Spider-Boy 4 – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Spider-Boy 4.

Erscheinungsdatum 24.02.2026 
Zeichner Nathan Stockman, Paco Medina
Autor Christopher Yost, Dan Slott
Format Softcover
Seitenanzahl 136
Stories Kidpool/Spider-Boy 1, Spider-Boy 17–20 
Preis 18,00€

Spider-Man gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten und beliebtesten Figuren des Marvel-Universums. Während Peter Parker längst auf eine riesige Comicgeschichte zurückblicken kann, ist Spider-Boy im Vergleich dazu ein echter Neuling. Erst vor wenigen Jahren eingeführt, musste sich der junge Held seinen Platz in einer Welt erkämpfen, die bereits von zahlreichen Spider-Helden bevölkert wird. Trotzdem ist es ihm gelungen, sich mit seinem eigenen Kostüm, seinen besonderen Fähigkeiten und vor allem seiner eigenwilligen Persönlichkeit von seinen zahlreichen Spinnenkollegen abzuheben.

Eine wichtige Rolle spielt dabei natürlich seine Beziehung zu Spider-Man. Peter Parker ist für Spider-Boy nicht einfach nur irgendein anderer Held mit ähnlichen Fähigkeiten, sondern eine zentrale Figur in seinem Leben. Gleichzeitig bietet diese Verbindung die Möglichkeit, den bekannten Spider-Man-Kosmos aus einer etwas anderen Perspektive zu betrachten. Während Peter bereits seit Jahren mit den Herausforderungen eines Superheldenlebens vertraut ist, befindet sich Spider-Boy noch am Anfang seiner eigenen Reise. Gerade dieser Kontrast zwischen dem etablierten Spider-Man und seinem deutlich jüngeren Partner verleiht den Geschichten um Spider-Boy einen besonderen Reiz.

Nun steht allerdings ein wichtiger Moment für den jungen Netzschwinger bevor: Spider-Boy 4 bildet das Ende des derzeitigen Runs. Damit bietet der Band nicht nur die Gelegenheit, erneut in die Abenteuer des noch jungen Helden einzutauchen, sondern markiert zugleich einen vorläufigen Abschluss seiner bisherigen Entwicklung. Für eine Figur, die noch relativ frisch im Marvel-Universum ist, ist das ein interessanter Zeitpunkt, um zurückzublicken und zu sehen, welchen Weg Spider-Boy bislang zurückgelegt hat. Ob der Abschluss des aktuellen Runs seinem ungewöhnlichen Helden gerecht wird und welchen Eindruck seine bisherige Reise hinterlässt, zeigt sich in der folgenden Kritik.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Spider-Boy 4 – Comic-Kritik

Inhalt:

Bailey Briggs alias Spider-Boy bekommt es in seinem letzten Abenteuer des aktuellen Runs gleich mit mehreren Problemen zu tun. Nicht nur muss sich der junge Held mit seinem eigenen Doppelgänger Boy-Spider und dem gefährlichen Mr. Negative auseinandersetzen, auch seine eigene Arroganz wird ihm zunehmend zum Verhängnis. Als dann auch noch Deadpool und Kidpool auftauchen und letzterer ausgerechnet Spider-Man ins Visier nimmt, ist das Chaos endgültig perfekt. Für Bailey bedeutet das einmal mehr, dass er sich zwischen großen Gefahren, verrückten Marvel-Figuren und seinen ganz eigenen Problemen behaupten muss.

Was mir an Spider-Boy 4 besonders gefallen hat, ist, dass der Comic die Entwicklung aus dem vorherigen Band konsequent weiterführt. Bailey ist inzwischen nicht mehr einfach nur der vergessene junge Held, der versucht, seinen Platz im Marvel-Universum zu finden. Er hat mittlerweile eine eigene Persönlichkeit, eigene Probleme und vor allem eigene Beziehungen zu anderen Figuren. Gerade seine Arroganz spielt dabei eine interessante Rolle, weil sie zeigt, dass Bailey eben noch ein Kind beziehungsweise Jugendlicher ist, der mit seinen Fähigkeiten und seiner Rolle als Superheld erst noch richtig umgehen lernen muss.

Dabei bleibt der Comic seinem sehr lockeren und teilweise völlig durchgedrehten Humor treu. Gerade die Kombination aus Spider-Boy, Boy-Spider, Mr. Negative, Deadpool und Kidpool sorgt für eine Menge verrückter Situationen. Besonders Deadpool und Kidpool passen hervorragend in dieses ohnehin schon chaotische Abenteuer und bringen noch einmal eine ganz andere Dynamik in Baileys Geschichte. Natürlich ist das alles nicht besonders tiefgründig und manche Entwicklungen werden eher angerissen, als wirklich ausführlich behandelt. Für mich funktioniert das hier aber trotzdem ziemlich gut, weil der Comic genau weiß, was er sein möchte.

Was ich besonders schön finde, ist die Tatsache, dass Spider-Boy 4 noch einmal zeigt, wie weit sich die Serie seit ihren ersten Ausgaben entwickelt hat. Die ersten beiden Bände hatten für mich noch das Problem, dass man nicht so recht wusste, was man eigentlich mit Bailey anfangen möchte. Inzwischen fühlt er sich deutlich mehr wie ein eigener Marvel-Held an. Natürlich bleibt seine Verbindung zu Spider-Man bestehen, doch mittlerweile braucht der Comic diese Verbindung nicht mehr, um interessant zu sein. Bailey kann seine eigenen Geschichten tragen und genau das ist für mich die größte Stärke dieses Abschlusses.

Natürlich ist auch dieser Band nicht frei von den Schwächen der Vorgänger. Die Geschichte bleibt relativ simpel, manche Figuren hätten deutlich mehr Raum verdient und durch die Vielzahl an bekannten Charakteren wirkt manches stellenweise etwas überladen. Trotzdem hatte ich beim Lesen wieder deutlich mehr Spaß als bei den ersten beiden Bänden. Vor allem als Abschluss des aktuellen Runs funktioniert der Comic für mich richtig gut, weil er noch einmal all das zusammenbringt, was Spider-Boy inzwischen ausmacht.

Zeichnungen:

Auch bei den Zeichnungen bleibt Spider-Boy 4 seinem bisherigen Stil vollständig treu. Der angenehm verspielte und farbenfrohe Look passt weiterhin hervorragend zu Bailey und seiner Welt. Die Zeichnungen wirken bewusst etwas leichter und kindlicher, ohne dabei billig auszusehen. Gerade im Vergleich zu vielen anderen Marvel-Comics entsteht dadurch eine ganz eigene Atmosphäre, die Spider-Boy optisch sehr gut von anderen Serien unterscheidet.

Besonders die Figuren profitieren erneut von diesem Stil. Bailey wirkt durch seine ausdrucksstarke Mimik und die dynamischen Bewegungen sehr lebendig und genau das unterstützt den humorvollen Charakter der Geschichte. Auch die zahlreichen absurden Situationen werden durch die Zeichnungen noch einmal verstärkt. Gerade bei Deadpool und Kidpool darf es natürlich etwas verrückter werden und der Zeichenstil bietet dafür die passende Grundlage.

Trotzdem bleibt auch hier das Problem bestehen, dass ich mir stellenweise etwas mehr Abwechslung gewünscht hätte. Der Stil funktioniert hervorragend für die Serie, geht aber nur selten wirklich über das hinaus, was man bereits aus den vorherigen Bänden kennt. Gerade weil dies das Ende des aktuellen Runs ist, hätte ich mir an einigen Stellen noch ein paar besonders spektakuläre Panels gewünscht. Das ist allerdings eher ein Wunsch nach etwas mehr als ein wirklicher Kritikpunkt, denn insgesamt passt die visuelle Gestaltung weiterhin sehr gut zu Spider-Boy.

Unterm Strich bleibt der Zeichenstil eine der Konstanten der Reihe. Er ist verspielt, zugänglich und voller kleiner Details, die Baileys Abenteuer lebendig wirken lassen. Gerade für einen Charakter wie Spider-Boy ist diese Leichtigkeit meiner Meinung nach genau die richtige Wahl.

Spider-Boy 4 – Comic-Kritik

Fazit zu Spider-Boy 4:

Spider-Boy 4 ist für mich ein richtig schöner Abschluss des aktuellen Runs geworden und zeigt noch einmal sehr deutlich, wie viel sich die Serie seit ihren ersten Ausgaben entwickelt hat. Während ich mit den ersten beiden Bänden noch so meine Probleme hatte, fühlt sich Bailey Briggs inzwischen wie ein eigenständiger Marvel-Held an. Er ist nicht mehr einfach nur ein weiterer Charakter, der über seine Verbindung zu Spider-Man definiert wird, sondern besitzt mittlerweile seine ganz eigene Persönlichkeit, seine eigenen Probleme und vor allem seine eigenen Geschichten.

Gerade das macht den Abschluss für mich so gelungen. Bailey darf weiterhin ein etwas arroganter, chaotischer und manchmal überforderter junger Held sein, muss sich aber gleichzeitig mit seinen eigenen Fehlern auseinandersetzen. Dazu kommen mit Boy-Spider, Mr. Negative, Deadpool und Kidpool einige Figuren, die ordentlich Chaos in die Handlung bringen. Die Geschichte bleibt dadurch angenehm verrückt und unterhaltsam, ohne plötzlich zu versuchen, mehr zu sein, als sie sein möchte. Tiefgang sollte man hier zwar weiterhin nicht erwarten, dafür hatte ich mit dem Abenteuer durchgehend meinen Spaß.

Auch die Zeichnungen bleiben eine der großen Konstanten der Reihe. Der verspielte, farbenfrohe und leicht zugängliche Stil passt hervorragend zu Bailey und verleiht der Serie weiterhin ihren eigenen Charme. Ich hätte mir zwar gerade für das Ende des Runs noch den einen oder anderen visuell spektakuläreren Moment gewünscht, insgesamt funktioniert die Gestaltung aber erneut sehr gut und unterstützt den humorvollen Ton der Geschichte.

Für mich ist Spider-Boy 4 deshalb ein durchaus gelungener Abschluss. Der Band löst nicht plötzlich alle Schwächen der Reihe auf und auch hier wäre an einigen Stellen noch mehr möglich gewesen. Trotzdem hinterlässt er bei mir vor allem ein positives Gefühl, weil er noch einmal unter Beweis stellt, dass Spider-Boy inzwischen seinen eigenen Platz im Marvel-Universum gefunden hat. Genau das war für mich die wichtigste Entwicklung der bisherigen Reihe. Aus einer Figur, bei der ich anfangs noch nicht so recht wusste, was man mit ihr anfangen möchte, ist ein eigenständiger und sympathischer Held geworden, dessen weitere Abenteuer ich tatsächlich gerne verfolgen würde. Sollte es irgendwann mit Spider-Boy weitergehen, bin ich daher definitiv gespannt darauf, wohin Bailey als Nächstes schwingen darf.

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