Express Rider Simulator angespielt – Kreative Idee mit kleineren Startschwierigkeiten
Simulatoren gehören seit Jahren zu den beliebtesten Genres auf Steam. Mit Express Rider Simulator versucht sich nun ein weiterer Titel daran, den typischen Gameplay-Loop aus Arbeiten, Geld verdienen und stetigem Fortschritt auf ein neues Szenario zu übertragen. Nach unseren ersten Spielstunden hinterlässt das Spiel einen durchaus positiven Eindruck – auch wenn es noch Luft nach oben gibt.
Die Spielidee macht sofort Spaß
Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass die Entwickler keine gewöhnliche Liefer-Simulation erschaffen wollten. Statt stumpf Pakete von A nach B zu bringen, steckt hinter Express Rider Simulator ein motivierender Spielfluss. Mit jeder erfolgreichen Lieferung verdient ihr Geld, verbessert eure Ausrüstung und arbeitet auf neue Motorräder sowie weitere Upgrades hin. Genau dieser Fortschritt ist es, der den Spieler antreibt. Man möchte das nächste Bike freischalten, mehr Geld verdienen oder weitere Verbesserungen kaufen.
Die eigentlichen Lieferungen selbst können sich dagegen nach einigen Stunden etwas repetitiv anfühlen. Pakete ausliefern, in die Wohnungen tragen und anschließend den nächsten Auftrag annehmen sorgt zwar für einen gewissen Realismus, langfristig fehlt hier jedoch etwas mehr spielerische Abwechslung. Realismus ist grundsätzlich willkommen, sollte den Spielspaß jedoch nicht ausbremsen. Denn am Ende möchte man einen Simulator spielen – und nicht den kompletten Arbeitsalltag eins zu eins erleben.
Streaming als überraschender Motivationsfaktor
Eine eher ungewöhnliche Funktion ist das integrierte Livestreaming-System. Zu Beginn wirkt dieses Feature fast wie ein nettes Gimmick im Hintergrund und der Bezug zum eigentlichen Spielgeschehen erschließt sich nicht sofort. Konzentriert man sich zunächst nur auf die Lieferungen, könnte man den Eindruck gewinnen, dass das Streaming kaum eine Rolle spielt.
Sobald man das System jedoch besser versteht und aktiv nutzt, verändert sich dieser Eindruck deutlich. Das eigene Streaming-Profil als Lieferfahrer Schritt für Schritt aufzubauen, neue Zuschauer zu gewinnen und damit zusätzliche Einnahmen zu erzielen, verleiht dem Spiel einen frischen Motivationsschub. Gerade dieses zusätzliche Progressionssystem sorgt dafür, dass Express Rider Simulator mehr bietet als eine reine Liefer-Simulation und dem Gameplay den nötigen Pep verleiht.
Kreative Atmosphäre
Besonders positiv fällt die Atmosphäre auf. Die Spielwelt wirkt stimmig, das allgemeine Layout ist gelungen und die Grundidee hebt sich angenehm von vielen anderen Simulatoren ab. Obwohl das Spiel auf den ersten Blick recht simpel erscheint, schafft es schnell, einen eigenen Charme aufzubauen. Gerade Fans gemütlicher Simulatoren dürften sich hier schnell wohlfühlen.
Die größte Schwäche: Die Steuerung
So viel Spaß die Grundidee auch macht, ein Punkt fällt leider direkt negativ auf: die Steuerung. Diese wirkt aktuell recht indirekt und teilweise etwas unstimmig. Gerade bei direktem Ansteuern, das Fahren in engeren Straßen oder bei schnellen Richtungswechseln fehlt häufig das Gefühl, das Spielgeschehen wirklich präzise kontrollieren zu können.
Da sich Express Rider Simulator aktuell noch in einer frühen Phase befindet, ist allerdings gut vorstellbar, dass die Entwickler hier mit zukünftigen Updates noch nachbessern werden. Eine flüssigere Steuerung würde dem Spielgefühl definitiv guttun. Ich habe versucht während des Spieltests hier meine optimalen Settings zu finden.
Während unseres rund sechsstündigen Spieltests haben wir verschiedene Steuerungs- und Kameraeinstellungen ausprobiert, um ein möglichst natürliches Spielgefühl zu erreichen. Trotz zahlreicher Anpassungen konnten wir jedoch keine Konfiguration finden, die sich an den einfachen, direkten und eingängigen Spielstil klassischer Simulatoren annähert. Gerade weil das Fahren den Kern des Gameplays bildet, fällt dieser Punkt besonders ins Gewicht und ist aus unserer Sicht aktuell die größte Baustelle des Spiels.

Über den Publisher, Release und Preis
Hinter Express Rider Simulator steht der polnische Publisher PlayWay S.A., der sich in den vergangenen Jahren vor allem mit einer Vielzahl an Simulationsspielen einen Namen gemacht hat. Das Unternehmen arbeitet mit zahlreichen unabhängigen Entwicklerstudios zusammen und veröffentlicht regelmäßig Titel aus den unterschiedlichsten Bereichen – von Berufs- und Wirtschaftssimulationen bis hin zu ungewöhnlichen Nischenprojekten.
Mit Express Rider Simulator veröffentlichten HatinBaba Game Studios und PlayWay S.A. am 29. Juli.2026 einen neuen Simulations-Titel im Steam Early Access. Spieler schlüpfen in die Rolle eines Motorradkuriers, erledigen Lieferaufträge in einer offenen Stadt, verdienen Geld für neue Motorräder und Upgrades und müssen gleichzeitig laufende Kosten wie Benzin oder Miete im Blick behalten. Ergänzt wird das Gameplay durch ein integriertes Streaming-System, mit dem sich zusätzliche Einnahmen erzielen und eine eigene Community aufbauen lässt.
Zum Start in den Steam Early Access ist Express Rider Simulator mit einem Einführungsrabatt von 20 Prozent für 7,19 Euro statt regulär 8,99 Euro erhältlich. Angesichts des gebotenen Umfangs und der geplanten Weiterentwicklung während der Early-Access-Phase fällt der Einstiegspreis durchaus fair aus.
Kurzbewertung
| Kategorie | Wertung | Kommentar |
|---|---|---|
| Präsentation | ⭐ 7,5/10 | Express Rider Simulator überzeugt vor allem durch seinen eigenen Charme. Das Stadt-Layout, die Atmosphäre und die kreative Umsetzung der Lieferfahrer-Idee sorgen für eine angenehme Spielwelt. Technisch merkt man dem Titel jedoch noch an, dass er sich in einer frühen Entwicklungsphase befindet. |
| Gameplay | ⭐ 6,5/10 | Die Grundidee funktioniert und der Fortschritt durch neue Motorräder und Upgrades motiviert. Allerdings können sich die Lieferabläufe nach längerer Spielzeit wiederholen. Die größte Baustelle ist aktuell die Steuerung die sich teilweise unpräzise anfühlt. |
| Motivation & Fortschritt | ⭐ 8,0/10 | Das Freischalten neuer Inhalte, das Verbessern des eigenen Bikes und der Aufbau des eigenen Fahrer-Alltags funktionieren gut. Besonders das Streaming-System sorgt nach anfänglicher Eingewöhnung für einen zusätzlichen Motivationsfaktor. |
| Wiederspielwert | ⭐ 7,0/10 | Fans des Simulator-Genres werden vermutlich viele Stunden investieren können. Durch weitere Updates und zusätzliche Inhalte könnte Express Rider Simulator langfristig noch deutlich wachsen. |
Pro
✅ Kreative Mischung aus Liefer-Simulation und Fortschrittssystem
✅ Motivierendes Aufwerten des eigenen Motorrads
✅ Streaming-Feature bringt eine interessante zusätzliche Ebene ins Gameplay
✅ Angenehme Atmosphäre mit eigenem Charme
✅ Faire Preisgestaltung zum Early-Access-Start
✅ Interessantes Grundkonzept für Fans von Simulatoren
Contra
❌ Steuerung des Motorrads wirkt aktuell indirekt und teilweise unpräzise
❌ Lieferabläufe können nach mehreren Stunden repetitiv werden
❌ Einige Mechaniken benötigen mehr Erklärung und Tiefe
❌ Technisch merkt man dem Spiel die Early-Access-Phase noch an
Gesamtwertung: 7,0 / 10
„Express Rider Simulator zeigt bereits zum Early-Access-Start, dass in der ungewöhnlichen Lieferfahrer-Simulation viel Potenzial steckt. Die Mischung aus Fortschritt, Fahrzeug-Upgrades und dem Aufbau einer eigenen Streaming-Karriere sorgt für eine interessante Motivation. Allerdings bremsen aktuell vor allem die unpräzise Steuerung und die teilweise eintönigen Lieferabläufe den Spielspaß. Für Fans des Simulator-Genres könnte sich ein Blick dennoch lohnen – besonders wenn die Entwickler das vorhandene Potenzial mit zukünftigen Updates weiter ausbauen.“
Hinweis zur Berichterstattung:
Für diesen Artikel wurde uns Express Rider Simulator kostenfrei von PlayWay S.A. zur Verfügung gestellt. Der Titel wurde von uns eigenständig getestet und die Bewertung basiert auf unseren persönlichen Eindrücken aus mehreren Stunden Spielzeit. Das verwendete Bildmaterial stammt aus dem offiziellen Pressekit von PlayWay S.A.
Hier gehts zur Steam Seite des Spiels



