Denari: Dieses Indie-Actionspiel aus Neuseeland könnte ein echter Geheimtipp werden
Gamescom 2026: Mit Denari möchte das neuseeländische Entwicklerstudio Astronaut Diaries ein kompaktes Action-Adventure auf die Beine stellen, das schnelle Kämpfe, übernatürliche Fähigkeiten und eine persönliche Geschichte miteinander verbindet. Nach unserem ersten Einblick könnte sich der Indie-Titel als einer der interessanteren Geheimtipps der Gamescom erweisen.
Auf der Gamescom 2026 haben wir zahlreiche große Produktionen gesehen – doch gerade im Indie-Bereich sind es häufig die kleineren Projekte, die mit ungewöhnlichen Ideen nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Denari gehört für mich definitiv in diese Kategorie.
Das Spiel entsteht beim neuseeländischen Entwickler Astronaut Diaries und wird von Ninja Kiwi veröffentlicht. Statt eine riesige Open World oder eine mehrere Dutzend Stunden umfassende Kampagne zu entwickeln, konzentriert sich das Team auf eine rund acht bis zehn Stunden lange Spielerfahrung.
Im Mittelpunkt steht dabei ein junger Protagonist, der plötzlich übernatürliche Kräfte erhält. Was zunächst wie ein klassischer Aufstieg zum übermächtigen Helden klingt, soll allerdings schnell eine deutlich düsterere Richtung einschlagen.
Übernatürliche Kräfte mit einem hohen Preis
Die Geschichte von Denari stellt nicht ausschließlich die Fähigkeiten des Protagonisten in den Vordergrund. Vielmehr beschäftigt sich das Spiel auch mit den Konsequenzen, die diese Kräfte mit sich bringen.
Der Protagonist wird im Verlauf seiner Reise immer mächtiger. Seine Fähigkeiten entwickeln sich weiter, verändern sich und eröffnen neue Möglichkeiten im Kampf. Gleichzeitig muss er jedoch mit den Auswirkungen seiner Situation leben.
Besonders schwer wiegt dabei der Verlust seiner Freunde. Er muss mit ansehen, wie die dunklen Mächte hinter dem Konflikt Menschen aus seinem Umfeld töten und auslöschen.
Damit möchte Astronaut Diaries einen Kontrast schaffen: Auf der einen Seite steht die zunehmende Macht des Protagonisten, auf der anderen Seite der Preis, den er dafür zahlen muss.
Gerade dieser Ansatz macht Denari erzählerisch interessant. Das Spiel möchte seinen Helden nicht einfach nur stärker werden lassen, sondern die Entwicklung offenbar auch emotional begleiten.

Pic = official Presskit
Schnelle Action trifft auf Telekinese
Spielerisch setzt Denari auf ein actionreiches Kampfsystem, das sich an klassischen Hack-and-Slash- und Action-RPG-Elementen orientiert.
Angriffe, Ausweichmanöver und Paraden gehören zur Grundlage des Kampfsystems. Den entscheidenden Unterschied bildet jedoch eine besondere Fähigkeit: Projektile können pariert und direkt auf den Gegner zurückgeworfen werden.
Was zunächst nach einer kleinen Gameplay-Spielerei klingt, könnte sich zu einem der wichtigsten Bestandteile des Kampfsystems entwickeln.
Statt gegnerischen Fernkampfangriffen lediglich auszuweichen, können Spieler den Angriff aufnehmen, im richtigen Moment reflektieren und damit den Spieß umdrehen. Das verlangt entsprechendes Timing und sorgt gleichzeitig dafür, dass auch Distanzangriffe aktiv in die eigene Offensive eingebunden werden können.
Bei unserem ersten Einblick funktionierte diese Mechanik bereits erstaunlich intuitiv. Gerade gegen mehrere Gegner entsteht dadurch ein Kampffluss, bei dem nicht ausschließlich die eigenen Angriffe im Mittelpunkt stehen. Wer die Aktionen der Gegner aufmerksam liest, kann ihre eigenen Waffen gegen sie verwenden.
Heilung funktioniert komplett anders
Auch beim Thema Lebensenergie geht Denari einen ungewöhnlichen Weg.
Klassische Heiltränke gibt es nicht. Wer seine Lebenspunkte wieder auffüllen möchte, muss Gegner besiegen und Finishing Moves einsetzen.
Das erinnert an ein klassisches Lifesteal-System und hat gleichzeitig einen interessanten Einfluss auf den Spielfluss: Verletzungen lassen sich nicht einfach aus sicherer Entfernung mit einem Heilgegenstand beseitigen.
Stattdessen muss der Spieler weiterhin offensiv agieren und sich seine Lebensenergie über die Finisher zurückholen.
Damit passt das Heilungssystem gut zum grundsätzlich aktiven Kampfstil von Denari. Wer zu defensiv spielt, riskiert, irgendwann ohne Lebenspunkte dazustehen. Wer dagegen offensiv bleibt und seine Gegner geschickt kontrolliert, kann sich seine Gesundheit zurückholen.
Fähigkeiten, die sich mit dem Helden weiterentwickeln
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Spiels ist die Entwicklung der übernatürlichen Kräfte.
Die Fähigkeiten des Protagonisten bleiben nicht auf ihrem Ausgangsniveau. Im Verlauf der Geschichte sollen sie sich verändern, verbessern und erweitern.
Damit möchte Astronaut Diaries nicht nur für einen klassischen Charakterfortschritt sorgen, sondern auch das Kampfsystem kontinuierlich erweitern. Neue Fähigkeiten sollen entsprechend neue Möglichkeiten eröffnen und dafür sorgen, dass sich die Kämpfe im weiteren Verlauf der Kampagne weiterentwickeln.
Besonders interessant wird dabei sein, wie gut diese neuen Fähigkeiten mit der Reflektionsmechanik zusammenspielen. Genau diese Kombination könnte letztlich dafür sorgen, dass Denari seinen eigenen Charakter innerhalb des Action-Genres entwickelt.
Neuseeländische Wurzeln als Teil der Identität
Eine Besonderheit des Projekts liegt auch in der Herkunft des Entwicklerteams.
Astronaut Diaries stammt aus Neuseeland und möchte den eigenen kulturellen Hintergrund bewusst in das Design von Denari einfließen lassen. Für das Team ist dieser Aspekt ein wichtiger Bestandteil der Identität des Spiels.
Das merkt man auch daran, wie selbstbewusst die Entwickler über diesen Teil ihrer Produktion sprechen. Denari soll nicht lediglich ein weiteres Fantasy-Actionspiel werden, sondern seine eigene kulturelle Handschrift besitzen.
Gerade im Indie-Bereich kann genau das ein entscheidender Vorteil sein. Wo große Produktionen häufig auf möglichst breite internationale Zielgruppen zugeschnitten werden, haben kleinere Studios die Möglichkeit, ihre persönliche Perspektive stärker in die eigene Welt einfließen zu lassen.
Bosskämpfe machen Lust auf mehr
Neben einem Tutorial-Bereich konnten wir auf der Gamescom auch erste Ausschnitte aus den Bosskämpfen von Denari sehen.
Die Präsentation vermittelte dabei einen guten Eindruck davon, wie die verschiedenen Gameplay-Systeme miteinander funktionieren sollen. Gerade die Möglichkeit, gegnerische Projektile zu reflektieren, dürfte in anspruchsvolleren Begegnungen eine größere Bedeutung bekommen.
Nach unserem ersten Eindruck fühlt sich das Kampfsystem bereits angenehm direkt an. Angriffe haben ein klares Feedback, Ausweichen und Parieren reagieren zuverlässig und auch die Steuerung mit dem Gamepad funktioniert überzeugend.
Dabei beschränkt sich Denari nicht auf den PC. Das Spiel lässt sich sowohl mit Maus und Tastatur als auch mit Controller spielen. Besonders interessant ist die geplante Nintendo-Switch-Version, denn auch im Handheld-Modus hinterließ das Spiel bei unserem ersten Eindruck einen guten Eindruck.
Gerade für ein actionorientiertes Spiel ist das keine Selbstverständlichkeit.
PC und Nintendo Switch zuerst
Zum Start soll Denari für PC und Nintendo Switch erscheinen. Versionen für PlayStation 5 und Xbox sind ebenfalls geplant und sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Einen endgültigen Veröffentlichungstermin gibt es aktuell allerdings noch nicht. Astronaut Diaries plant den Release nach aktuellem Stand für einen Zeitraum rund um das Ende dieses Jahres beziehungsweise den Beginn des kommenden Jahres. Ein konkretes Datum wurde uns auf der Gamescom jedoch noch nicht genannt.
Unser Eindruck von der Gamescom
Nach unserem ersten Kontakt mit Denari gehört der Titel für mich zu den Spielen, die man als Fan von Indie-Produktionen definitiv im Auge behalten sollte.
Das liegt weniger daran, dass Astronaut Diaries versucht, das Rad komplett neu zu erfinden. Vielmehr kombiniert das Studio bekannte Elemente des Action-Genres mit einigen interessanten eigenen Ideen.
Vor allem die Parry-to-Reflect-Mechanik könnte sich als echtes Alleinstellungsmerkmal herausstellen. Ein Projektil nicht einfach nur abzuwehren, sondern es gezielt zum Angreifer zurückzuschicken, fügt dem Kampfsystem eine zusätzliche Ebene hinzu. Zusammen mit den Finishing Moves als einzige Möglichkeit zur Heilung entsteht ein Gameplay, das den Spieler permanent dazu anhält, aktiv am Kampf teilzunehmen.
Dazu kommt eine Geschichte, die offenbar mehr sein möchte als eine einfache Heldengeschichte. Der Protagonist wird stärker, verliert dabei aber gleichzeitig Menschen aus seinem Umfeld. Dieser Kontrast zwischen Macht und persönlichem Verlust könnte Denari auch auf erzählerischer Ebene interessant machen.
Und genau deshalb bin ich nach der Gamescom gespannt, was Astronaut Diaries aus dem Konzept macht.
Wenn das Studio die bereits vielversprechenden Gameplay-Ansätze bis zum Release konsequent weiterentwickelt, könnte uns mit Denari ein kleines, aber bemerkenswertes Action-Adventure aus Neuseeland erwarten.
Für mich ist jedenfalls klar: Diesen Indie-Titel sollte man im Auge behalten
Hier nochmal alle Infos zum Spiel in der Übersicht:
Entwickler: Astronaut Diaries
Publisher: Ninja Kiwi
Genre: Action-Adventure, Hack-and-Slash
Spielzeit: ca. 8–10 Stunden
Spieler: Singleplayer
Release-Plattformen: PC & Nintendo Switch
Später geplant: PlayStation 5 & Xbox
Release: Noch ohne konkreten Termin
Herkunft des Studios: Neuseeland
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