GC26 – Path of Exile 2: Der große 1.0-Release steht fest – Duelist startet am 11.12.2026

Unsere Meinung zur neuen Klasse, das 0.5.5 Update und unser Interview mit Game Director Jonathan Rogers jetzt hier:

von Thomas
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Path of Exile 2: Der Duelist dreht auf – und Update 0.5.5 bringt Wraeclast zurück in den Wildwood

Path of Exile 2 befindet sich auf der Zielgeraden. Mit dem angekündigten 1.0-Release am 11. Dezember 2026 will Grinding Gear Games sein Action-RPG endgültig aus dem Early Access führen und gleichzeitig die bislang größte Version des Spiels veröffentlichen. Neben den letzten Akten der Kampagne wartet mit dem Duelist eine komplett neue Klasse auf die Exiles.

Doch bevor wir uns im Dezember in die finale Version stürzen dürfen, steht am 4. September mit Update 0.5.5 und der Event-Liga Forbidden Rites noch ein umfangreiches Update an. Wir konnten den neuen Duelist bereits auf der gamescom 2026 ausprobieren und haben außerdem mit Game Director Jonathan Rogers über die Klasse, Cyclone und die Zukunft von Path of Exile 2 gesprochen.

Der Duelist kommt erst mit Version 1.0

Eine wichtige Information direkt vorweg: Der Duelist wird nicht Bestandteil von Update 0.5.5 sein. Grinding Gear Games hebt sich die neue Klasse bewusst für den großen 1.0-Release auf.

Jonathan Rogers erklärte uns im Gespräch: dass das Team rund um den Release einige größere Überraschungen bereithalten möchte. Der Duelist soll dabei nicht einfach nur eine weitere Nahkampfklasse werden. Mit den Kurzschwertern und dem neuen Langschwert-System bringt er neue Möglichkeiten ins Spiel und soll einen eigenen Spielstil innerhalb von Path of Exile 2 etablieren.

Bild POE2 Game Director Jonathan Rodgers und Thomas (Games-Mag)

Bild POE2 Game Director Jonathan Rodgers und Thomas (Games-Mag)

Gerade für neue Spieler könnte die Klasse dabei durchaus interessant werden. Laut Rogers ist der Einstieg ähnlich zugänglich wie bei den anderen Klassen, gleichzeitig gibt es aber eine Menge Raum, um die Mechaniken wirklich zu meistern. Der Duelist kann verschiedene Schadensarten miteinander verbinden und dadurch besonders starke Multi-Damage-Angriffe erzeugen.

Und genau dieses Zusammenspiel unterschiedlicher Mechaniken dürfte eine der großen Stärken der Klasse werden.

Wir haben den Duelist bereits gespielt

Auf der gamescom hatten wir die Möglichkeit, zwei unterschiedliche Versionen des Duelist selbst auszuprobieren. Die spielbare Version befand sich ungefähr auf dem Stand von Akt 5 und unsere Charaktere bewegten sich im Bereich von Level 50 bis 60.

Wichtig: Die Ascendancies waren in unserer Demo noch nicht verfügbar. Zum Release soll der Duelist allerdings mit zwei Ascendancy-Klassen starten.

Mein erster Eindruck fiel dabei überraschend gemischt aus. Die vorgefertigten Builds waren stark auf physischen Schaden ausgelegt und fühlten sich dadurch zunächst nicht so mächtig an, wie ich es von einer neuen Klasse erwartet hatte.

Das änderte sich allerdings ziemlich schnell, sobald ich begonnen habe, die Builds selbst anzupassen.

Denn genau hier scheint die eigentliche Stärke des Duelist zu liegen.

Sand, Blut und Elementarschaden

Einer der beiden verfügbaren Builds setzte auf die Schwertspitzen- und Sandmechanik. Dabei konnten wir Sand-Effekte erzeugen, die sich kreisförmig durch die Gegner bewegten. Nachdem ich den Build etwas umgebaut hatte, entwickelte sich daraus eine überraschend effektive Kombination aus hohem Schaden und starkem Clearspeed.

Der Duelist fühlt sich dadurch weniger wie eine klassische reine Nahkampfklasse an, sondern vielmehr wie ein Charakter, der verschiedene Mechaniken miteinander verbindet und dadurch immer stärker wird.

Auch die Blutmechanik spielt dabei eine Rolle. Allerdings fühlte sich deren Einbindung in der Demo noch nicht ganz rund an. Teilweise funktionierte das Zusammenspiel eher zufällig und nicht so zuverlässig, wie ich es mir gewünscht hätte.

Gleichzeitig war aber sehr schnell zu erkennen, welches Potenzial dahintersteckt.

Denn je mehr Elemente und Mechaniken miteinander kombiniert wurden, desto stärker wurde der Charakter. Gerade diese Skalierung könnte im späteren Endgame interessant werden.

„Spin to Win“ ist zurück

Dann kam mein persönliches Highlight.

Als bekennender „Wirbelwind-Fan“ musste ich natürlich ausprobieren, was sich mit Cyclone anstellen lässt. Und was soll ich sagen: Path of Exile 2 hat meine alte Liebe zum Spin-to-Win-Build wieder entfacht.

Ich habe den zweiten Build kurzerhand auf eine Lightning-Variante von Cyclone umgebaut – und plötzlich machte der Duelist genau das, was ich mir von ihm erhofft hatte: Er drehte sich durch die Gegnerhorden und hinterließ dabei eine ziemlich beeindruckende Schneise der Verwüstung.

Auch Jonathan Rogers bestätigte uns, dass Cyclone bewusst als Weiterentwicklung des beliebten Cyclone aus Path of Exile 1 gedacht ist.

Dabei soll der Skill deutlich flexibler ausfallen. Neben einer klassischen physischen Variante sind auch Kombinationen mit anderen Schadensarten möglich. Rogers nannte uns unter anderem Blood- und Lightning-Varianten – und sogar eine Kombination aus Blut und Blitz.

Für Fans des alten Cyclone-Spielstils dürfte das eine ziemlich interessante Nachricht sein.

Noch besser: Cyclone wird laut Rogers bereits als Tier-7-Skillgem verfügbar sein. Wer also gehofft hat, erst im absoluten Endgame wieder durch Wraeclast wirbeln zu dürfen, kann aufatmen.

Bild Pressekit-GGG - Cyclone

Bild Pressekit-GGG – Cyclone

Schon ohne Ascendancy erstaunlich stark

Was mich bei der Demo allerdings am meisten überrascht hat, war die Stärke des Duelist ohne Ascendancy.

Nachdem ich meinen Lightning-Cyclone entsprechend angepasst hatte, konnten wir nicht nur problemlos durch größere Gegnergruppen wirbeln, sondern auch mehrere Bosse vergleichsweise einfach besiegen.

Natürlich sollte man die Demo nicht eins zu eins mit der späteren Live-Version vergleichen. Skill-Gems, Ausrüstung, Balance und Gegner können sich bis zum Release noch verändern.

Trotzdem hinterlässt der Duelist bereits jetzt einen interessanten Eindruck.

Wenn die Klasse in dieser Form oder mit nur wenigen Balance-Anpassungen in den Early- und Midgame-Bereich startet, könnte sich gerade Cyclone relativ früh extrem stark anfühlen. Bereits ohne Ascendancy war es möglich, sich mit dem richtigen Setup regelrecht durch die Gegner zu fräsen.

Und genau hier dürfte Grinding Gear Games noch einiges an Feintuning vornehmen müssen.

Vom Eis-Schwert bis zum Blitz-Build

Dass der Duelist nicht auf Cyclone reduziert werden soll, machte Jonathan Rogers im Gespräch ebenfalls deutlich.

Neben den verschiedenen Elementar- und Blutmechaniken erwarten uns spezielle Unique-Gegenstände, die den Spielstil des Duelist deutlich verändern können.

So gibt es beispielsweise ein Unique, das Angriffe des Duelist in eine Eis-Schwert-Variante verwandelt, die an Graf Geonors Waffe aus Akt 1 erinnert. Genau diese Waffe konnten wir bereits im Trailer zur neuen Klasse sehen.

Rogers deutete außerdem weitere Endgame-Builds an:

Besonders interessant klingt dabei eine Variante, bei der unterschiedliche Schwerter in den Boden gerammt und anschließend mit Blitz sowie verschiedenen Schadensarten aufgeladen werden.

Konkreter wollte der Game Director allerdings noch nicht werden. Einige der größeren Überraschungen sollen offenbar erst rund um die 1.0-Veröffentlichung beziehungsweise auf der kommenden ExileCon enthüllt werden.

Die Interludes verschwinden – ihre Bosse bleiben

Mit dem 1.0-Release bekommt Path of Exile 2 außerdem endlich seine vollständige Kampagne.

Die letzten beiden Akte werden Bestandteil der Veröffentlichung und ersetzen dabei die bisherigen Interludes, die während des Early Access als Übergangslösung dienten.

Doch Spieler müssen sich offenbar keine Sorgen machen, bestimmte Inhalte komplett zu verlieren.

Auf unsere Frage, ob die Bosse und Mechaniken der Interludes ebenfalls verschwinden, gab Rogers Entwarnung:

Die Interludes selbst werden mit 1.0 entfernt, ihre Bosse und Mechaniken sollen jedoch weiterverwendet und in das Spiel integriert werden.

Damit dürfte Grinding Gear Games einen guten Mittelweg gefunden haben. Die Kampagne kann mit der finalen Version deutlich stringenter aufgebaut werden, während beliebte Inhalte aus dem Early Access nicht einfach verschwinden. Ein Leveln außerhalb des Spielen der Kampange ist aktuell noch nicht verfügbar.

Rogers bezeichnete die vollständige 1.0-Kampagne sogar als die bisher beste Version von Path of Exile 2 und deutete gleichzeitig weitere Überraschungen für die ExileCon an.

Update 0.5.5: Forbidden Rites bringt den Wildwood zurück

Während der Duelist also noch bis Dezember auf sich warten lässt, steht mit Update 0.5.5 bereits am 4. September das nächste große Zwischenupdate an.

Im Mittelpunkt steht die neue Event-Liga Forbidden Rites, in der der Einfluss des King of the Mists erneut über Wraeclast wächst.

Rituals werden dabei über die gesamte Kampagne verteilt. Spieler müssen Ritualstätten verteidigen, Gegner besiegen und anschließend die Effigies aktivieren, wodurch bereits besiegte Feinde erneut erscheinen.

Besonders interessant: Besiegte Gegner erzeugen Tribute, den die einzelnen Gruppenmitglieder künftig individuell für Belohnungen ausgeben können. Dadurch soll verhindert werden, dass sich Spieler innerhalb einer Gruppe um dieselben Belohnungen streiten.

Auch der Wildwood kehrt zurück.

Über Rituals können Spieler eine Sacred Bloom erhalten und damit einen Zugang zum Wildwood in Endgame-Maps öffnen. Dort gilt es, innerhalb eines begrenzten Zeitfensters verschiedene Wisps zu sammeln.

Die drei grundlegenden Varianten erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben:

  • Primal Wisps machen normale Gegner zu Magic Monsters.
  • Vivid Wisps verleihen Rare Monsters zusätzliche Modifikatoren.
  • Wild Wisps erhöhen die Gegenstandsrarität der Beute.

Das Prinzip ist typisch Path of Exile: Je gefährlicher die Gegner werden, desto größer fällt auch die Belohnung aus. Wer besonders viel Glück hat, kann außerdem auf einen vierten Wisp-Typ stoßen.

Trial of Chaos wird grundlegend überarbeitet

Eine der umfangreichsten Änderungen betrifft den Trial of Chaos.

Grinding Gear Games reagiert damit direkt auf Feedback aus dem Early Access. Spieler können ihre Runs künftig zwischen einzelnen Räumen pausieren und später fortsetzen.

Gleichzeitig wurden die Ziele der einzelnen Räume vereinfacht. Statt spezieller Aufgaben wie dem Eskortieren von Statuen oder dem Einsetzen bestimmter Soul Cores steht künftig deutlich häufiger das Töten von Gegnern im Mittelpunkt.

Für erfahrene Spieler wird es gleichzeitig riskanter – aber auch lukrativer.

Neue Wager Modifiers ermöglichen es, die Schwierigkeit eines Trials bewusst zu erhöhen und im Gegenzug bessere Belohnungen zu erhalten.

Im Endgame können Trials außerdem auf bis zu 30 Räume anwachsen. Schwierigkeit und Belohnungen steigen dabei kontinuierlich an. Wer weit genug kommt, kann sogar alle drei Trialmaster-Fragmente innerhalb eines einzigen Runs erhalten und dadurch zuverlässiger gegen den Trialmaster antreten.

Mehr Endgame, schnellerer Atlas-Fortschritt

Auch abseits des Trial of Chaos wird das Endgame erweitert.

Mit den neuen Abyssal Ravines entstehen spezielle Gebiete innerhalb des Atlas, in denen Spieler die Abyssal Legion zurückdrängen. Je weiter man innerhalb einer solchen Ravine voranschreitet, desto besser fallen die Belohnungen aus.

Am Ende wartet garantiert ein Abyssal-Boss.

Auch die Atlas-Progression wird beschleunigt. Nach Abschluss der Hauptquest können Spieler erneut nach einem Schlüssel für den Arbiter of Divinity suchen und sich einer deutlich schwierigeren Version des Bosses stellen. Wer diese Herausforderung meistert, kann anschließend verbleibende Bereiche der Fortress automatisch abschließen und schneller tiefer ins Endgame vordringen.

Zusätzlich wandert der Content rund um Runes of Aldur ins Core Game. Expeditionen bleiben damit auch in den Standard-Ligen erhalten und können ab Akt 4 auftreten.

Acht neue Herausforderungen und neue Belohnungen

Forbidden Rites bringt außerdem acht neue League Challenges mit sich. Dazu gehören unter anderem Aufgaben rund um Kampagnen-Rituale, bestimmte Rare Monsters und das Erreichen von Level 90.

Wer mehrere Herausforderungen abschließt, kann sich insgesamt vier exklusive kosmetische Belohnungen sowie eine besondere Hideout-Statue sichern.

Mit dabei sind unter anderem der Locust Footprints Effect, der Locust Swarm Finisher Effect, das Wildwood Guardian Pet und der Wildwood Affliction Level-up Effect.

Bild Pressekit-GGG - 0.5.5

Bild Pressekit-GGG – 0.5.5

Ein Vorgeschmack auf Path of Exile 2.0?

Mit Update 0.5.5 und dem Duelist zeigt sich bereits ziemlich deutlich, wohin die Reise von Path of Exile 2 geht.

Forbidden Rites erweitert und überarbeitet große Teile des Endgames, während der Duelist einen neuen Ansatz für Nahkampf-Builds liefert. Besonders spannend ist dabei die Möglichkeit, unterschiedliche Schadensarten miteinander zu kombinieren und dadurch komplett neue Spielweisen zu erschaffen.

Mein persönlicher Eindruck nach der gamescom fällt deshalb durchaus positiv aus.

Der Duelist benötigt meiner Meinung nach noch etwas Feintuning bei einigen seiner Mechaniken – insbesondere das Zusammenspiel von Sand und Blut fühlte sich in der Demo teilweise noch etwas zufällig an. Gleichzeitig zeigte sich aber bereits sehr deutlich, wie viel Potenzial in der Klasse steckt.

Vor allem Cyclone könnte sich zu einem echten Publikumsliebling entwickeln. Wenn „Spin to Win“ bereits ohne Ascendancy so viel Schaden und Clearspeed erzeugt, dürfte es interessant werden, wie sich der Build mit vollständigem Endgame-Setup entwickelt.

Und genau darauf müssen wir noch ein wenig warten.

Denn der Duelist erscheint erst mit der großen 1.0-Version von Path of Exile 2 am 11. Dezember 2026. Dann soll nicht nur die neue Klasse ins Spiel kommen, sondern auch die vollständige Kampagne mit allen Akten sowie zahlreiche weitere Inhalte und Änderungen.

Bis dahin liefert Update 0.5.5 mit Forbidden Rites noch einmal ordentlich Futter für alle Exiles.

Wraeclast wird dunkler. Der Duelist zieht seine Klingen – und für Wirbelwind-Fans heißt es endlich wieder: Spin to Win.

 

Hinweiß zur Berichtserstattung:

Das verwendete Bild- und Pressematerial stammt aus dem offiziellen Presskit von Grinding Gear Games. Sämtliche Rechte an Screenshots, Logos, Artworks und Marken verbleiben bei Grinding Gear Games.

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