Daredevil 1 – Comic-Kritik

Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Daredevil 1.

Erscheinungsdatum 10.11.2026 
Zeichner Lee Garbett
Autor Stephanie Phillips
Format Softcover
Seitenanzahl 72
Stories Daredevil (2026) 1–3
Preis 9,99€

Daredevil gehört zu den faszinierendsten Helden des Marvel-Universums. Hinter der Maske des Mannes ohne Furcht steckt Matt Murdock, ein blinder Anwalt aus New York, der durch einen Unfall als Kind sein Augenlicht verlor und dafür außergewöhnliche Sinne entwickelte. Mit seinen Fähigkeiten kämpft er gegen das Verbrechen, während er sich als Anwalt für Gerechtigkeit einsetzt. Gerade der Konflikt zwischen seinem Beruf, seinen persönlichen Überzeugungen und seinem Leben als maskierter Held macht ihn zu einer besonders vielschichtigen Figur.

Auch im Marvel Cinematic Universe hat Daredevil eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach dem Erfolg seiner düsteren Netflix-Serie schien seine Zukunft zunächst ungewiss, bis Matt Murdock mit Auftritten in Spider-Man: No Way Home und She-Hulk: Die Anwältin ins MCU zurückkehrte. Mit Daredevil: Born Again erhielt er schließlich eine neue eigene Serie. Seine Rückkehr zeigt, wie beliebt der Held ist, der sich trotz aller Rückschläge immer wieder seinen Gegnern stellt und dabei oft mit seinen eigenen moralischen Grenzen ringt.

In den Comics beginnt für Matt Murdock nun ein neues Kapitel. In der aktuellen Reihe übernimmt er eine ungewohnte Aufgabe als Gastprofessor an der Empire State University (ESU). Damit muss sich der erfahrene Anwalt in einer neuen Rolle beweisen, ohne dass sein Leben als Daredevil dadurch einfacher wird. Daredevil 1 verspricht einen spannenden Einstieg in diese neue Phase und macht neugierig darauf, wie sich Matt Murdocks Alltag zwischen Universität, Gerechtigkeit und seinem Doppelleben als Superheld entwickeln wird.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:

Hell’s Kitchen ist ein Viertel voller dunkler Geheimnisse, doch früher oder später kommt jede Wahrheit ans Licht. Matt Murdock hat seine Zeit als Anwalt hinter sich gelassen und unterrichtet inzwischen als Professor am College. Doch seine neue Rolle bringt ihn ins Visier eines gefährlichen Gegners: Omen kann jeden Zug seiner Widersacher vorhersehen und scheint Daredevil damit stets einen Schritt voraus zu sein. Für den Mann ohne Furcht beginnt ein Kampf, in dem jede Entscheidung tödliche Konsequenzen haben kann und selbst seine außergewöhnlichen Fähigkeiten womöglich nicht ausreichen, um das Blatt noch zu wenden.

Gleich zu Anfang stellt sich mir die Frage: Warum hat man Matt nicht schon viel früher zum Professor gemacht? Das wirkt wie eine unglaublich clevere Idee, die in Kombination mit seinem Superheldenalltag für interessante Konflikte sorgen kann. Schließlich hat er bereits zahlreiche Helden trainiert und bewiesen, dass er sein Wissen weitergeben kann. Warum sollte er diese Fähigkeiten also nicht auch im juristischen Bereich an einer Universität einsetzen? Dieser Ansatz gefällt mir an dem Neustart schon jetzt richtig gut. Gleichzeitig erinnert er an einen früheren Spider-Man, der ebenfalls ständig versucht, sein Privatleben mit seinen Verpflichtungen als Held unter einen Hut zu bringen. Dass Matt nun zusätzlich als Lehrer gefordert ist, eröffnet jedenfalls jede Menge erzählerisches Potenzial.

Mein einziges Problem mit Daredevil 1 ist, dass ich noch nicht genau erkennen kann, wohin sich die Geschichte entwickeln möchte. Natürlich ist es spannend, nicht zu wissen, was als Nächstes passiert. Trotzdem bleibt die Richtung zunächst unklar, da die Handlung zwischen der Lehrerthematik und dem ungewöhnlichen neuen Gegner Omen schwankt, der noch nicht so recht in den übergeordneten Handlungsbogen passen will. Vielleicht entwickelt sich im weiteren Verlauf der Reihe aber noch etwas richtig Cooles, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe. Insgesamt ist der erste Band ein interessanter Auftakt mit viel Potenzial, bei dem allerdings noch offenbleibt, ob daraus eine richtig gute oder doch eine enttäuschende Daredevil-Geschichte wird. Ich bleibe gespannt!

Zeichnungen:

Die Zeichnungen von Lee Garbett in Daredevil 1 sind durchweg gelungen. Besonders stark ist die Panelgestaltung, die Matts durcheinandergeratene Sinneseindrücke eindrucksvoll vermittelt und zugleich seine Ausstrahlung als Professor unterstreicht. Mir gefällt, wie dynamisch das Gesamtbild wirkt und wie gut die Actionsequenzen dadurch zur Geltung kommen. Lediglich das Design des Gegners wirkt auf mich noch etwas zu gewöhnlich und austauschbar für einen Schurken, der ansonsten durchaus interessante Fähigkeiten mitbringt. Daredevil selbst bleibt jedoch ganz klar das Highlight und überzeugt vor allem in den actionreichen Momenten. Ich hoffe, dass die zeichnerischen Stärken in den kommenden Bänden noch gezielter herausgearbeitet werden. Schon jetzt ist Daredevil 1 aber ein visuell überzeugender Comic, der Lust auf mehr macht.

Fazit zu Daredevil 1:

Daredevil 1 bietet einen interessanten Neustart für den Mann ohne Furcht, der mit seiner neuen Rolle als Professor jede Menge erzählerisches Potenzial mitbringt. Besonders die Idee, Matt Murdock stärker in den Universitätsalltag einzubinden und daraus Konflikte mit seinem Doppelleben als Superheld entstehen zu lassen, gefällt mir richtig gut. Hier steckt die Möglichkeit für eine spannende Geschichte, die sowohl Matts Fähigkeiten als Anwalt als auch seine persönlichen Grenzen auf die Probe stellt.

Allerdings lässt mich der Auftakt noch etwas zwiegespalten zurück. Die Handlung schwankt zwischen dem interessanten Ansatz rund um Matts Tätigkeit als Professor und dem neuen Gegner Omen, der sich noch nicht so recht in das Gesamtbild einfügen will. Dadurch fehlt mir bislang ein klarer roter Faden, der beide Elemente überzeugend miteinander verbindet. Die gelungenen Zeichnungen von Lee Garbett können diesen Eindruck zumindest teilweise ausgleichen. Vor allem die dynamische Panelgestaltung und die Darstellung von Daredevils außergewöhnlichen Sinnen sorgen für einige visuelle Highlights.

Unterm Strich ist Daredevil 1 ein vielversprechender Auftakt, der seine interessantesten Ideen noch nicht vollständig ausschöpft. Die Grundlage für eine spannende neue Phase in Matt Murdocks Leben ist definitiv vorhanden, doch muss sich erst noch zeigen, ob die Geschichte ihr Potenzial nutzen kann. Ich bin deshalb gespannt, wohin die Reise geht, und hoffe, dass die kommenden Bände die verschiedenen Handlungsansätze besser zusammenführen. Für einen rundum überzeugenden Neustart fehlt diesem ersten Band noch etwas die klare Richtung, aber Daredevil bekommt von mir eine Chance, mich im weiteren Verlauf zu überzeugen.

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