Marvel Rivals – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Marvel Rivals.

Erscheinungsdatum 24.06.2025
Zeichner Luca Claretti
Autor Paul Allor
Format Softcover
Seitenanzahl 48
Stories Marvel Rivals
Preis 6,99€

Seit der Ankündigung von Marvel Rivals hat das Spiel die Gaming-Community im Sturm erobert. Ein teambasierter Hero-Shooter, der Marvels ikonische Helden in actiongeladenen Gefechten aufeinandertreffen lässt, schien wie geschaffen für die heutige Multiplayer-Ära. Kaum war die Beta gestartet, überschlugen sich Streams, Fan-Arts und Diskussionen in den sozialen Medien – jeder wollte Teil dieses neuen Superhelden-Spektakels sein. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis Marvel das virtuelle Schlachtfeld um eine weitere Dimension erweitern würde.

Mit dem ersten Marvel Rivals-Comic wagte man am 24. Juni nun den Sprung von der digitalen in die gedruckte Welt. Eine Entscheidung, die auf den ersten Blick logisch erscheint: Wo, wenn nicht in einem Comic, könnten diese Charaktere ihre Geschichten am besten weiterführen? Schließlich hat das Medium selbst seine Wurzeln tief in der Marvel-DNA verankert. Doch zugleich wirft diese Veröffentlichung spannende Fragen auf: Braucht ein Spiel, das ohnehin auf spektakuläre Team-Dynamiken und Story-Fetzen setzt, wirklich eine Comic-Erweiterung? Oder dient das Ganze eher als geschicktes Marketing, um das Universum noch weiter zu vernetzen?

Genau hier setzt unsere Kritik an. Wir werfen einen Blick darauf, wie gut der Marvel Rivals-Comic den Geist des Spiels einfängt, ob er den Figuren mehr Tiefe verleiht – oder ob er am Ende nur eine hübsch gezeichnete Begleiterscheinung bleibt. Bevor wir jedoch ins Detail gehen, lohnt es sich, zunächst einen Schritt zurückzutreten und zu fragen, was dieses Crossover zwischen Spiel und Comic eigentlich so reizvoll macht.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Marvel Rivals – Comic-Kritik

Inhalt:

Marvel Rivals ist ein Spiel mit einer nicht ganz einheitlichen Geschichte, die sich über mehrere Universen erstreckt. Der Comic zum Spiel nimmt sich die Handlung aus Tokio 2099 zum Vorbild und erzählt vom Kampf um das Netz des Lebens. Anführer der beiden Teams sind Peni Parker auf der Seite von Spider-Zero und Spider-Man auf der Seite von Master Weaver. Teil des Teams sind unter anderem Luna Snow, Jeff, Namor, Captain America und Hulk. Es geht nicht nur darum, das Netz des Lebens zu beschützen, sondern auch darum, dass unsere Helden mehr über sich selbst und einander erfahren.

Marvel Rivals ist auf seinen 48 Seiten eine nette und unterhaltende Geschichte, die sich an den Ereignissen der Vorlage entlanghangelt, jedoch nie wirklich darüber hinausgeht. Das ist schade, denn man hätte mit diesem Comic so viel mehr Tiefe in das Spiel bringen können. Das einzig wirklich tiefgreifende Element ist die Beziehung zwischen Peni und Peter, die sich im Comic aus einem Missverständnis ergibt. Das ist cool und verleiht den beiden Figuren eine stärkere Bedeutung. Alles darüber hinaus bleibt plump und ist im besten Sinne ein spaßiges Abenteuer für jeden Marvel Fan. Wer also nicht zu viel erwartet und auch Fan des Spiels oder der Marke Marvel ist, ist mit diesem Comic gut bedient. Alle anderen bekommen eine schwache Story mit einem sinnlosen Code für ein Videospiel, das sie vielleicht gar nicht spielen.

Zeichnungen:

Dafür, dass Marvel Rivals als Spiel eine so starke Art Direction hat, lässt der erste Comic doch etwas zu wünschen übrig. Versteht mich nicht falsch. Die Zeichnungen sind hübsch und die Charaktere gut eingefangen, aber alles wirkt sehr generisch und ohne Bilder, die mir imposant im Gedächtnis geblieben sind. Hier hätte ich mir wirklich mehr gewünscht und auch mehr kreative Freiheit aufgrund der Thematik. So bleiben die Zeichnungen nicht im Kopf und der erste Marvel Rivals Comic nur eine nette Dreingabe ohne bleibenden Eindruck. Schon irgendwie schade.

Marvel Rivals – Comic-Kritik

Fazit zu Marvel Rivals:

Das erste Marvel Rivals Comic hinterlässt am Ende einen zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite ist es eine charmante Ergänzung zum Spiel und bietet Fans eine nette Gelegenheit, einige der beliebten Figuren in einem bekannten Medium zu erleben. Die Geschichte ist leicht verständlich, kommt ohne große Hürden aus und bietet genau die Art von unkomplizierter Unterhaltung, die man an einem Abend schnell weglesen kann. Gerade für diejenigen, die bereits im Spiel tief eingetaucht sind, fühlt sich das Comic wie ein freundliches Wiedersehen an.

Auf der anderen Seite bleibt das Potenzial des Projekts leider zu oft ungenutzt. Das Universum von Marvel Rivals bietet eine Vielzahl an erzählerischen Möglichkeiten, die in einem Comic wunderbar hätten vertieft werden können. Die Handlung kratzt diese Chancen jedoch nur an und konzentriert sich eher auf eine schnelle Abfolge von Ereignissen als auf ein intensiveres Ergründen der Figuren. Dadurch wirkt die Geschichte stellenweise etwas dünn und verliert an Bedeutung, sobald man die letzte Seite umblättert.

Auch die visuellen Elemente tragen zu diesem Eindruck bei. Obwohl die Zeichnungen sauber und ansprechend sind, fehlt es ihnen an ikonischen Momenten, die man dauerhaft im Gedächtnis behält. Im Vergleich zur kraftvollen Optik des Spiels schafft es das Marvel Rivals Comic nicht, eine ähnlich starke Identität zu entwickeln. Dadurch entsteht das Gefühl, dass hier mehr möglich gewesen wäre und die kreative Freiheit hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Am Ende bleibt Marvel Rivals ein solides Begleitprodukt, das vor allem Fans des Spiels ein wenig zusätzliche Freude bietet. Es ist ein netter Zusatz zum bestehenden Universum, aber kein Werk, das nachhaltig Spuren hinterlässt. Wer sich eine tiefere Ergänzung zur Spielwelt erhofft, wird eher enttäuscht zurückgelassen. Wer jedoch einfach Spaß an einer kurzen Marvel Geschichte hat und gerne mehr von den bekannten Figuren sieht, wird durchaus seinen Gefallen daran finden.

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