Mit Call of Duty: Modern Warfare 4 geht die beliebte Shooter-Reihe in die nächste Runde. Nach rund 15 Stunden Spielzeit haben wir uns die Kampagne und den Multiplayer genauer angesehen. Dabei zeigt sich ein gemischtes, insgesamt aber positives Bild: Während die Kampagne überzeugt und sich die Waffen hervorragend spielen, gibt es im Mehrspieler-Modus einige Designentscheidungen, die uns etwas weniger gefallen.
Neben der Kampagne und dem Multiplayer haben wir auch erste Einblicke in DMZ erhalten. Da wir uns hauptsächlich auf die beiden erstgenannten Spielmodi konzentriert haben, beziehen sich unsere Eindrücke und die abschließende Wertung auf diese Bereiche.

Call of Duty: Modern Warfare 4 – Bild Activision Press Center
Call of Duty: Modern Warfare 4 – Wie gut ist die Kampagne?
Die Kampagne gehört zu den Stärken von Modern Warfare 4. Sie hinterlässt nach unserer bisherigen Spielzeit einen positiven Eindruck und zeigt, dass Call of Duty auch abseits des kompetitiven Mehrspielers für unterhaltsame Shooter-Action stehen kann.
Wer die Reihe nicht ausschließlich wegen ihrer Online-Matches spielt, findet hier einen guten Grund, sich mit dem neuen Teil zu beschäftigen. Die Kampagne ist für uns der überzeugendste Bestandteil des Gesamtpakets und trägt wesentlich zum positiven Gesamteindruck bei.
Natürlich hängt die persönliche Bewertung auch davon ab, welche Erwartungen man an Tempo, Inszenierung und Spielablauf mitbringt. In unserem Test kann die Einzelspieler-Erfahrung jedoch überzeugen und bildet einen gelungenen Gegenpol zu den Kritikpunkten, die uns im Multiplayer aufgefallen sind.
Multiplayer im Test: Gutes Gunplay und Verbesserungspotenzial
Der Multiplayer ist für viele Spieler das Herzstück von Call of Duty. Auch Modern Warfare 4 macht beim grundlegenden Spielgefühl einiges richtig. Die Waffen fühlen sich gut an, die Gefechte sind direkt und das Gunplay vermittelt einen überzeugenden Eindruck. Die Maps gefallen uns ziemlich gut und erinnern an die alten Mapdesigns auf früheren Spielen ohne diese komplett zu kopieren.
Trotzdem gibt es einige Punkte, die uns den Spielspaß zeitweise kosten. Vor allem die sehr niedrige Time-to-Kill, das ausgeprägte Movement und das Skill-Based Matchmaking sorgen dafür, dass wir den Mehrspieler nicht uneingeschränkt empfehlen können.

Call of Duty: Modern Warfare 4 – Bild Activision Press Center
Time-to-Kill: Wenn Gefechte zu schnell enden
Unser größter Kritikpunkt ist die Time-to-Kill, kurz TTK. Gegner fallen teilweise so schnell, dass kaum Zeit bleibt, auf einen Angriff zu reagieren. Das erinnert uns stellenweise an das Spielgefühl älterer Hardcore-Modi, obwohl wir uns in klassischen Multiplayer-Gefechten befinden.
Das Problem ist nicht, dass Waffen grundsätzlich zu viel Schaden verursachen müssen. Vielmehr fehlt häufig das Zeitfenster, in dem gutes Movement, eine schnelle Reaktion oder eine clevere Entscheidung einen Kampf noch drehen können.
Wer zuerst schießt, hat dadurch einen enormen Vorteil. Das sorgt zwar für einen schnellen und kompromisslosen Shooter, nimmt den Gefechten aus unserer Sicht aber auch einen Teil ihrer taktischen Tiefe.
Wir hätten uns deshalb eine etwas höhere TTK gewünscht. Dadurch hätten Spieler mehr Möglichkeiten, auf gegnerische Angriffe zu reagieren und Fehler auszugleichen.
Movement: Schnell, aber stellenweise übertrieben
Auch beim Movement bleibt Modern Warfare 4 einer Entwicklung treu, mit der wir uns nicht vollständig anfreunden können. Schnelle Bewegungen gehören zu Call of Duty. Zwischen dynamischem Gameplay und regelrechter Bewegungsakrobatik liegt für uns allerdings ein Unterschied.
Wenn Spieler sich in Gefechten drehen, winden und jede Animation ausreizen, wirkt das auf uns teilweise übertrieben. Für erfahrene Spieler kann dieses System einen zusätzlichen mechanischen Anspruch bieten. Gleichzeitig entfernt sich das Spielgefühl damit von dem klassischen Call of Duty, das wir bevorzugen.
Natürlich ist das auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wer ein besonders schnelles und bewegungsintensives Gameplay sucht, kann daran durchaus Gefallen finden. Wir wünschen uns hingegen wieder mehr klassische Feuergefechte, in denen Positionierung, Zielgenauigkeit und Reaktionsvermögen stärker im Vordergrund stehen.

Call of Duty: Modern Warfare 4 – Bild Activision Press Center
Skill-Based Matchmaking: Wie viel Wettbewerb braucht eine öffentliche Lobby?
Kaum ein Thema sorgt in der Call-of-Duty-Community für so viele Diskussionen wie das Skill-Based Matchmaking, kurz SBMM. Auch nach unseren bisherigen Runden bleibt das System ein wichtiger Kritikpunkt.
Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie andere Spieler das Thema sehen, haben wir uns in unserer Community umgehört. Dabei kamen ganz unterschiedliche Spielgewohnheiten zusammen: von ambitionierten Spielern, die regelmäßig und auf hohem Niveau spielen, bis hin zu Menschen, die nur ein- oder zweimal pro Woche für ein bis zwei Stunden spielen.
Das Ergebnis dieser kleinen, nicht repräsentativen Befragung war eindeutig: Die Befragten hatten das Gefühl, dass SBMM den Spielspaß in öffentlichen Lobbys auf Dauer einschränkt.
Dabei geht es uns nicht darum, dass gute Spieler grundsätzlich leichtere Gegner bekommen sollten. Wer sich mit anderen messen und möglichst anspruchsvolle Matches spielen möchte, sollte dafür einen passenden Spielmodus haben. Genau dafür gibt es Ranked.
Unser Standpunkt ist klar: Wer den permanenten Wettbewerb sucht, sollte Ranked spielen können. Öffentliche Lobbys sollten dagegen wieder mehr Raum für entspannte Runden lassen.
Nicht jedes Match muss sich wie ein entscheidendes Turnierspiel anfühlen. Manchmal möchte man nach der Arbeit einfach ein paar Runden Team Deathmatch, Kill Confirmed oder Hardpoint spielen. Dabei kann man gewinnen, verlieren, auch einmal deutlich untergehen und im nächsten Match wieder selbst einen guten Lauf haben.
Genau diese Mischung macht für uns den Reiz öffentlicher Lobbys aus. Es gehört dazu, einmal von einem stärkeren Gegner überrollt zu werden. Genauso gehört dazu, in der nächsten Runde selbst die Oberhand zu gewinnen. Wenn sich dagegen jede Partie so anfühlt, als müsse man permanent an der eigenen Leistungsgrenze spielen, kann das auf Dauer anstrengend werden.
Wichtig ist die Einordnung: Unsere Community-Befragung ist keine repräsentative Studie und erlaubt keine allgemeingültige Aussage über sämtliche Call-of-Duty-Spieler. Sie deckt sich jedoch mit unserem persönlichen Eindruck aus dem Multiplayer.
Wir wünschen uns eine klarere Trennung zwischen kompetitivem Spiel und entspannten öffentlichen Runden. Ranked darf fordernd sein. Public-Matches sollten sich dagegen nicht dauerhaft wie Ranked ohne Rangliste anfühlen.
Waffen-Balance: Gute Voraussetzungen für unterschiedliche Spielstile
Bei den Waffen sieht es erfreulicher aus. Das Gunplay fühlt sich insgesamt sehr gut an, und wir hatten über die bisherigen Spielstunden hinweg Spaß daran, verschiedene Setups auszuprobieren.
Die VEL 46 und die M4 wirken auf uns aktuell etwas stärker als andere Optionen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich alternative Waffen verstecken müssen. Mit einer passenden Abstimmung können auch z.B. die ISO Nightshade und die HAN68 durchaus überzeugen.
Gerade das Tuning macht einen Unterschied. Wer sich mit den Aufsätzen beschäftigt und die eigene Waffe an den bevorzugten Spielstil anpasst, kann aus unterschiedlichen Waffen überzeugende Builds herausholen.
Im Vergleich zu anderen Teilen der Reihe empfinden wir die Waffen-Balance bislang als gelungen. Allerdings könnte die sehr niedrige TTK diesen Eindruck teilweise beeinflussen: Wenn Gefechte generell schnell entschieden werden, fallen Unterschiede zwischen einzelnen Waffen möglicherweise weniger stark auf.
Das ändert nichts daran, dass sich die Waffen gut spielen. Hier liefert Modern Warfare 4 eine seiner größten Stärken.
Unsere Waffen-Builds für den Multiplayer
Wir haben unter anderem mit der VEL 46 und der M4 am meisten gespielt. Beide Waffen hinterlassen einen starken Eindruck und eignen sich als Ausgangspunkt für unterschiedliche Spielstile.
VEL 46
Durch der VEL ihren ausgeglichenen und dennoch super schnellen Spielstil empfehlen wir:
- Lauf: VB-46 SERIES 11
- Mündung: FSS CRACKDOWN
- Griff hinten: LM KAMPFGRIFF
- Schaft: VEL 46 EXTENDED
- Laser: SCHLAGER VISIV-5
M4:
Bei der M4 setzen wir auf ein vielseitiges Setup mit folgenden Aufsätzen:
- Mündung: FSS IS300
- Unterlauf: FSS FIRELINE GRIP
- Griff hinten: ZLR PHASE GRIP
- Schaft: ZLR ASP50 STOCK
- Laser: SA LAZ-500
Die M4 ist damit eine unserer bevorzugten Optionen im Test. Wie bei jeder Waffe lohnt es sich, die Zusammenstellung an den eigenen Spielstil anzupassen. Unser Setup ist als Ausgangspunkt gedacht und nicht als allgemeingültige Empfehlung für jede Situation.
Maps: Überwiegend gelungen, mit einem Ausreißer
Auch bei den Maps gibt es Licht und Schatten. Ein Großteil der Karten gefällt uns gut. Die Arenen funktionieren für uns im Spielablauf und bieten eine Grundlage für unterhaltsame Multiplayer-Runden.
Eine Karte sticht allerdings negativ heraus: Coal. Mit diesem Level werden wir im bisherigen Test nicht warm. Für uns ist Coal eine der weniger gelungenen Karten und ein Ausreißer im ansonsten überwiegend positiven Eindruck des Map-Designs.
Da sich die Wahrnehmung einzelner Karten je nach Spielmodus, Teamzusammenstellung und persönlichem Spielstil unterscheiden kann, möchten wir daraus kein allgemeines Urteil über sämtliche Matches auf Coal ableiten. Unser Eindruck bleibt aber klar: Diese Map gehört bislang nicht zu unseren Favoriten.
Unterm Strich überwiegen für uns die gelungenen Karten. Das ist eine gute Grundlage für den Multiplayer, kann dessen grundsätzliche Probleme mit TTK, Movement und SBMM aber nicht ausgleichen.
Fazit: Ein guter Shooter mit Luft nach oben
Call of Duty: Modern Warfare 4 hinterlässt einen insgesamt positiven, aber nicht uneingeschränkt überzeugenden Eindruck. Besonders die Kampagne weiß zu gefallen und bietet für uns einen guten Grund, einen Blick auf den neuen Shooter zu werfen. Auch das Gunplay überzeugt: Die Waffen fühlen sich gut an, unterschiedliche Setups bieten genügend Möglichkeiten zur Anpassung und die meisten Maps machen im Multiplayer Spaß.
Ganz ohne Kritik kommt Modern Warfare 4 allerdings nicht davon. Die sehr niedrige Time-to-Kill lässt viele Gefechte schneller enden, als uns lieb ist. Auch das ausgeprägte Movement entspricht nicht vollständig unserem bevorzugten Call-of-Duty-Spielgefühl. Hinzu kommt das Skill-Based Matchmaking, das nach unserem Eindruck und dem Feedback aus unserer Community den Spaß an öffentlichen Lobbys auf Dauer beeinträchtigen kann.
Trotz dieser Kritikpunkte überwiegen für uns die positiven Ansätze. Wer eine unterhaltsame Kampagne sucht und im Multiplayer gerne klassische Modi wie Team Deathmatch, Kill Confirmed oder Hardpoint spielt, bekommt einen Shooter mit einer guten spielerischen Grundlage. Bei einigen Designentscheidungen hätten wir uns allerdings mehr Fingerspitzengefühl gewünscht.
Modern Warfare 4 ist damit kein perfekter Shooter, aber auch kein Fehlgriff. Vielmehr ist es ein gutes Gesamtpaket, das bereits einiges richtig macht, dessen Multiplayer aber noch Luft nach oben lässt.
Unsere Gesamtwertung: 7,5 von 10 Punkten.

Call of Duty: Modern Warfare 4 – Bild Activision Press Center
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Hinweis zur Berichterstattung
Für diesen Test wurde uns ein Review-Code zur Verfügung gestellt. Unsere Einschätzung basiert auf rund 15 Stunden aktive Spielzeit. Der Schwerpunkt lag auf der Kampagne und dem Multiplayer; DMZ haben wir lediglich kurz angespielt und deshalb nicht in die Bewertung einbezogen. Alle verwendeten Bilder stammen aus dem offiziellen -> Activision Presse Center und dienen der Berichtserstellung durch die Darstellung. Alle Lizenzen bleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
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