Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Fantastic Four 1.
| Erscheinungsdatum | 03.02.2026 |
| Zeichner | Humberto Ramos |
| Autor | Ryan North |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 88 |
| Stories | Free Comic Book Day 2025: Fantastic Four/Giant-Size X-Men 1 (FF), Fantastic Four (2025) 1–3 |
| Preis | 9,99€ |
Die Welt der Fantastic Four war schon immer chaotisch. Mal kämpften sie gegen Wesen aus fremden Dimensionen, mal gegen Bedrohungen aus den Tiefen des Alls, nur um anschließend gemeinsam am Esstisch zu sitzen und sich wie eine ganz normale Familie anzufühlen. Genau dieser Kontrast machte die Gruppe über Jahrzehnte hinweg so besonders. Doch inzwischen scheint selbst dieses Fundament zu bröckeln. Wo früher Abenteuerlust und wissenschaftliche Neugier den Ton angaben, bestimmen nun Angst, Kontrolle und die bedrückende Gewissheit den Alltag, dass Doctor Doom seine Finger längst nach der gesamten Welt ausgestreckt hat.
Gerade die Fantastic Four spüren die Konsequenzen dieser Entwicklung besonders stark. Nicht nur, weil Doom seit jeher zu ihren gefährlichsten Widersachern zählt, sondern weil seine Macht inzwischen Dimensionen erreicht hat, die selbst für Reed Richards kaum noch berechenbar erscheinen. Während andere Helden längst gefallen sind oder sich dem neuen Status quo fügen mussten, sucht die Familie weiterhin nach einem Weg, dem Regime entgegenzutreten. Dabei geraten nicht nur ihre Kräfte, sondern vor allem ihre Beziehungen zueinander auf eine harte Probe. Hoffnung und Verzweiflung liegen oft nur einen einzigen Schritt auseinander.
Fantastic Four 1 setzt genau an diesem Punkt an und wirft die Leser mitten hinein in eine Welt, die sich vertraut und zugleich vollkommen fremd anfühlt. Zwischen familiären Spannungen, dem Druck einer beinahe aussichtslosen Situation und der ständigen Präsenz Dooms entfaltet sich eine Atmosphäre, die sofort neugierig macht. Noch bevor die eigentliche Handlung richtig Fahrt aufnimmt, wird klar, dass diese Reihe mehr sein möchte als nur das nächste klassische Superheldenabenteuer. Stattdessen deutet sich eine Geschichte an, die den Kern der Fantastic Four auf eine Weise herausfordert, wie man es lange nicht mehr erlebt hat.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:
Gerade als die Fantastic Four glauben, Dr. Doom endlich in die Enge getrieben zu haben, schlägt der Monarch von Latveria mit einem perfiden Plan zurück. In einem einzigen Moment werden Reed, Sue, Johnny und Ben voneinander getrennt und quer durch die Geschichte der Erde geschleudert. Plötzlich findet sich jeder von ihnen in einer fremden Epoche wieder, abgeschnitten von den anderen und gefangen in einer Welt voller tödlicher Gefahren. Während urzeitliche Landschaften, vergessene Zivilisationen und ferne Zukunftsvisionen ihren Überlebenswillen auf die Probe stellen, scheint die Zeit selbst gegen sie zu arbeiten. Ihre letzte Hoffnung ruht auf einem geheimnisvollen Stein, der seit Anbeginn der Erde existiert und jede Ära unversehrt überdauert hat. Doch um wieder zusammenzufinden, müssen die Vier nicht nur die Grenzen von Raum und Zeit überwinden, sondern auch beweisen, dass ihre größte Stärke selbst über Jahrmillionen hinweg unzerbrechlich bleibt.
Fantastic Four 1 ist ein spannender Neustart für die bekannte Marvel Familie unter der Herrschaft von Doom. Die Geschichte bietet viele Wendungen, interessante Ideen und einen gelungenen Mix aus Science Fiction, Zeitreise und Familiendrama. Gleichzeitig liegt hier aber auch die größte Schwäche des Comics. Während Fantastic Four – Doom – Herrscher der Welt die Verbindung zum großen Event bereits deutlich im Titel machte, hätte ich bei einer neuen Nummer 1 eine Geschichte erwartet, die sich auch ohne Vorwissen problemlos lesen lässt. Kennt man den aktuellen Status quo des Marvel Universums nicht oder hat das Event zuvor nicht gelesen, wirkt der Comic stellenweise wie ein verwirrendes Sammelsurium auseinandergerissener Storylines. Das ist besonders schade, weil im Kern unglaublich viel Potenzial in dieser Reihe steckt und viele spannende Ideen angedeutet werden. Dadurch bleibt Fantastic Four 1 vor allem eine starke Empfehlung für langjährige Fans, während Neueinsteiger vermutlich besser auf einen späteren Einstiegspunkt warten sollten.
Zeichnungen:
Die Zeichnungen von Humberto Ramos spiegeln für mich ein wenig die Probleme der Geschichte wider. Rein handwerklich sehen die Panels großartig aus und werden immer wieder von kreativen Einfällen aufgelockert. Gleichzeitig wirkt der Stil im Gesamtbild aber etwas zu generisch. Gerade bei den Fantastic Four würde ich mir wünschen, dass man visuell häufiger neue Wege geht, statt bekannte Muster immer wieder leicht verändert aufzuwärmen. Dabei merkt man durchaus, dass hier enormes Potenzial vorhanden ist. Deshalb blicke ich trotzdem optimistisch auf die Zukunft der Reihe und hoffe, dass sie in den kommenden Ausgaben noch stärker ihren eigenen Stil findet. Bis dahin bleibt der Comic für mich vor allem eine Empfehlung für Fans der Familie.

Fazit zu Fantastic Four 1:
Fantastic Four 1 hinterlässt einen etwas widersprüchlichen Eindruck. Auf der einen Seite steckt in diesem Neustart unglaublich viel Potenzial. Die Grundidee rund um die voneinander getrennten Familienmitglieder, die Reise durch verschiedene Zeitalter und die allgegenwärtige Bedrohung durch Doctor Doom sorgt für viele spannende Momente und einige wirklich kreative Einfälle. Gerade die Dynamik innerhalb der Familie bleibt dabei weiterhin das Herzstück der Reihe und erinnert immer wieder daran, warum die Fantastic Four seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Teams im Marvel Universum gehören.
Gleichzeitig macht es der Comic neuen Lesern unnötig schwer. Statt wie ein echter Neustart zu wirken, setzt die Geschichte sehr viel Wissen über den aktuellen Marvel Status quo voraus. Wer die vorherigen Ereignisse rund um Doom nicht kennt, wird sich schnell verloren fühlen und Schwierigkeiten haben, alle Zusammenhänge richtig einzuordnen. Dadurch verliert die Reihe leider einen Teil ihrer Zugänglichkeit, obwohl gerade eine neue Nummer 1 eigentlich die perfekte Gelegenheit gewesen wäre, auch neue Leser mitzunehmen.
Auch visuell liefert Humberto Ramos solide Arbeit ab. Viele Panels sehen dynamisch aus und besitzen den typischen energiegeladenen Stil, den man von ihm kennt. Dennoch fehlt der Reihe stellenweise ein eigener visueller Charakter, der wirklich heraussticht und sich langfristig im Gedächtnis festsetzt. Gerade bei einer Serie wie den Fantastic Four hätte ich mir etwas mehr Mut und Experimentierfreude gewünscht.
Am Ende bleibt Fantastic Four 1 trotzdem ein unterhaltsamer und vielversprechender Auftakt mit starken Ideen, spannender Atmosphäre und einer klaren Liebe zu den Figuren. Für langjährige Fans der Fantastic Four und Leser, die bereits tief im aktuellen Marvel Universum stecken, ist der Comic definitiv einen Blick wert. Neueinsteiger könnten dagegen Schwierigkeiten haben, wirklich Zugang zur Geschichte zu finden. Sollte die Reihe es schaffen, ihre Stärken in den kommenden Ausgaben noch stärker auszubauen und gleichzeitig zugänglicher zu werden, könnte hier dennoch eine richtig starke Fantastic Four Serie entstehen.
