte ich euch jetzt alle Hintergründe erzählen, aber damit würde ich euch nur den Spaß verderben. Außerdem solltet ihr Olivias Hintergrundgeschichte besser selbst erfahren, da hier eher dunkle Ereignisse innerhalb ihrer Familie ans Licht kommen.

Ganz im Gegensatz zu den Hauptfiguren stehen alle Nebenfiguren. Diese werden uns recht eindimensional präsentiert und können uns einfach nicht mit ihren Charakterzügen begeistert. Der Direktor der Schule zum Spiel ist böse, weil er nur am Geld interessiert ist. Warum ist er am Geld interessiert? Weil man für Geld viel Schulequipment kaufen kann. Das war es – der Direktor ist nicht mehr, als ein klassischer Disney Bösewicht. Er ist nur auf dem Bildschirm, damit sich überhaupt erst eine Geschichte entfalten kann. Hier hab ich in den DCOMs schon besseres gesehen.

Musik, die bewegt

Auch wenn Lemonade Mouth auf Disney Plus das Genre Musical angetackert bekommen hat, ist es kein Musical. Der Film erzählt lediglich eine Geschichte über Musik, wobei Musikeinlagen sinnvoll in die Geschichte eingewoben sind. Szenen dieser Art geschehen nicht spontan, sondern sind immer als gemeinsamer Auftritt der Band oder Probe dargestellt. Die Musik insgesamt ist unglaublich Ausdrucksstark und gleicht damit die nicht vorhandenen Choreographien aus. Es gibt zwar einige Tänze und Bühnenperfomance, dieser können sich aber nicht mit anderen Disney Channel Filmen messen. Trotzdem ist jedes einzelne Lied fantastisch anzuhören und gehört ganz klar zu den besten Stücken aller Filme. Hört einfach mal den Song Determinate und schreibt uns danach in die Kommentare, wie euch der Song gefallen hat.

Während Teen Beach Movie tiefergehende Themen nur angerissen hat und Teen Beach 2 sich zumindest an einige dieser Themen herangetraut hat, ist Lemonade Mouth diesen beiden Filmen dahingehend um einiges voraus. Ausdrucksfreiheit, Gleichberechtigung und freie Entfaltung sind alles Gegenstand der Handlung und werden vom Film regelmäßig in den Mittelpunkt gesetzt. Zwar sind diese Thematiken heutzutage in aller Munde, 2011 war es aber schon fast mutig diese Themen in einem Film für „Kinder“ in diesem Ausmaß zu behandeln. Allein deswegen ist Lemonade Mouth einer der besseren DCOMs.

Innere Emotionen und ein übliches Problem

Alle Lieder des Filmes spiegeln die Emotionen der Figuren wider. Diesen Satz hab ich nicht hier hinzugefügt, um tiefgründiger zu wirken, auch weil einem die Figuren damit näher kommen. Hört man sich nur die Musik an, ohne den Film zu schauen, kann man die Emotionen in den Liedern nachvollziehen und auf sich selbst übertragen. Das ist etwas, dass nur wenige Filme über Musik dermaßen gut hinbekommen. Zudem wissen wir, wie anfangs bereits erwähnt, wie der Film ausgehen wird und trotzdem nimmt eben dieses Ende ungeahnte Wendungen, die man so nicht vorhersehen kann. Ich werde euch diese Wendungen natürlich nicht spoilern. Schaut aber gerne mal in den Film rein und erzählt mir, ob euch diese Wendungen auch so zu Herzen gingen.

Ein Problem kann ich dem Film dann doch nicht absprechen: er steckt wie jeder Disney Channel Film voller Klischees. Egal ob die indischen strengen Eltern oder extreme Vegetarier, die versuchen ihre Meinungen anderen aufzudrücken. Klischees in Disney Filmen sind schon fast an der Tagesordnung und das sollte so nicht sein. Da der Film trotzdem wichtige Themen in Angriff nimmt, kann ich Lemonade Mouth diese Klischees zwar noch verzeihen, ich könnte aber auch darauf verzichten und ich würde mich freuen, wenn sie eben diese Klischees etwas auf den Kopf gestellt haben. Letztendlich kann man aber nicht alles haben.

Für wenn ist Lemonade Mouth nun aber ein empfehlenswerter Film? Da der Film nicht direkt ein Musical ist und auch sonst Themen in den Mittelpunkt stellt, mit denen sich jeder identifizieren kann, würde ich behaupten der Film ist für alle jungen, wie auch alle älteren Menschen ein Blick wert. Nur wer von Teenager Filmen abgeneigt ist, sollte vielleicht seine Finger vom Film lassen und sich lieber etwas anderes suchen. Aber sind wir doch mal ehrlich – wenn du kein Fan von Teenager Filmen bist, warum hast du dann auf einen Artikel mit der Überschrift Disney Channel geklickt?

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