Laura Kinney – Wolverine 1  – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Laura Kinney – Wolverine 1.

Erscheinungsdatum 10.03.2026
Zeichner Giade Belviso
Autor Erica Schultz
Format Softcover
Seitenanzahl 120
Stories Laura Kinney: Wolverine (2024) 1–5
Preis 16,00€

Es gibt nur wenige Figuren im Marvel Universum, deren Existenz von Anfang an so eng mit Schmerz, Kontrolle und der Suche nach einer eigenen Identität verbunden war wie Laura Kinney. Erschaffen als lebende Waffe, geprägt von Experimenten, Verlust und jahrelanger Gewalt, musste sie schon früh lernen, dass Freiheit niemals selbstverständlich ist.

In den vergangenen Jahren hat Laura viele Rollen eingenommen. Sie war Schülerin, Außenseiterin, X-Men-Mitglied und schließlich selbst Wolverine. Dabei ging es für die Figur nie nur um Kämpfe oder ihre tödlichen Fähigkeiten, sondern immer auch um die Frage, wer Laura eigentlich sein möchte, wenn niemand mehr Entscheidungen für sie trifft. Genau darin liegt bis heute die besondere Stärke der Figur. Während andere Helden ihre Masken tragen, um ihr wahres Ich zu verbergen, versucht Laura seit jeher überhaupt erst herauszufinden, wer dieses wahre Ich eigentlich ist.

Mit Laura Kinney – Wolverine 1 beginnt nun ein weiterer wichtiger Abschnitt dieser Entwicklung. Ohne sich länger allein über Logans Einfluss zu definieren, steht Laura zunehmend auf eigenen Beinen und sammelt Erfahrungen, die nur ihr selbst gehören. Die Serie deutet dabei früh an, dass sie nicht einfach bloß den Namen Wolverine weitertragen will, sondern lernen muss, was dieser Name für sie persönlich bedeutet. Zwischen Vergangenheit, Verantwortung und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben eröffnet der Comic damit eine spannende Ausgangslage, die neugierig darauf macht, welchen Weg Laura künftig einschlagen wird und welche Herausforderungen sie dabei erwarten.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Laura Kinney – Wolverine 1  – Comic-Kritik

Inhalt:

Schon als Kind wurde Laura Kinney dazu erschaffen, eine tödliche Waffe zu sein. Jahre voller Manipulation, Gewalt und Kontrolle haben sie geprägt, doch diese Zeit liegt hinter ihr. Heute kämpft sie nicht mehr für jene, die sie einst benutzt haben, sondern für Mutanten, die selbst zu Opfern skrupelloser Machenschaften werden. Als ein verzweifelter Hilferuf sie bis nach Dubai führt, gerät Laura auf eine gefährliche Spur aus Geheimnissen und Verrat. Gleichzeitig braut sich in Hell’s Kitchen eine Katastrophe zusammen: Die radikale Organisation Humanity First! plant einen verheerenden Anschlag mit einer lebenden Bombe. Zwischen gnadenlosen Gegnern, fanatischem Hass und ihrer eigenen Vergangenheit bleibt Laura kaum Zeit, das Unheil aufzuhalten, bevor eine ganze Stadt im Chaos versinkt.

Laura Kinney – Wolverine 1 fühlt sich wie ein passender Start für diesen neuen Wolverine an. Der Comic ist voller Action, gleichzeitig aber durchgehend von einer gewissen Schwermut geprägt. Man merkt direkt, dass es Laura noch immer schwerfällt, ihren Platz in der Welt zu finden, besonders nach ihrer traumatischen Vergangenheit. Die Themen rund um Mutantendiskriminierung sind dabei zwar nicht unbedingt neu, werden hier aber sehr gut umgesetzt und mit dem richtigen emotionalen Gewicht erzählt. Dadurch wirkt die Handlung greifbar und schafft eine stimmige Ausgangslage für Lauras neue eigene Reihe.

Dabei trifft sie auch immer wieder auf Mentoren und Weggefährten, die sich hervorragend in den Comic einfügen. Besonders Daredevil funktioniert als Partnerfigur überraschend gut an ihrer Seite, während Revolution mit einer ähnlichen Vergangenheit zusätzliche emotionale Parallelen schafft. Diese Team-ups sorgen nicht nur für Unterhaltung, sondern stehen auch inhaltlich sinnvoll mit Laura in Verbindung. Teilweise hätte ich mir zwar schon früh eine stärkere übergreifende Storyline gewünscht, allerdings deutet das Ende des Bandes bereits an, dass genau das noch folgen wird. Deshalb möchte ich hier noch gar nicht zu sehr meckern. Insgesamt ist dieser neue Wolverine-Comic nämlich wirklich richtig stark geworden.

Zeichnungen:

Die Zeichnungen von Giada Belviso in Laura Kinney – Wolverine 1 sind genauso stark wie die Geschichte selbst. Sie wirken brutal, aber nie überzogen, emotional, aber dennoch angenehm zurückhaltend – immer passend zu dem, was gerade im Panel passiert. Besonders die Charaktergestaltung ist dabei unglaublich gelungen. Der Comic sieht durchgehend fantastisch aus und liefert viele eindrucksvolle Bilder. Vor allem eine Szene rund um einen Mord von Laura im letzten Issue des Bandes ist mir dabei besonders im Kopf geblieben – wenn ihr an dieser Stelle angekommen seid, wisst ihr vermutlich sofort, welche Szene gemeint ist. Wirklich stark umgesetzt. Von dieser Serie möchte ich definitiv mehr sehen!

Laura Kinney – Wolverine 1  – Comic-Kritik

Fazit zu Laura Kinney – Wolverine 1:

Laura Kinney – Wolverine 1 schafft genau das, was ein Neustart rund um Laura Kinney erreichen sollte: Der Comic fühlt sich vertraut an, ohne dabei einfach nur alte Ideen zu wiederholen. Statt Laura lediglich als weibliche Version von Wolverine darzustellen, konzentriert sich die Reihe darauf, was sie als eigene Figur ausmacht. Gerade dieser Fokus auf ihre Persönlichkeit, ihre Vergangenheit und ihren inneren Konflikt hebt den Band deutlich hervor und sorgt dafür, dass die Geschichte trotz vieler Actionmomente überraschend emotional wirkt.

Besonders gelungen ist dabei die Mischung aus brutalen Kämpfen, ernsten Themen und ruhigeren Charaktermomenten. Die Handlung erfindet das Rad zwar nicht neu, schafft es aber dennoch, durch ihre Atmosphäre und die starke Darstellung von Laura konstant spannend zu bleiben. Vor allem die Momente, in denen sie mit ihrer Vergangenheit oder ihrer Rolle als Wolverine ringt, geben der Serie ein emotionales Gewicht, das vielen vergleichbaren Action-Comics oft fehlt. Gleichzeitig funktionieren auch die eingebauten Team-ups hervorragend, weil sie nicht wie reine Gastauftritte wirken, sondern Lauras Entwicklung sinnvoll unterstützen.

Auch visuell überzeugt der Band nahezu durchgehend. Giada Belviso liefert dynamische, harte und gleichzeitig sehr ausdrucksstarke Zeichnungen ab, die perfekt zur Stimmung der Geschichte passen. Besonders die emotionalen Szenen profitieren enorm von der Bildsprache und sorgen dafür, dass viele Momente lange im Kopf bleiben.

Am Ende hinterlässt Laura Kinney – Wolverine 1 vor allem eines: große Lust auf mehr. Der Band legt eine starke Grundlage für die neue Reihe, etabliert Laura überzeugend als eigenständige Wolverine und deutet gleichzeitig bereits größere Konflikte für die Zukunft an. Wer die Figur schon länger verfolgt oder einfach Lust auf einen düsteren, emotionalen und actionreichen Marvel-Comic hat, sollte hier definitiv einen Blick riskieren.

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