Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Fantastic Four – First Steps.
| Erscheinungsdatum | 24.02.2026 |
| Zeichner | Mark Buckingham |
| Autor | Matt Fraction |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 40 |
| Stories | Fantastic Four: First Steps (2025) 1 |
| Preis | 4,99€ |
Kaum ein Team im Marvel Kosmos steht so sehr für Aufbruch, Entdeckergeist und das Staunen über das Unbekannte wie die Fantastic Four. Seit ihrer ersten Mission, die sie durch kosmische Strahlung für immer veränderte, verkörpern Reed Richards, Sue Storm, Johnny Storm und Ben Grimm nicht nur Superhelden, sondern auch eine Familie im Ausnahmezustand. Zwischen wissenschaftlicher Neugier, persönlicher Verantwortung und den Herausforderungen ihrer neu gewonnenen Kräfte bewegt sich ihre Geschichte stets auf einem schmalen Grat. Genau diese Mischung aus Menschlichkeit und Vision hat sie über Jahrzehnte hinweg zu einer der prägendsten Gruppen der Comicgeschichte gemacht.
Mit Fantastic Four – First Steps wird nun ein spannender Blick zurück gewagt, der gleichzeitig mehr ist als nur ein klassisches Prequel. Der Comic versteht sich als Vorgeschichte zum gleichnamigen Film und schlägt dabei eine ungewöhnliche Brücke zwischen zwei Medien. Besonders reizvoll ist dabei die Idee, dass diese Erzählung nicht nur für den Leser existiert, sondern auch innerhalb der Filmwelt selbst als kanonisches Werk gilt. Damit verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Metaebene auf eine Weise, die neugierig macht und dem Ganzen eine zusätzliche erzählerische Tiefe verleiht.
Genau hier beginnt die eigentliche Faszination. Denn Fantastic Four – First Steps spielt bewusst mit der Wahrnehmung seines Publikums und durchbricht dabei auf subtile Weise die vierte Wand, ohne sich in reinen Spielereien zu verlieren. Stattdessen entsteht das Gefühl, Teil eines größeren Ganzen zu sein, in dem Comic und Film nicht nebeneinander stehen, sondern ineinandergreifen. Diese besondere Konstruktion weckt Erwartungen, stellt Fragen und macht vor allem eines: Lust darauf, genauer hinzuschauen und herauszufinden, wie dieses Experiment letztlich aufgeht.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:
Vier Jahre sind vergangen, seit die Fantastic Four ihre außergewöhnlichen Kräfte öffentlich gemacht und damit die Welt für immer verändert haben. Nun blicken wir auf den Moment zurück, in dem alles begann, und erleben mit neuer Intensität die erste folgenschwere Begegnung der Superheldenfamilie mit dem geheimnisvollen Mole Man, ein Ereignis, das nicht nur ihre Fähigkeiten, sondern auch ihren Zusammenhalt auf die Probe stellt.
Wer Fantastic Four – First Steps gesehen hat, weiß, was für ein gelungenes MCU-Abenteuer dieser Film geworden ist. Gleichzeitig dürfte bekannt sein, dass innerhalb des Films Merchandising zur Superheldenfamilie existiert, darunter auch ein Comic, der von ihren Anfängen erzählt. Genau dieser Comic liegt hier nun vor, was ihn zu einem besonders spannenden Tie-in macht, das noch tiefere Einblicke in dieses Universum liefert. Die Geschichte ist dabei weder besonders vielschichtig noch umfangreich, macht aber durchgehend Spaß und funktioniert vor allem für Fans des Films als stimmige Prequel-Erzählung.
Hinzu kommen die Zwischenseiten mit fiktiven Werbeanzeigen und Interviews, die den Eindruck verstärken, der Comic stamme direkt aus der Filmwelt. Dabei nimmt man sich augenzwinkernd auch der Kritik an, dass Marvel im amerikanischen Raum für seine Vielzahl an Merchandising-Produkten bekannt ist. Ergänzt wird das Ganze durch Zeitungsartikel aus dem Film sowie zusätzliche Informationen zu den Figuren, die den Charakteren mehr Gewicht verleihen. Das ist eine richtig clevere Idee, die man sich gerne auch für zukünftige MCU-Projekte wünschen würde.
Zeichnungen:
Die Zeichnungen in Fantastic Four – First Steps sind bewusst klassisch gehalten und orientieren sich stark an einer früheren Comic-Ära. Normalerweise spricht mich dieser Stil weniger an, hier passt er jedoch hervorragend zum Kontext des Comics und zur bewusst klischeehaften Erzählweise. Zudem gelingt es erstaunlich gut, Schauspieler wie Pedro Pascal in Comicform einzufangen, was die Illusion weiter verstärkt, dass dieser Comic tatsächlich direkt aus dem Universum der Fantastic Four stammen könnte.

Fazit zu Fantastic Four – First Steps:
Unterm Strich ist Fantastic Four – First Steps ein ungewöhnliches, aber gerade deshalb reizvolles Comic-Erlebnis, das weniger durch erzählerische Komplexität als vielmehr durch seine clevere Einbettung in ein größeres Konzept überzeugt. Die Geschichte selbst bleibt bewusst einfach gehalten und konzentriert sich darauf, einen wichtigen Moment in der Historie der Fantastic Four neu zu erzählen. Gerade dadurch wirkt sie zugänglich und rund, ohne sich in unnötigen Details zu verlieren.
Seine eigentliche Stärke entfaltet der Comic jedoch auf der Metaebene. Die Idee, ein Werk zu erschaffen, das gleichzeitig Teil der Filmwelt ist und diese erweitert, sorgt für einen besonderen Reiz, der über die reine Handlung hinausgeht. Man merkt, wie viel Gedanken in dieses Zusammenspiel aus Film und Comic geflossen sind. Es entsteht das Gefühl, ein Stück dieses Universums tatsächlich in den Händen zu halten, was vor allem Fans des Films besonders abholen dürfte.
Auch die ergänzenden Inhalte wie Werbeseiten und fiktive Artikel tragen maßgeblich dazu bei, diese Illusion zu verstärken. Sie machen den Comic nicht nur zu einer Geschichte, sondern zu einem kleinen Gesamtpaket, das die Welt der Fantastic Four greifbarer macht. Zusammen mit dem bewusst gewählten Zeichenstil ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, das genau weiß, was es sein möchte, und dieses Konzept konsequent durchzieht.
Wer eine tiefgründige oder besonders komplexe Story erwartet, wird hier vielleicht nicht vollständig fündig. Wer sich jedoch auf das Experiment einlässt und Freude an kreativen Ideen sowie an der Verbindung von Medien hat, bekommt mit Fantastic Four – First Steps ein charmantes und durchdachtes Tie-in, das vor allem eines schafft: Es erweitert die Faszination rund um die Fantastic Four auf eine angenehm spielerische Weise.
