Logan – Schwarz, Weiß & Blut – Comic-Kritik

Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Logan – Schwarz, Weiß & Blut.

Erscheinungsdatum 29.09.2026 
Zeichner Andres Mossa, Adam Lins, Daniel Picciotto, Gary Brown, Pere Perez, Rafaele Lenco, Adam Kubert, Dave Wachter, Giuseppe Camuncoli, Jan Bazaldua, Mirka Andolfo, Phil Noto, Piotr Kowalski, Robert Gill
Autor Frank Tieri, Giuseppe Camuncoli, Phil Noto, Phillip Kennedy Johnson, Ethan Sacks, Marc Bernadin, Ben Percy, Mirka Andolfo, Karla Pacheco, Larry Hama, Saladin Ahmed, Tom Waltz
Format Hardcover
Seitenanzahl 136
Stories Logan: Black, White & Blood (2026) 1–4
Preis 26,00€

Logan gehört seit Jahrzehnten zu den faszinierendsten und zugleich tragischsten Figuren des Marvel-Universums. Als Mutant mit außergewöhnlichen Selbstheilungskräften, ausfahrbaren Adamantiumklauen und einem nahezu unzerstörbaren Skelett ist er ein gefährlicher Kämpfer, der selbst den härtesten Gegnern das Fürchten lehrt. Doch hinter der rauen Fassade des Einzelgängers verbirgt sich eine Figur, deren Leben von Verlusten, Gewalt und schmerzhaften Erinnerungen geprägt ist. Seine lange Lebensspanne hat ihn durch zahlreiche Epochen geführt und aus ihm einen Mann gemacht, der mehr erlebt hat, als die meisten Menschen überhaupt begreifen können.

Gerade Logans Vergangenheit macht ihn zu einer besonders spannenden Figur für eigenständige Geschichten. Ob als einsamer Wanderer, gnadenloser Krieger oder treuer Verbündeter der X-Men, seine Geschichte ist eng mit den dunkelsten Seiten der Menschheit und den Gefahren seiner eigenen Natur verbunden. Dabei ist es vor allem der Gegensatz zwischen seinem brutalen Ruf und den persönlichen Konflikten, die ihn antreiben, der Wolverine seit Generationen zu einem der beliebtesten Marvel-Charaktere macht. Nicht jede Erinnerung ist dabei eine, an die er gerne zurückdenkt, und längst nicht alle Geheimnisse seiner Vergangenheit lassen sich so einfach begraben.

Mit Logan – Schwarz, Weiß & Blut rückt Marvel genau diese Facetten des beliebten Mutanten in den Mittelpunkt und präsentiert eine besondere Reise durch verschiedene Momente seiner bewegten Geschichte. Wie der Titel bereits andeutet, setzt der Comic dabei auf eine außergewöhnliche visuelle Gestaltung, die sich auf Schwarz, Weiß und markante rote Farbakzente beschränkt. Ob sich dieser Comic damit aber lohnt, erfahrt ihr in dieser Kritik!

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:

Logans langes Leben ist geprägt von gefährlichen Missionen und bewegten Zeiten. Ob als Soldat in den 1950er-Jahren, als Alkoholschmuggler nach dem Ersten Weltkrieg oder bei der Jagd auf einen Serienkiller in den 1970er-Jahren, der Mutant gerät immer wieder in brenzlige Situationen. Auch die Folgen des Waffe-X-Projekts, eine geheime Mission mit Carol Danvers sowie sein Leben als Farmer oder unter der Identität Patch in Madripoor gehören zu den vielen Stationen seiner bewegten Vergangenheit.

Eine Zusammenfassung der gesamten Geschichte lässt sich kaum schreiben. Das liegt daran, dass Logan – Schwarz, Weiß & Blut eine Anthologie mit zwölf verschiedenen Kurzgeschichten ist, die sich über sein gesamtes Leben erstrecken. Dabei liegt der Fokus weniger auf seiner Persona als Wolverine, sondern vielmehr auf Logan selbst, der nicht immer der Held war, als den wir ihn heute kennen. Überraschenderweise ist dabei jede einzelne Geschichte ein wirklich gelungener und vor allem visueller Einblick in Logans bewegte Vergangenheit. Ich hatte erwartet, dass die Qualität zwischen den einzelnen Geschichten variieren würde, doch jeder Abschnitt hat mir unglaublich gut gefallen.

Tiefe Storylines dürft ihr dabei natürlich nicht erwarten. Es sind eben Kurzgeschichten mit kleinen Einblicken, die nicht genug Zeit haben, sich vollständig zu entfalten. Das versucht der Comic aber auch gar nicht. Stattdessen wirkt er wie ein Schnelldurchlauf voller spannender Momente, die zusammen ein großes Gesamtbild davon zeichnen, wer Logan eigentlich ist. An Brutalität spart dabei keiner der Autoren, was die Natur des X-Men eindrucksvoll widerspiegelt. Eine fantastische Sammlung, die Fans der Figur viel Spaß bereitet und auch für alle interessant ist, die Logan erst noch für sich entdecken wollen.

Zeichnungen:

Die Zeichnungen … Oh mein Gott, die Zeichnungen sind wirklich fantastisch! Logan – Schwarz, Weiß & Blut greift das Konzept auf, mit dem Marvel Geschichten erzählt, die ausschließlich in Schwarz, Weiß und Rot gehalten sind. Dadurch ergeben sich zahlreiche kreative Möglichkeiten, die in diesem Comic hervorragend genutzt werden. Die einzelnen Geschichten stecken voller Panels, die aus dieser bewussten Einschränkung das Beste herausholen und regelrechte Kunstwerke erschaffen, die einem Charakter wie Logan mehr als gerecht werden.

Schon der Comic rund um seine Persona als Wolverine in diesem Format war klasse, doch bei Logan funktioniert das Konzept meiner Meinung nach sogar noch besser. Seine raue, kompromisslose Art passt hervorragend zur reduzierten Farbpalette und sorgt für beeindruckende Bilder, die ich mir wahrscheinlich deutlich länger angesehen habe, als ich ursprünglich vorhatte. Die Zeichnungen sind unglaublich kreativ, voller Energie und visuell abwechslungsreich. Allein wegen der künstlerischen Gestaltung ist dieser Comic einen Blick wert. Wirklich, wirklich großartig!

Fazit zu Logan – Schwarz, Weiß & Blut:

Logan – Schwarz, Weiß & Blut ist eine fantastische Sammlung für alle Fans des beliebten Mutanten. Die zwölf Kurzgeschichten bieten einen abwechslungsreichen Einblick in die verschiedenen Phasen seines langen Lebens und zeigen, wie vielseitig die Figur abseits ihrer bekannten Rolle als Wolverine sein kann. Auch wenn die einzelnen Geschichten aufgrund ihrer Kürze keine tiefgreifenden Handlungen entfalten können, gelingt es ihnen, spannende und unterhaltsame Momentaufnahmen aus Logans bewegter Vergangenheit zu präsentieren. Besonders positiv überrascht hat mich dabei, dass mich wirklich jede einzelne Geschichte überzeugen konnte.

Das absolute Highlight sind jedoch die Zeichnungen. Die Beschränkung auf Schwarz, Weiß und Rot wird von den verschiedenen Künstlern unglaublich kreativ genutzt und verleiht den Geschichten eine ganz eigene Atmosphäre. Die Panels sind teilweise echte Kunstwerke, die Logans brutale und zugleich tragische Natur perfekt einfangen. Gerade diese visuelle Gestaltung macht den Comic zu einem besonderen Erlebnis und sorgt dafür, dass man sich manche Seiten gerne etwas länger anschaut.

Wer eine zusammenhängende Geschichte mit viel Tiefgang erwartet, dürfte hier möglicherweise nicht ganz auf seine Kosten kommen. Wer hingegen spannende Kurzgeschichten, kompromisslose Action und außergewöhnliche Zeichnungen schätzt, bekommt mit Logan – Schwarz, Weiß & Blut eine rundum gelungene Sammlung. Für mich ist der Comic nicht nur eine unterhaltsame Reise durch Logans Vergangenheit, sondern auch ein visuelles Highlight, das ich jedem Fan der Figur ans Herz legen kann.

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