Wonder Boy: Asha in Monster World bei uns im Test

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Es ist kein Geheimnis, dass immer mehr Klassiker über Remakes ihren Weg auf neue Generationen finden. Nachdem Remake von Wonder Boy: The Dragon’s Trap und einem komplett neuen Teil namens Monster Boy and the Cursed Kingdom bekommt nun auch Monster World IV sein wohl verdientes Remake. Wonder Boy: Asha in Monster World setzt hierbei auf alt Bekanntest statt neuen Mechaniken. Außerdem stammt dieses Remake anders als noch Wonder Boy: The Dragon’s Trap von originalen Entwickler selbst. Ob das Remake gelungen ist, klärt unser Test.

Fakten

Name: Wonder Boy: Asha in Monster World

Platformen: PlayStation 4, Nintendo Switch, Windows

Genre: Jump ’n‘ Run, Action-Adventure

Release: 28.05.2021

Entwickler: Artdink

Publisher: ININ Games

Alte Geschichte, neues Gewand

Wonder Boy: Asha in Monster World handelt von einer jungen angehenden Kriegerin namens Asha, die einfach nur das Ziel hat, die eigene Heimat zu beschützen. Wir starten das Spiel mit ihrem letzten Test, um zu beweisen, dass sie würdig ist eine Kriegerin zu werden. Dies dient nicht nur als Tutorial, sondern auch als Einführung in die Welt. Nachdem wir die Prüfung absolviert haben und von der Königin des Landes zur Kriegerin ernannt werden, erfahren wir von einer großen Bedrohung, die das Land heimsucht. Schnell werden wir damit beauftragt die einzelnen Gebiete zu befreien und dem Böse Einhalt zu gebieten.

Wer das Original gespielt hat, sollte hier keine Wunder erwarten. Es ist dieselbe Geschichte, mit denselben Charakteren und demselben Ablauf. Da die Geschichte aber schon damals nicht gerade das Hauptaugenmerk war, können wir behaupten, dass auch dieses Mal die Geschichte nur der Rahmen ist, um die verschiedenen Gebiete zu besuchen. Leider ist dies vor allem 2021 schade, da man bestimmt in Sachen Story neues ausprobieren könnte. Trotzdem möchten wir dem Spiel aufgrund dieses Punktes nicht zu viel kritisieren, schließlich hält es sich nur an die Vorlage.

Es geht auch anders…

Die Grafik von Wonder Boy: Asha in Monster World ist nicht schlecht und setzt einen neuen Maßstab in Bezug zum Original. Anders als es bei Wonder Boy: The Dragon’s Trap der Fall war, setzt das neue Remake auf 2.5D Umgebungen und auf 3D-modellierte Charaktere. Wem diese Art von Design zusagt, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen. Uns hat die Grafik leider nicht zugesagt und wir hätten uns eher den 2D Stil aus dem Remake von Wonder Boy: The Dragon’s Trap gewünscht.

Durch den neuen Stil wirken viele Animationen etwas steif und auch der Übergang ist oft nicht so flüssig wie man es sich wünschen würde. Zwar merkt man den Animationen die Liebe zu Original an, trotzdem hat man als Spieler:inn das Gefühl ein lebloses Objekt zu steuern, wenn die Gesichter der Charaktere in Richtung des Spielers gerichtet sind. Auch die Umgebung wirkt oft leer und trostlos, was in gewisser Hinsicht zu einem Arcade Gefühl sorgt, im Großen und Ganzen aber die Atmosphäre komplett zunichtemacht.

Monster, die man gerne tötet

Anders sieht es im Bereich des Gameplays aus. Das Spiel steuert sich flüssig und auch das Sterben fühlt sich keinesfalls unfair an. Vor allem in einem Spiel, dass so sehr auf sein Gameplay setzt ist eine solch präzise Steuerung von großer Bedeutung. Die Mischung aus Sprüngen, Schlägen und Spezialattacken durch den eigenen Pepelogoo lassen das Spielgefühl in die Höhe schlagen und sorgen für ein Gameplay, dass man gerne mehrere Stunden hintereinander in angriff nehmen möchte. Besonders der Schlag nach oben und nach unten sind wertvolle neue Moves die das Repertoire um ein vielfaches erweitern und das Spielgefühl deutlich in die Höhe schrauben.

Der einzige Kritikpunkt dem wir dem Gameplay zuschreiben ist die Speicherfunktion. Insgesamt ist besonders im Schwierigkeitsgrad „Normal“ die Reise durch Monster Land extrem knackig und schwierig gestaltet, weshalb es nicht gerade von Vorteil ist, dass dem Spiel eine automatische Speicherfunktion fehlt. Es war frustrierend als wir beim zweiten Boss gestorben sind, vergessen haben zu speichern und komplett von vorne starten mussten. Im Jahr 2021 ist das Fehlen von automatischem Speichern fast schon ein Verbrechen. Erinnert man sich aber dran Speichern zu müssen und regelmäßig Heilitems einzusammeln erlebt man in Wonder Boy: Asha in Monster World ein Abenteuer, dass man nicht so schnell vergisst.

Inhaltliche Flaute

Wie vorher schon erwähnt, orientiert sich Wonder Boy: Asha in Monster World stark an seinem Original und lässt sich selbst wenig Spielraum für Neues. Natürlich ist es nicht schlimm, dass das Spiel seinem Vorgänger treu bleibt, trotzdem haben viele Remakes in den letzten Jahren gezeigt, dass man auf das Original aufbauen kann und so das Spieleerlebnis noch besser machen kann. Vor allem als Teil der Wonder Boy Reihe hätte das Spiel bestimmt neue Inhalte und Gebiete in das Gesamtpaket integrieren können. Zumindest die Auswahl einer englischen Sprachausgabe, neben der japanischen, hätte dem Spiel bestimmt gutgetan. Auf technischer Seite liefert das Spiel ein positives Bild ab, da zumindest bei unserer Testversion keine Probleme oder Fehler zutage kamen. Auch Soundtechnisch lässt das Spiel seine Muskeln spielen und liefert einen Soundtrack ab, der Reise angenehmer gestaltet und mit vielen Musikstücken angelehnt an das Original überzeugt.

Was wir hier aber hervorheben möchten, ist das der Boxversion ein Code zu Monster World IV beiliegt, was zumindest den Umfang dieser Version etwas größer ausfallen lässt. Wobei auch hier der Kritikpunkt genannt werden muss, dass Käufer der digitalen Version leer ausgehen und dass es bestimmt möglich gewesen wäre, dass Spiel mit in das Remake aufzunehmen.

 

66%
Ungenutztes Potential

Wonder Boy: Asha in Monster World macht alles richtig, was auch schon im Original gut war, lässt aber leider viel ungenutztes Potential liegen. So bietet das Spiel einen mäßigen Umfang, mit einer mittelmäßigen Grafik, die jedoch von einem gelungen Gameplay und spaßigen Ausflügen gerettet werden. Für Fans des Originals definitiv ein gelungenes Remake. Personen, die mit der Reihe nichts anfangen können oder Monster World IV schon nicht mochten, sollten die Finger von diesem Spiel lieber weglassen.

  • Grafik
  • Sound
  • Story / Atmosphäre
  • Steuerung / Technik
  • Umfang
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