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Blossom Tales: The Sleeping King ist ein Action-Adventure aus dem Jahre 2017 und erschien ursprünglich auf der Nintendo Switch, wie auch dem PC. Mit einer durchschnittlichen Kritikerwertung von 80 auf Metakritik und einem User Score von 7.9 für die Nintendo Switch Fassung, gehört der Titel zwar nicht zu den besten, dennoch aber zu den Indie-Highlights der Hybrid-Konsole. Ich muss direkt zugeben, ich habe das Originalspiel leider verschlafen. Oftmals vom Titel gehört, war ich zu wenig an einem Zelda ähnlichen Indie-Titel interessiert. Am 16. August 2022 erscheint mit Blossom Tales 2: The Minotaur Prince nun eine Fortsetzung des Spiels von Castle Pixel. Ohne großes Zögern habe ich diesmal vor dem Release den Titel in seinen vollen Zügen genossen und meine Meinung in dieser Review niedergeschrieben. Wer nichts mit den alten The Legend of Zelda Spielen anfangen kann, der kann bereits die Seite schließen und sich anderem widmen. Alle Interessierten oder Fans sollten sich jetzt aber unbedingt den gesamten Test anschauen!

Unerwartete Selbstkontrolle

Getestet für die Nintendo Switch, übernehmen wir in Blossom Tales 2: The Minotaur Prince die Rolle des kleinen Mädchen Lily. Sie und ihr Bruder bekommen von ihrem Großvater eine Geschichte erzählt – eine Geschichte über den sogenannten Minotaurenkönig. In der Geschichte wachsen Lily und ihr Bruder in einem zentral gelegenen Dorf auf. Friedlich und voller Freude findet ein Fest statt, innerhalb welchen die beiden Geschwister es ermöglicht bekommen, am Finale des Kampftunieres anzutreten. Einen Treffer später liegt Lilys Bruder am Boden und beschwert sich über den unfairen Wettbewerb. Frustriert und genervt von ihrem Bruder ständigen Quengeleien wünscht sich das Mädchen von Minotaurenkönig ihren Bruder mitzunehmen. Ohne zu erwarten, der Wunsch ginge in Erfüllung, taucht das Monster auf und nimmt den Bruder kurzerhand mit. Geplagt von Schuldgefühlen, liegt es jetzt an Lily den Standort des Minotaurenkönig zu finden, ihren Bruder zu retten und das mythische Monster wieder zu verbannen.

Eine simple und dennoch faszinierende Geschichte, welche mich über die gesamte Länge des Abenteuers gefesselt hat. Dies lag in erster Linie aber nicht am Aufbau oder den Figuren, sondern an der Art wie man die Geschichte präsentiert. Generell lässt sich das Abenteuer auf zwei verschiedene Erzählebenen festlegen. Da haben wir zum einen das Spiel selbst und zum anderen der Großvater, welcher gerade die Geschichte seinen Enkelkindern präsentiert. Da Lily und Bruder auch auf der zweiten Erzählebene mit dem Großvater nicht immer einer Meinung sind, entsteht oftmals eine Diskussion zwischen beiden Geschwistern, welche schlussendlich in einer Entscheidung mündet. So will Lilys Bruder gegen Ninjas kämpfen, während Lily selbst sich eher Piraten gegenübersieht. Wogegen wollt ihr nun kämpfen? Es liegt ganz bei euch, was die Erzählstruktur oftmals aufpeppt und dadurch für Abwechslung sorgt. Zwar tauchen diese Entscheidungen häufig zu vorhersehbaren Zeitpunkten auf, durch die kurze Spieldauer existiert die Mechanik jedoch nicht länger als nötig.

Doch nur ein Zelda-Klon?

Das Fest, der Überfall und die Entführung – alles erinnert mich ein bisschen an The Legend of Zelda: The Minish Cap. Auch wenn dieser Vergleich unfair erscheinen mag, so muss sich Blossom Tales 2: The Minotaur Prince diesen Vergleich definitiv gefallen lassen. Ein Großteil der Inspiration stammt schließlich aus Nintendos Klassiker-Reihe. Das fängt an, bei der Top-Down-Ansicht, über die Puzzle und das Kampfsystem und endet bei den Herzteilen, von welchen wir vier einsammeln müssen, um ein neues Herz unser Eigen zu nennen. Man muss dem Spiel aber auch zugutehalten, dass es diese Inspiration nicht verstecken zu versucht und auch das Entwicklerstudio sehr offen mit diesem Fakt umgeht. Dennoch ist das Gameplay damit nur ein Klon und kann nicht als innovativ gewertet werden. Also auch, wenn sich die Steuerung top und das Gameplay flüssig anfühlt, muss man hier The Legend of Zelda als eigentlicher und maßgebende Quelle voranführen und den Titel teilweise als Klon betiteln. Zudem erinnern auch die Puzzles an eben diese bekannte Reihe, wobei ich nie das Gefühl hatte, sie seien zu schwer oder gar unlogisch in das Gameplay integriert.

Grafisch betrachtet ist das Spiel auch recht simpel gehalten. Die Umgebungen, wie auch das kreative Gegnerdesign strotzen aber nur so voller Farbenpracht und sind über das gesamte Abenteuer hinweg sehr schön anzusehen. Vor allem, dass jedes Gebiet auf der Map mit einer eigenen Farbauswahl und einem komplett eigenen Gefühl trumpft, wird das Erkunden der Welt so schnell nicht langweilig. Auch hier kann man dem Spiel seine Inspiration und damit die Auswahl der Umgebungen vorhalten. Da sich das Ganze aber dennoch recht eigen präsentiert und auch die organischen Umgebungen toll mit dem Gameplay verbinden, zählt die Grafik und alles was damit einhergeht zu einem klaren Highlight im Spiel. Es macht einfach Spaß Neues in den Umgebungen zu entdecken und auch die Vielzahl an Gegner zu bekämpfen.

Das hätte ich hier nicht erwartet …

Soundtechnisch gibt es nicht viel zu meckern. Die abenteuerlichen Klänge und die bedrohliche Musik in Kämpfen machen die Geschichte unvergessliche und unterstützen das Geschehen auf dem Handheld. Natürlich gibt es nicht viel besondere Stücke und auch wurde ich das Gefühl nicht los, bereits ein paar Tracks schon einmal gehört zu haben, trotzdem hat die Musik nie zu nerven begonnen und konnte mich stets dazu bewegen, den Ton voll aufzudrehen. Soundeffekte gehen in die gleiche Richtung. Nicht nur bekommen Angriffe und Ausweichen dadurch eine gewisse Wucht zugesprochen, auch wird es nie ruhig und man bekommt immer die richtige Untermalung für den Spielablauf. Ob aber euch die Musik zusagt, kann ich weniger beurteilen. Wer aber auf alte Pixelklänge im Retrostil steht, wird sich wohl wenig beschweren können.

Im Umfang enthalten ist eine doch recht kurze Geschichte, wie eine komplette Welt zum Erkunden. Lange habe ich für die Geschichte nicht gebraucht. Durch den Metroidvania ähnlichen Ansatz ist die Hauptstory jedoch sowieso nur ein kleiner Teil im doch gewaltigen Umfang. Ihr könnt die Geschichte komplett mit eurer Anfangswaffe durchspielen oder auf dem Weg die Welt erkunden, um kleinen unscheinbaren Nebenquests nachzugehen. Das großartige: Erkunden lohnt sich und hinter jeder Ecke kann die nächste Belohnung warten. Auch wenn es sich nur um Herzteil handelt, durch den nicht gerade niedrigen Schwierigkeitsgrad, freut man sich über jedes gefundene Item – und das Spiel hat einige davon versteckt. Wer nur der Hauptstoryline folgt, wird wohl nicht wirklich auf seine Kosten kommen. Wer aber gerne mal die Hauptpfade verlässt und auch mit neuen Fähigkeiten alte Gebiete erkundet, der wird wohl die ein oder andere Überraschung ausfindig machen …




Die Review basiert auf einem Review-Code von Playtonic Games. Blossom Tales 2: The Minotaur Prince ist komplett auf Deutsch spielbar und ist neben der Nintendo Switch auch auf dem PC erhältlich. Als Preis ist derzeit 12,49 € angegeben. Bis zum Release kann sich diese Zahl jedoch jederzeit noch ändern.


 

82%

Ein Zelda-Klon, aber ein guter!

Blossom Tales 2: The Minotaur Prince überzeugt mit einer tollen Grafik, einem angenehmen Sounddesign, so wie seiner Erzählstruktur, welche über zwei Ebenen hinweg funktioniert und euch zwischendurch die Wahl verschiedener Entscheidungen überlasst. All diese Pluspunkte werden jedoch davon überschatte, dass das Spiel im Endeffekt ein Zelda-Klon der alten Schule ist und somit Vergleiche mit dem großen Vorbild über sich ergehen lassen muss. Hierbei sei aber deutlich gemacht, dass Blossom Tales 2: The Minotaur Prince zumindest ein sehr guter Klon ist und durch seine nicht lineare Erkundung und den vielen Entdeckungsmöglichkeiten ein Spaß für Fans des Vorbilds, wie auch des ersten Teils ist. Aber auch Interessierte am Genre oder am generellen Abenteuer können mit dem Spiel nicht viel falsch machen.

  • Grafik
  • Sound
  • Story/Atmosphäre
  • Gameplay
  • Umfang
About author

Robin S.

Robin ist zwar mit Nintendo aufgewachsen, ist aber Zuhause auf der PlayStation und spielt, was ihm vor die Füße kommt. Auch sammelt er gerne physische Spiele und ist begeistert von wunderschönen Steelbooks.

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