Wonder Man – Comic-Kritik

von Robin S.
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Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Wonder Man.

Erscheinungsdatum 09.12.2025
Zeichner Don Heck, George Pérez, u.a.
Autor U.A., Stan Lee, David Michelinie
Format Softcover
Seitenanzahl 112
Stories Avengers (1963) 9, Wonder Man (1986) 1, Marvel Two-In-One (1974) 78, Avengers (1998) 14
Preis 12,00€

Manche Helden des Marvel-Universums stehen seit jeher im Rampenlicht, andere bewegen sich eher am Rand der großen Aufmerksamkeit und entfalten ihren Reiz gerade durch diese besondere Position. Wonder Man gehört zweifellos zu diesen Figuren. Seit seinem ersten Auftritt hat er eine wechselhafte, teils widersprüchliche Geschichte durchlaufen, die ihn immer wieder neu definiert hat. Eine Comic-Sammlung, die sich vier ikonischen Stories widmet und darunter auch seine Origin-Story vereint, bietet deshalb eine spannende Gelegenheit, den Charakter in konzentrierter Form neu zu entdecken.

Diese Auswahl an Geschichten verspricht einen Blick auf die zentralen Facetten von Wonder Man, ohne ihn auf eine einzige Rolle festzulegen. Sie zeigt einen Helden, der zwischen klassischen Superheldenmotiven und sehr persönlichen Konflikten steht und dessen Bedeutung sich oft erst im Zusammenspiel mit seinem Umfeld erschließt. Genau hier liegt der Reiz dieser Sammlung, die nicht nur nostalgische Momente bereithält, sondern auch verdeutlicht, warum Wonder Man über Jahrzehnte hinweg immer wieder aufgegriffen und neu interpretiert wurde.

Zusätzliche Aktualität erhält der Comic durch den Blick auf das, was kurz bevorsteht. Am 27. Januar startet auf Disney+ eine Serie zu Wonder Man im Marvel Cinematic Universe. Ohne der Serienumsetzung vorzugreifen, schärft dieses bevorstehende MCU-Debüt den Blick für die Vorlage und macht neugierig darauf, wie der Held dort interpretiert wird. Umso spannender ist es, sich vorab mit den Comic-Wurzeln zu beschäftigen. Gut, dass Panini hierzu den kommenden Comic Wonder Man veröffentlicht hat.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Wonder Man – Comic-Kritik

Inhalt:

Wonder Man gilt als der wohl mächtigste Avenger der Welt und zugleich als gefeierter Filmstar und genau dort beginnt seine außergewöhnliche Geschichte. Sein erster großer Auftritt verändert alles, denn er erhält unfassbare Kräfte, zahlt dafür jedoch einen hohen Preis und wird vor die unmögliche Aufgabe gestellt, sich gegen die mächtigsten Helden der Erde zu behaupten. Zwischen Ruhm und innerem Konflikt stürzt er sich in spektakuläre Abenteuer, kämpft Seite an Seite mit dem Ding und erlebt gemeinsam mit seinem engsten Vertrauten Beast Herausforderungen, die seine Loyalität, seine Stärke und seinen Platz unter den Helden immer wieder aufs Neue auf die Probe stellen.

Wonder Man ist kein neuer Comic, das muss euch bewusst sein. Es handelt sich um eine Sammlung von vier der ikonischsten Geschichten, darunter sein erster Auftritt in Avengers 9 aus dem Jahr 1963. Hier wird direkt deutlich, dass Simon zwar von Anfang an eine eher klischeehafte Geschichte bekam, jedoch später immer facettenreicher wurde und durch sein Leben als Schauspieler einen zusätzlichen Charakterzug erhielt, der ihn von anderen Helden abhob.

Die Stories sind allesamt richtig spannend, wenn auch ihrer Zeit geschuldet stellenweise etwas zäh zu lesen. Für mich war es dennoch ein Riesenspaß, die Hintergründe von Wonder Man zu ergründen, bevor er bald seinen ersten Auftritt im MCU hat. Alle, die sich auf die Serie freuen oder einfach Superhelden lieben, kommen mit diesem Blick in die Vergangenheit eines eher vergessenen Helden voll auf ihre Kosten.

Zeichnungen:

Die Zeichnungen von Don Heck, George Pérez und anderen sind durchweg actionreich und voller cooler Momente, bedenkt man die Zeit, in der sie entstanden sind. Betrachtet man die Panels mit heutigen Augen, wirken sie stellenweise eher schwach, lieblos und ideenarm. Das liegt jedoch daran, dass sich der Zeichenstil im Laufe der Jahrzehnte stark weiterentwickelt hat. Bezieht man die Entstehungszeit mit ein, erkennt man, wie viel Mühe investiert wurde, um Wonder Man als neuen, coolen Helden zu etablieren. Eine weitere geniale Idee aus dem kreativen Kopf von Stan Lee. Genießt die Bilder einfach als Kunst aus der Vergangenheit, dann bekommt ihr hier wirklich viele sehenswerte Werke geboten.

Wonder Man – Comic-Kritik

Fazit zu Wonder Man:

Wonder Man ist eine Sammlung, die vor allem durch ihre historische und erzählerische Bedeutung überzeugt. Sie bietet keinen modernen Hochglanz-Comic, sondern einen ehrlichen Blick auf die Entwicklung eines Helden, der nie ganz im Mittelpunkt stand und gerade deshalb so interessant ist. Die Geschichten zeigen eindrucksvoll, wie sich Simon Williams über die Jahre verändert hat und wie aus einer zunächst recht einfachen Figur ein Charakter mit Tiefe, inneren Konflikten und Wiedererkennungswert wurde.

Besonders spannend ist dabei die Vielseitigkeit von Wonder Man. Er ist Avenger, Außenseiter, Schauspieler und tragische Figur zugleich. Diese Mischung macht ihn einzigartig und hebt ihn klar von vielen anderen Helden seiner Zeit ab. Die Sammlung verdeutlicht sehr gut, dass seine Stärke nicht nur in seinen Kräften liegt, sondern vor allem in seiner emotionalen Zerrissenheit und seiner Suche nach Zugehörigkeit. Genau das macht ihn auch heute noch relevant.

Natürlich merkt man den Geschichten ihr Alter an. Erzähltempo, Dialoge und Zeichenstil sind klar in ihrer Zeit verankert und wirken aus heutiger Sicht stellenweise sperrig. Wer sich darauf einlässt und bereit ist, Comics auch als Zeitdokumente zu lesen, wird dafür jedoch mit viel Charme, Nostalgie und wichtigen Einblicken in die Marvel-Geschichte belohnt.

Als Vorbereitung auf die kommende Serie im Marvel Cinematic Universe funktioniert dieser Band hervorragend. Er liefert das nötige Hintergrundwissen, ohne zu überfordern, und macht neugierig darauf, wie Wonder Man für ein neues Publikum interpretiert wird. Für Fans klassischer Marvel-Comics, Sammler und alle, die über den Tellerrand der bekannten A-Liste-Helden hinausblicken möchten, ist diese Sammlung eine klare Empfehlung.

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