Wii U im Test

Es hat ein wenig länger gedauert bis Nintendo´s neues Wunderwerk den Weg zu uns gefunden hat. Leider waren die ersten Einheiten beim Onlinehändler Amazon.de schon ausverkauft und wir mussten noch eine Woche länger auf das Paket warten. Natürlich waren wir schwer nervös und auch sehr gespannt. Schließlich gibt es nicht alle Tage eine neue Konsole auf dem Markt. Wir haben uns die Wii U genauer angeschaut und sagen euch was euch beim Auspacken, Anschließen und Einrichten so alles erwartet.

Die Wii U ist da. Ist das der Beginn der neuen Next-Gen Ära? Wir sind und waren da von Anfang an ein wenig skeptisch. Kann Nintendo sein Kinderkonsolen-Image endlich ablegen und eine echte Konsole für alle Gamer werden? Ein schwieriges Unterfangen. Immerhin läutet Nintendo mal wieder als erstes eine neue Konsolen-Generation ein. Eins fällt sofort beim Auspacken auf: Ein richtig schwerer Karton liegt vor uns. Wir haben uns übrigens die Premium Variante geschnappt, da wir der Meinung sind das 32 GB schon mindestens als Speicherplatz dabei sein müssen. Es gibt zwar auch noch eine Basic-Version für 299 Euro, die bietet uns allerdings keinerlei Extras und eine weiße Konsole. Und die hat auch nur 8 GB Speicher. Alleine das System frisst schon mehr als 1 GB Speicher, und das würde bei unserem ganzen Reviews vorne und hinten nicht reichen. Das Premium Pack bietet neben einer schicken schwarzen Konsole und Gamepad auch noch ein paar weitere Extras. So gibt es neben einer Ladestation für das Gamepad, einen Ständer für die Wii U, einen Ständer für das Gamepad sowie die Sensorleiste dazu. Außerdem gibt es noch die Minispiel-Sammlung Nintendo Land, die wir auch noch mal extra unter die Lupe nehmen werden.

Doch kommen wir wohl zum wichtigsten Utensil unserer neuen Konsole, dem überdimensionalen Gamepad. Vorbei die Zeiten als kleine Pads in eurer Hand lagen, jetzt wird es futuristisch. Na gut, vielleicht ein wenig übertrieben, aber trifft die Sache schon. Das Pad, welches knapp 500 Gramm wiegt, liegt super in der Hand und bringt mit 6,2 Zoll ein ziemlich übersichtliches Display mit. Doch leider hat diese Sache auch einen Haken. Die Akku-Laufzeit des Controllers wird mit 3 bis 5 Stunden angegeben, das ist nicht wirklich viel und ihr werdet wohl des öfteren das Ladekabel anschließen müssen. Nach knappen 2,5 Stunden ist das gute Stück aber wieder aufgeladen. Nachdem wir zum ersten Mal den Power Knopf auf dem Pad gedrückt haben, geht es auch schon direkt los. Die üblichen Einstellungen und eine System-Aktualisierung warten auf uns. Viele haben bereits berichtet, das es so unglaublich lange dauert, bis die neuen Daten auf die Wii U gelangen. In unserem Test hat es zwar auch etwas gedauert, aber wirklich lange haben wir nun auch nicht gewartet. Es hängt dabei natürlich auch von eurer Internet-Verbindung ab.

Die Mii Erstellung kann natürlich auch wieder ganz nach euren Wünschen gestaltet werden. Dank der Kamera im Gamepad könnt ihr auch ein Foto von euch schießen und einen Mii davon erstellen. Die Ähnlichkeit liegt im Auge des Betrachters. Ich bin der Meinung, das ich völlig anders aussehe. Haben wir das auch erledigt geht es zum ersten Mal ins Wii U Menü. Dort warten bereits einige Menüpunkte auf uns. So auch ein YouTube Kanal, der unserer Meinung nach aber völlig überflüssig ist und durch eine seltsame Steuerung überhaupt keinen Spaß macht. Da könnt ihr lieber den wirklich guten Internet Browser benutzen und die Seiten so aufrufen. Der Browser ist wirklich klasse geworden und lädt zum spontanen Surfen auf der Couch ein. Euer Mii in der Ecke speichert eure Favoriten in eine Art Buch ab und ihr habt sofort Zugriff darauf. Auch das Laden der Webseiten geht flott und macht keinerlei Probleme. Das Zoomen und Anklicken funktioniert super mit dem Wii U Gamepad und auch das scharfe Bild macht seine Sache sehr gut. In unserem Test haben wir natürlich unsere Seite und auch die bekannte Tageszeitung mit den vier Buchstaben getestet und konnten uns nicht beschweren. So macht das Surfen Spaß. Das ganze funktioniert natürlich nicht nur auf dem Gamepad, sondern auch auf dem Fernseher. Man könnte fast meinen, es handelt sich bei der Wii U um eine Handheld Konsole. Kommt vielleicht nah dran, aber im Endeffekt ist es eine TV-Konsole.

Nachdem wir uns im Club Nintendo registriert und unsere Guthaben auf 15 Euro geschraubt haben, haben wir uns auch direkt mal ein Spiel herunter geladen. Mit Nano Assault Neo gibt es für knapp 10 Euro ein hoch interessanten Side-Scroll Shooter, den wir nochmal in einem eigenen Review genauer beleuchten werden. Der Download klappte zügig und nach wenigen Minuten findet sich das Spiel in eurem Wii U Menü wieder. Wer noch jede Menge Wii-Spiele sein Eigen nennt oder bereits heruntergeladen hat, muss sich keinerlei Sorgen machen. Die Wii U ist komplett abwärtskompatibel und bringt eure alten Spiele sicher auf die neue Konsole. Dasselbe gilt auch für Wii-Remote und das Nunchuck, welche weiterhin als Controller zur Verfügung stehen. Es gibt auch extra einen Menü-Punkt, der euch das gewohnte Wii Menü zurückbringt. Alte Gamecube Spiele laufen allerdings nicht auf der Wii U Konsole.

Zum ersten Mal erstrahlt die Grafik einer Nintendo Konsole in scharfem High-Definition. Ein HDMI Kabel ist dem Paket auch direkt beigelegt. Grafisch ist das Ganze ungefährt mit der XBox 360 und Playstation 3 zu vergleichen, vielleicht noch einen kleinen Tacken besser. Ihr solltet allerdings keine riesigen Grafiksprünge erwarten, für Nintendo Verhältnisse sieht das aber richtig gut aus. Und Spiele wie Assassin´s Creed oder Call of Duty werden sicherlich zeigen können, was in der Konsole drin steckt. Sonic Racing und Nano Assault Neo sahen schon mal richtig nett aus und machten eine gute Figur. Nintendo Land ist jetzt auch kein wirkliches Grafikwunder, kann aber auch durch gestochen scharfe Bilder und jeder Menge Spielspaß überzeugen. Und das scheint auch das wichtigste für Nintendo sein. Der Spaß soll im Vordergrund stehen. Die Wii U ist keine Monster Next Gen Maschine, die alles in den Schatten stellt, sie hat aber jede Menge Potenzial. Das muss von den Entwicklern aber natürlich auch noch ausgeschöpft werden. Es gibt unglaublich viele gute Ansätze. Besonders das Wechseln zwischen Gamepad und TV ist eine sinnvolle Geschichte.

Was wir aber leider auch noch bemängeln müssen, ist die Reichweite des Gamepads. So gibt das Gerät bereits nach einigen Metern den Geist auf und sucht verzweifelt nach seiner Mutter-Konsole. Laut Angaben sollen acht Meter möglich sein. Wir können dazu nur sagen: Das haut nicht hin, oder unsere Wände sind so dick das keine Verbindung mehr zustande kommt. Schade, wäre vielleicht ganz nett gewesen, das Ding mal mit auf den Klo zu nehmen ;) ! Die Wii U selber ist ein wenig größer als die bekannte Wii und findet durch die beigefügten Ständer guten Halt. Der Lüfter pustet zwar ein wenig, aber wirklich laut ist was anderes.

Zum Überblick haben wir auch noch mal die technischen Spezifikationen der Konsole für euch: Die Konsole ist ca 4,6 cm hoch und 26, 8 cm lang sowie 17,2 cm breit und wiegt knapp 1,6 kg. Der CPU verfügt über einen IBM Power PC Multicore Prozessor. Der GPU ist ein AMD Radeon basierter High-Definition GPU. Der interne Speicher der Premium Pack Variante bietet 32 GB. Es können aber auch externe USB Festplatten bis zu 2 TB Größe benutzt werden, um euren Speicher zu erweitern. Auch eine SD Card Unterstützung ist wieder dabei und unterstützt SD Memory Cards bis 2 GB und SDHC Cards bis 32 GB. Es gibt insgesamt vier USB 2.0 Anschlüsse. Die Audio-Ausgabe erfolgt über den HDMI Anschluss in einer 6-Kanal-PCM Ausgabe oder über eine analoge Ausgabe über den Multi-AV-Ausgang. Einen optischen Eingang sucht ihr leider vergeblich. Bei der Video-Ausgabe werden folgende Formate unterstützt: 1080p, 1080i, 720p, 480p und 480i.

Fazit:

Die Wii U ist sicherlich ein Gerät welches noch richtig für Furore sorgen kann. Allerdings sollten dann auch die Möglichkeiten genug ausgenutzt werden. Wenn die neuen Konsolen aus dem Hause Sony und Microsoft erscheinen, wird die Wii U wohl wieder den dritten Rang einnehmen. Das wirklich besondere an der Wii U ist das Gamepad mit dem Bildschirm, der wirklich ungeahnte Möglichkeiten bringt. Dank Touchscreen erlebt ihr ganz neue Steuerungsmöglichkeiten und werdet so manches mal verblüfft sein. Eure Wii Controller, Spiele oder Downloads finden auch auf der neuen Konsole ihren Platz und sind weiterhin nutzbar. Wir sind gespannt, wie die Konsole in Zukunft von den Entwicklern und Spielern angenommen wird. Leicht wird es nicht, aber der Erfolg der ersten Wii zeigt deutlich, dass es durchaus möglich ist.

Wertung:

Gut

Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag