Doom – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Doom.

Erscheinungsdatum 16.09.2025
Zeichner Sanford Greene
Autor Sanford Greene, Jonathan Hickman
Format Softcover
Seitenanzahl 48
Stories Doom (2024) 1
Preis 5,99€

Victor von Doom gehört seit vielen Jahrzehnten zu den prägendsten Figuren im Marvel Kosmos. Kaum ein anderer Gegenspieler hat eine derart magnetische Ausstrahlung und eine so klare Vision von Macht, Ordnung und Kontrolle. Seine Rüstung und die kalte Entschlossenheit dahinter haben ihn zu einer Ikone gemacht, deren Schatten bis heute über unzähligen Geschichten liegt.

Gerade deshalb richtet sich derzeit viel Aufmerksamkeit auf Dr. Doom. Die Comics bieten seit jeher ein faszinierendes Spielfeld für seine Ambitionen und seinen inneren Konflikt. In jeder neuen Interpretation schimmern neue Facetten auf und genau diese Vielfalt hält seine Popularität lebendig und macht sie immer wieder spannend.

Mit dem kommenden Auftritt im Marvel Cinematic Universe wächst die Neugier noch einmal spürbar. Viele Fans fragen sich, welche Teile seines reich gefüllten Mythos die Filme aufgreifen und wie seine Machtfülle auf der großen Leinwand wirken wird. Der neue Comic mit dem schlichten Titel Doom erscheint genau zum richtigen Zeitpunkt und liefert frische Ansätze für ein zeitlos packendes Thema.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Doom – Comic-Kritik

Inhalt:

In einer fernen und düsteren Zukunft hat Galactus nicht nur die Erde samt ihrer einst stolzen Helden ausgelöscht, sondern das gesamte Universum bis an den Rand der Leere gefegt. Getrieben vom Verlangen, jedes letzte Fünkchen Existenz zu tilgen, streift er nun durch die kosmische Finsternis. Währenddessen durchqueren die brillante Valeria Richards und ihre treue KI HERBIE die sternenlosen Weiten auf der Suche nach einem Funken Hoffnung. Dieser Funken liegt in den Überresten von Dr. Doom, der einzigen Gestalt, die Galactus noch die Stirn bieten könnte. Doch um der finalen Auseinandersetzung entgegenzutreten, muss selbst Doom zu einer Macht heranwachsen, wie sie das All noch nie gesehen hat.

Jeder Comicfan weiß, dass Dr. Doom eine faszinierende Figur voller unzähliger Facetten ist, die kaum spannender sein könnten. Ich liebe es, wie man den Herrscher derzeit in den Comics wieder in den Vordergrund rückt, auch wenn man dies vermutlich dem kommenden Avengers Film zu verdanken hat. Doom ist als Comic eine äußerst spannende Sicht auf diesen Charakter. Es geht hier nicht um einen Doom, der herrschen oder vernichten möchte, sondern um eine Figur, die das kleine Restuniversum verteidigen und retten will. Hierbei erhalten wir einen philosophischen Monolog, der erzählerisch kaum wertvoller sein könnte. Victor von Doom wird in dieser kurzen Erzählung perfekt inszeniert und mit kraftvoller Action untermalt. Alles wirkt stimmig und vor allem bekommt man eine Geschichte, die im Gedächtnis bleibt. Wirklich lesenswert, wenn auch schnell wieder vorbei. Jonathan Hickman beweist erneut sein Können als bedeutender Autor der modernen Marvelwelt.

Zeichnungen:

Die Zeichnungen von Sanford Greene in Doom sind allesamt atemberaubend. Die chaotische Linienführung in Verbindung mit dem großartigen Charakterdesign führt zu Momenten, die man nicht so schnell vergisst. Besonders die Vielzahl an Marvelhelden, die in diesem Comic auftreten, verdient Lob, da es trotz ihrer Anzahl nie überladen wirkt. Im Gegenteil, es wirkt episch und voller Leben, selbst innerhalb einer postapokalyptischen Geschichte. Hier verweilt man gerne etwas länger auf einzelnen Seiten, was dem Comic spürbar mehr Raum verleiht, als er eigentlich hat. Es sind tolle Kunstwerke voller Wucht und Bedeutung und sie lassen die Action noch intensiver wirken. So müssen Comics sein.

Doom – Comic-Kritik

Fazit zu Doom:

Doom präsentiert sich als eindrucksvolle Mischung aus kosmischem Spektakel und tiefgründiger Charakterstudie. Der Comic nutzt seine kurze Erzählform erstaunlich effektiv und zeigt Victor von Doom in einem selten gesehenen Licht. Statt eines machthungrigen Tyrannen steht hier eine Figur im Vordergrund, die Verantwortung übernimmt und sich einem nahezu unbezwingbaren Feind stellt. Diese ungewöhnliche Ausrichtung macht die Geschichte besonders reizvoll und verleiht dem bekannten Charakter neue Stärke.

Die Handlung überzeugt vor allem durch ihre intensive Atmosphäre. Die Leere des nahezu ausgelöschten Universums liegt über jeder Szene und schafft ein Gefühl von Dringlichkeit. Gleichzeitig gelingt es Jonathan Hickman, den philosophischen Kern der Figur herauszuarbeiten. Der innere Monolog von Doom ist nicht nur poetisch und kraftvoll, sondern auch überraschend berührend. Der Comic lädt dazu ein, die Figur jenseits ihrer bekannten Rolle zu betrachten und neue Seiten an ihr zu entdecken.

Unterstützt wird die Geschichte durch beeindruckende Zeichnungen, die einen großen Teil der Wirkung ausmachen. Die dynamische Linienführung, die ausdrucksstarken Gesichter und die dramatischen Kompositionen erzeugen eine Wucht, die das Gefühl von Größe und Gefahr noch verstärkt. Jede Seite wirkt wie ein Kunstwerk, das die erzählerische Tiefe ergänzt und die Welt des Comics zum Leben erweckt.

Am Ende bleibt ein Werk, das trotz seiner Kürze lange nachhallt. Doom ist ein Comic, der nicht nur für eingefleischte Fans des Charakters geeignet ist, sondern für alle, die eine originelle und emotional kraftvolle Geschichte im Marvel Kosmos schätzen. Er bietet neue Perspektiven, starke Momente und einen frischen Blick auf eine der komplexesten Figuren des Verlags. Wer bereit ist, sich auf diese Reise einzulassen, wird mit einer überraschend intensiven und berührenden Erfahrung belohnt.

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