0

Man könnte meinen Zombies sei für den Disney Channel eine einmalige Sache gewesen, da kam am 14. Februar 2020 bereits der zweite Teil auf dem namensgebenden Kanal. Damit kam die Fortsetzung nicht nur kurz vor der Pandemie raus, sondern auch bereits 2 Jahre nach dem ersten Teil der Reihe. Während die deutsche Erstausstrahlung des ersten Titels jedoch noch zeitnah mit dem amerikanischen stattfand, mussten wir auf die deutsche Erstausstrahlung des zweiten Teils deutlich länger warten. Ob pandemiebedingt steht nicht fest, hierzulande wurde uns Zombies 2 am 30. Oktober 2020 präsentiert und kam später dann auch auf Disney Plus. Nachdem wir uns kürzlich bereits den ersten Teil der Reihe ansehen haben und der dritte Teil nun auch in den Startlöchern steht, wird es Zeit Zombies 2 Revue passieren lassen und zu prüfen, ob er dem ersten Titel gerecht wird. Vor allem, aber ob die Werwölfe in einen Film namens Zombies passen.

Willkommen zu Disney Channel Legacy, einem Format, in welchem ich versuche alle Disney Channel Originals zu schauen und euch meine Erfahrung hier zu präsentieren! Die Betonung liegt hierbei deutlich auf dem Wort Erfahrung, da es sich nicht um eine Kritik oder gar eine kritische Auseinandersetzung handelt, sondern lediglich um Eindrücke, welche ich, während dem erneuten Schauen gewonnen habe.

Auftritt, Werwölfe!

Nach den Ereignissen des ersten Teils leben Menschen und Zombies in Harmonie zusammen. Die Seabrook High bereitet sich auf den kommenden Krabbenball vor, auf welchem jedes Jahr ein König und eine Königin gekrönt werden. Zed hat den Traum, dass es dieses Jahr ihn und Addison treffen wird. Bleiben wir bei Addison stehen, so ist diese mit einigen Menschen und Zombies im Cheer-Camp und muss sich besonders aufgrund ihrer Haarfarbe viele Vorwürfe gefallen lassen. Auf dem Heimweg vom Camp hat Zed den Plan Addison unterwegs zu überraschen und auf den Krabbenball einzuladen – wie man sich aber denken kann, geht dieser Versuch schief. Aufgrund von Zeds Plan baut der Bus einen Unfall und landet im Wald, wo Addison losrennt, um nach Zed zu schauen. Anstatt Zed erwartet sie aber – ihr glaubt es kaum – Werwölfe! Durch dieses Ereignis ist die ganze Stadt in Panik und die Bürgermeisterin setzt die Anti-Monster-Gesetze wieder in Kraft. Nun setz Zed alles daran, Schülersprecher zu werden, während Addison gerne die Cheerleader leiten will und dann sind da auch noch die Werwölfe. Kann das denn überhaupt gut gehen?

Mit dieser selbst verfassten Synopsis wollte ich euch einen Einblick in die Geschichte geben, wobei jede weitere Aussage Spoiler wären und dadurch von euch selbst entdeckt werden sollte. Zu Beginn des Films wird schnell klar, dass viele der bekannten Charaktere aus irgendeinem Grund die komplette Charakterentwicklung verloren haben. Egal ob Zed der eigentlich mit sich selbst im Reinen war oder Bucky, welcher im ersten Teil Zombies akzeptieren gelernt hat. Für den weiteren Verlauf der Geschichte ist es wichtig neues Charakterbuilding zu ermöglichen, warum dafür aber Charaktere im Denken vor den ersten Teil geworfen werden, trifft bei mir auf Unverständnis. Das hätte man bestimmt besser lösen können.

Dennoch hat der Film aus den Fehlern des ersten Teils gelernt. Nebencharaktere sind jetzt nicht bloß eindimensionale Felsbrocken ohne nennenswerten Einfluss und eigene Entwicklung. Charaktere wie Gonzo oder auch Brie, welche in Zombies nur als Witz dienten, entwickeln sich diesmal organisch neben den Protagonisten und es fühlt sich an, als führten sie ihr ganz eigenes Leben. Diese Unabhängigkeit der Nebencharaktere verleiht der gesamten Geschichte eine ungeahnte Tiefe und wächst dadurch über den ersten Titel des Franchise hinaus.

Die Limonade war nur ein kleiner Teil in einem großen Epos

Wie schon in Zombies funktioniert auch die Romanze zwischen Zed und Addison in Zombies 2 fantastisch. Funktionieren ist hier aber noch nicht weit genug gedacht, da der romantische Aspekt durch neue Probleme und andere Ansätze stärker in die Tiefe eintaucht und damit nicht nur zu schnulzigen, sondern auch entscheidenden Momenten in der Beziehung der beiden Charaktere führt. Leider wird die Geschichte des Films recht schnell abgearbeitet und die Geschehnisse bekommen keinen wirklichen Spielraum zu atmen und sich voll zu entfalten. Das Gleiche kann für die Sicht des Zuschauers gesagt werden, da man einfach keine Chance bekommt, sich mit den Themen und den Figuren lang genug auseinander zu setzen.

Themen im Film belaufen sich wie bereits im Vorgänger auf Rassismus und Akzeptanz, wobei diesmal der Fokus deutlich auf der Thematik Selbstfindung, wie auch Selbstbestimmung liegt. Ein toller Zusatz, welcher in der Fortsetzung hoffentlich noch stärker in den Mittelpunkt genommen wird, da die Geschichte rund um Addison immer noch offen ist und wir mit einem recht offenen Ende zurückgelassen wurden. Ich übernehme mich aber gerade und gehe wie der Film zu schnell auf das Ende der Geschichte zu. Bevor der Film überhaupt anfängt, bekommen wir einen komplett neuen Blick auf die Geschehnisse des ersten Teils. Hierbei ist der Limonadenunfall, welcher wiederum die Zombies erschafft, nur ein kleines Rädchen in der gesamten Story. Es begann schon bei der Gründung von Seabrook, in welcher die ersten Siedler einer Gruppe Werwölfe den sogenannten Mondstein stahlen, weshalb diese gerade nach und nach erkranken.

Und auch wenn ich mich doch frage, warum Werwölfe eingeführt wurden, wo die Zombies noch nicht auserzählt waren, muss ich zugeben, dass diese ein toller Zusatz in der Geschichte sind und den restlichen Cast großartig ergänzen. Anders als die Zombies vorher wirken die Werwölfe diesmal wie eine lebende und eigenständige Gemeinschaft. Sie haben ihre eigenen Probleme und agieren innerhalb der Geschichte auch unabhängig der Protagonisten oder anderen Gruppen. Das mag daran liegen, da sie einfach nicht direkt mit den anderen Gruppen in Verbindung stehen und abhängig sind, es sorgt aber für eine deutliche Abgrenzung und die Möglichkeit für sich zu stehen. Außerdem seien wir doch mal ehrlich – Werwölfe sind einfach cool.

Der Ruf der Wildnis

In meinem Eindruck zu Teen Beach Movie oder auch Descendants waren vor allem die Effekte ein deutlicher Kritikpunkt. Wo noch im ersten Zombies wenig Effekte Anwendung fanden, strotzt der zweite Teil mehr von solcher Art Unterfangen und hat es dadurch deutlich schwerer, nicht ins Lächerliche gezogen zu werden. Trotz dessen bin ich so ehrlich und würde behaupten, die Effekte seien für eine DCOM gar nicht mal so übel und erfüllen definitiv ihren Zweck. Greenscreen und bestimmte Leuchteffekte werden über die Laufzeit zwar auffällig, aber nie zu aufdringlich und halten sich damit auf einen guten Prozentsatz zurück. Ob ich das nur als Leihe so sehe oder ob es wirklich der Wahrheit entspricht, kann ich euch an dieser Stelle dann aber leider nicht mitteilen.

Was ich euch aber sagen kann, ist, dass auch die Lieder und Musicalnummern von Zombies 2 allererste Sahne sind und mit unterschiedlichen Tracks wie auch erinnerungswürdigen Choreografien trumpfen können. Besonders die Songs der Werwölfe sind purer Genuss. Da haben wir zum Beispiel We Own the Night oder auch Call to the Wild, welche beide die Wichtigkeit der Werwölfe und deren Art zu Leben in den Mittelpunkt rücken. Man muss hier von ausdrucksstarker und lebensbejahender Musik sprechen, welche nicht nur den Rudel, sondern das Leben an sich feiert. Seit dem ersten Schauen sind die Lieder ein fester Bestandteil meiner Playlist und werden mich wahrscheinlich auch in Zukunft nicht mehr loslassen.

Fazit

Es wird wohl Zeit, ein Fazit zu ziehen. Ich selbst bin der Meinung, Zombies 2 ist ein bisschen besser als der erste Teil. Nicht nur, weil der Film aus dem Vorgänger lernt, sondern viele gute Zusätze einbaut und über die lebensfrohe Musik ein komplett anderes Gefühl vermittelt. Auch wenn Kritikpunkte wie das Zurücksetzen der Charakterentwicklung, das offene Ende und der zu schnelle Ablauf der Geschichte bestehen bleiben, kann Zombies 2 über die komplette Laufzeit überzeugen und fordert vielleicht die ein oder andere Träne. Wer wie immer kein Fan von Musicalfilmen ist, bleibt lieber fern von der Zombieromanze. Alle anderen und vor allem begeisterte Fans des ersten Teiles, können mit der Fortsetzung nicht allzu viel falsch machen.

About author

Robin S.

Robin ist zwar mit Nintendo aufgewachsen, ist aber Zuhause auf der PlayStation und spielt, was ihm vor die Füße kommt. Auch sammelt er gerne physische Spiele und ist begeistert von wunderschönen Steelbooks.

Loading...