Crime Boss: Rockay City im Test – 90er Trash Ikonen in einem Spiel vereint

von Markus
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Wer auf die aktuelle Trends achtet der wird um Retro nicht herumkommen. Die guten damaligen Zeiten sind aktuell voll im Kommen. Seien es die 70er, die 80er oder die 90er. Und die 90er sind ein Stichwort für unser Game Crime Boss: Rockay City, welches wir auf der PS5 getestet haben. Hier treffen die Ikonen der 90er Jahre Filme in einem Spiel aufeinander. Und schon da wird man als 90er Fan hellhörig und freut sich. Doch können große Namen ein Spiel nur durch ihre Teilnahme zu einem Hit werden lassen? Wir finden es heraus.

Crime Boss: Rockay City trumpft schon vor dem Spielen auf und bietet echte Hollywood-Stars auf. Ein Cast der in Videogames eher selten vorkommt. Und wenn wir von Stars sprechen dann meinen wir das auch so. Nur einer ist mehr als ein Star – er ist der Superstar unter den Stars und nimmt eigentlich alleine schon durch eine Präsenz den Glanz der anderen weg. Die Rede ist von keinem anderen als die Legende Chuck Norris. Und jetzt kommt einen Überraschung welche Rolle er spielt: Er ist der Sheriff der Stadt – wir haben auch nix anderes erwartet. Allerdings ist seine Rolle mehr als enttäuschend – aber dazu später mehr. Ebenfalls mit dabei und absolute Kult-Charakter sind Danny Trejo (From Dusk Till Dawn), Michael Madsen (Kill Bill), Vanilla Ice und Kim Basinger. Die Vorfreude ist also groß und wir sind gespannt wie ein Regenschirm wie das Spiel mit diesen Charakteren aussehen wird.

Die Trailer vom Spiel sahen schon mal so schlecht nicht aus, aber das muss ja in der heutigen Zeit nichts mehr heißen. Gespielt wird das Spiel, wenig überraschend, in den 90er Jahren und in einer fiktiven Stadt in Florida. Wer Probleme mit bunten oder flackernden Lichtern hat wird einen Farbenflash bekommen. So könnte ein LSD Trip aussehen – aber es ist ja so gewollt. Denn die 90er waren bunt, schrill und explosiv. Und Explosionen werden Crime Boss: Rockay City mehr als groß geschrieben. Die Musikuntermalung ist ebenfalls der damaligen Zeit geschuldet und man kennt die Titel eigentlich auswendig. Das passt sich dem Geschehen perfekt an und macht das Ganze schon zu einem besonderen Videospiel. Doch die Spielbarkeit selber leidet dabei – denn alleine ein Cast der Extraklasse aufzustellen reicht nicht aus.

Nun gut: Wir spielen die Rolle von Travis Baker, einem Drogendealer. Dieser will nicht nur sein Stoff verticken sondern auch noch die Kontrolle über die ganze Stadt erlangen. Und dabei stehen im natürlich eine Menge andere Drogenbanden im Weg. Doch mit Unterstützung seiner „alten“ Freunde wollen wir es schaffen um der König der Stadt zu werden. Und dabei helfen uns die schon oben erwähnten Stars aus der Hollywood-Riege. Doch manche zeigen dabei deutlich das sie irgendwie gar keine Lust auf diese ganze Geschichte haben. Ihre Rollen werden so unmotiviert gespielt das man das Gefühl hat sie machen es nur des Geldes wegen. Na klar machen sie es des Geldes wegen :). Besonders traurig ist dabei die schauspielerische Leistung von Chuck Norris zu sehen – oder die Rolle ist extra so für ihn geschrieben.

Crime Boss Console 1 scaled 1 Crime Boss: Rockay City im Test - 90er Trash Ikonen in einem Spiel vereintCrime Boss Console 2 scaled 1 Crime Boss: Rockay City im Test - 90er Trash Ikonen in einem Spiel vereintCrime Boss Console 6 scaled 1 Crime Boss: Rockay City im Test - 90er Trash Ikonen in einem Spiel vereintCrime Boss Console 9 scaled 1 Crime Boss: Rockay City im Test - 90er Trash Ikonen in einem Spiel vereint

Crime Boss: Rockay City bietet eine Menge Zwischensequenzen, die allesamt ein wenig durcheinander daherkommen. Als wir zum ersten Mal selbst Hand anlegen dürfen wissen wir eigentlich noch gar nicht worum es geht. Die weiteren unzähligen Filmchen führen uns aber Stück für Stück dahin. Spannend wird es trotzdem nicht. Auch wenn manche Passagen durchaus interessant sind, kommt kein gr0ßer Spielspaß auf. Wer Trash mag und auch noch mag wenn Trash Ikonen mit dabei sind der wird sicher begeistert sein. Das Spiel läuft nach dem Rogue-Like Prinzip und so habt ihr immer mehrere Möglichkeiten. Das nervt aber nach einer Weile und die Aufträge werden immer stumpfsinniger. Es geht eigentlich nur um Töten, Überleben und Geld verdienen. Klingt einfach – spielt sich aber nicht wirklich prickelnd. Die Levelaufstiege sollen für Motivation sorgen, machen aber auch nach mehreren Versuchen keinen großen Spaß. Zu träge sind die Dialoge, die Zwischensequenzen und das Spiel selbst.

Die Idee dahinter mag großartig gewesen sein. Doch wer hat das Geld freigegeben um diese „Stars“ zu bezahlen? Vanilla Ice kenn ich persönlich nur vom für mich schrecklichen Ice, Ice Baby Song. Seine Leistungen im Spiel sind auch nicht viel besser und erklären warum der Rapper nicht wirklich über diesen One Hit herausgekommen ist. Hat er hier etwas an ein großes Comeback geglaubt? Es hat nicht geklappt. Das Gleiche gilt für Chuck Norris, Kim Basinger und Danny Trejo. Immerhin Danny Glover kann man ein wenig ansehen das er schon etwas Bock auf das Game hatte. Am Ende ist es natürlich viel zu wenig und Crime Boss: Rockay City ist ein Spiel welches keinen hohen Wiederspielwert bietet. Das ist schade weil der Wille durchaus da war und es auch grafisch sicherlich viel schlechtere Games gibt. Doch der Spielspaß bleibt unserer Meinung am Ende einfach auf der Strecke.

Das Spiel bietet neben dem Singleplayer- auch noch einen Ko-Op Modus. Das kann man entweder mit Freunden oder direkt online mit anderen machen. Wir haben das mit zwei Freunden ausprobiert. Für wenige Minuten kam da sogar mal Fun auf, allerdings endet alles am Ende in einer wilden Schießerei und man ist froh wenn das Level beendet ist. Online selbst gibt es noch viele Probleme, da man sehr oft auf den Lobbys geschmissen wird. Das wird sicher bald mit einem Update behoben. Für ein paar Runden mit Freunden im Ko-Op Modus kann Crime Boss: Rockay City also durchaus mal herhalten. Und wir werden es auch sicher noch öfters mal probieren.

Im Endeffekt ist Crime Boss: Rockay City eine wilde Schießerei und ein Hollywood-Film wo man selbst eingreifen kann. Wir können Waffen kaufen, unsere Banden mit verschiedenen Charakteren ausrüsten und die Kontrolle über mehrere Orte  gewinnen. Doch es wiederholt sich zu viel und die Motivation bleibt auf der Strecke. Schade da das Potenzial unserer Meinung sicherlich da gewesen wäre. Auch wenn es überwiegend eher in der B-Movie Sparte landet ist teilweise sowas wie Wortwitz in den Dialogen vorhanden. Nur die Rolle von Chuck Norris macht uns traurig – das hat er in seinem hohen Alter echt nicht verdient. Wer schonmal Payday gespielt hat wird sich vielleicht an gewisse Ähnlichkeiten erinnern.

FAZIT:

Crime Boss: Rockay City bietet Glanz aus Hollywood – allerdings nur mit den beteiligten Schauspielern. Und diese haben nicht wirklich Lust auf ihren Job. Ob das am Ende so gewollt ist sei mal dahin gestellt. Das Spiel erinnert stark an Payday und bietet einen Single- sowie einen Multiplayer-Modus. Am Ende ist es aber nur eine wilde Schießerei mit vielen Explosionen, bekannten Gesichtern von damals und viele bunte Lichter. Schade es hätte durchaus mehr werden können.

WERTUNG: 69 / 100

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