Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Iron Man 1.
| Erscheinungsdatum | 07.07.2026 |
| Zeichner | Carmen Canero |
| Autor | Joshua Williamson |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 80 |
| Stories | Iron Man (2026) 1-3 |
| Preis | 9,99€ |
Tony Stark gehört seit Jahrzehnten zu den faszinierendsten Figuren des Marvel-Universums. Als genialer Erfinder, milliardenschwerer Unternehmer und Iron Man hat er eine Entwicklung durchgemacht, die weit über das klassische Bild des selbstbewussten Superhelden hinausgeht. Aus dem Waffenproduzenten, dessen eigenes Leben durch seine Erfindungen aus den Fugen gerät, wurde im Laufe der Jahre ein Held, der immer wieder mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen konfrontiert wird. Dabei standen nicht nur technische Innovationen und spektakuläre Rüstungen im Mittelpunkt, sondern auch Tonys ganz persönliche Schwächen, seine Beziehungen und die Frage, was eigentlich hinter der glänzenden Fassade steckt.
Besonders seine Beziehungen zu Frauen haben Tony Stark immer wieder geprägt. Pepper Potts ist dabei zweifellos die bekannteste und wichtigste Person in seinem Umfeld. Ihre gemeinsame Geschichte reicht von der klassischen Dynamik zwischen Chef und Angestellter bis hin zu einer engen persönlichen Verbindung, die in zahlreichen Geschichten immer wieder auf die Probe gestellt wurde. Doch Pepper ist längst nicht die einzige Frau, die in Tonys Leben eine bedeutende Rolle spielt. Gerade Madame Masque nimmt dabei eine besondere Stellung ein, denn ihre Verbindung zu Tony ist weitaus komplizierter, als es die übliche Beziehung zwischen Held und Gegenspielerin vermuten lässt. Zwischen Anziehung, persönlichen Konflikten und gegensätzlichen Interessen entwickelte sich über die Jahre eine Geschichte, die Madame Masque zu einer der interessantesten Figuren in Tonys Umfeld macht.
Mit Iron Man 1 steht nun ein neuer Abschnitt für den Rüstungsträger an. Der Neustart bietet die Gelegenheit, Tony Stark und sein Umfeld aus einer neuen Perspektive zu betrachten und gleichzeitig auf Elemente zurückzugreifen, die seine Comicgeschichte seit Jahrzehnten begleiten. Dass dabei ausgerechnet Madame Masque als zentrale Gegenspielerin in den Mittelpunkt rückt, verspricht eine Geschichte, in der persönliche Beziehungen mindestens genauso wichtig sein könnten wie die nächste große Bedrohung. Wie gut dieser neue Einstieg funktioniert und was der Band aus der langen Geschichte von Iron Man macht, zeigt sich in der folgenden Kritik.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!
Inhalt:
Während Iron Man alles daransetzt, die skrupellosen Wissenschaftler von AIM aufzuhalten, die es auf junge Genies abgesehen haben und diese kurzerhand entführen, braut sich gleichzeitig eine ganz andere Gefahr zusammen. Denn während Tony Stark seinen eigenen Kampf führt, stellen sich Captain America und die Avengers gegen ihn. Ein Konflikt zwischen den größten Helden der Welt nimmt seinen Lauf und markiert den Beginn einer völlig neuen Ära für Iron Man.
Okay, ehrlicherweise nimmt der zweite Konflikt rund um Captain America nur einen geringen Platz in diesem Band ein. Vielmehr geht es um Madame Masque und darum, wie sie Tonys auserwählte Gewinner für seinen Award entführt, um einen neuen Iron Man zu erschaffen, den AIM kontrollieren kann. Eine simple und typische Storyline, die sich jedoch stark mit Tonys Liebschaften auseinandersetzt und dadurch eine Büchse der Pandora öffnet, die schon länger nicht mehr geöffnet wurde: Wie geht Tony eigentlich mit Frauen um und wohin führt ihn dieses Verhalten?
Das ist in diesem Comic sehr spannend dargestellt. Allerdings befindet sich dieser Arc noch ganz am Anfang, weshalb man das vollständige Ausmaß der Geschichte noch nicht wirklich bewerten kann. Trotzdem ist der eingeschlagene Weg auf jeden Fall interessant und macht Lust auf mehr. Iron Man 1 funktioniert dabei sowohl als sinnvoller Neustart für langjährige Fans als auch als guter Einstiegspunkt für Neueinsteiger, die bisher noch keinen Iron-Man-Comic gelesen haben. Mal sehen, wohin sich dieser neue Weg entwickelt. Ich bin auf alle Fälle gerne mit dabei.
Zeichnungen:
Die Zeichnungen von Carmen Canero in Iron Man 1 sind relativ klassisch gehalten, was gut zur ebenfalls eher klassischen Geschichte passt. Trotzdem schafft sie es vor allem, Iron Man wirklich cool in Szene zu setzen, ohne dabei auf detailreiche Umgebungen zu verzichten. Einige Panels gefallen mir ausgesprochen gut und laden durchaus dazu ein, sie etwas länger zu betrachten.
Etwas schade finde ich allerdings, wie wenig Aufmerksamkeit den Nebencharakteren gewidmet wird. Immer wenn diese in den Panels auftauchen, wirken sie deutlich detailärmer als Tony selbst und vor allem als der Iron-Man-Anzug. Hier könnte man in zukünftigen Ausgaben gerne noch etwas nachsteuern.
Trotzdem sind die Zeichnungen insgesamt sehr schön anzusehen und bieten einige wirklich coole Momente. Gerade Iron Man selbst kommt hervorragend zur Geltung, sodass der Band auch optisch einiges zu bieten hat.
Fazit zu Iron Man 1:
Iron Man 1 erweist sich als gelungener Neustart, der zwar noch nicht alle Karten auf den Tisch legt, aber durchaus neugierig auf das macht, was noch kommen wird. Die Geschichte setzt dabei weniger auf eine völlig außergewöhnliche Handlung, sondern nutzt bekannte Elemente aus Tonys Vergangenheit, um seinen Charakter und vor allem seine komplizierten Beziehungen zu Frauen wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Besonders Madame Masque sorgt dabei für eine interessante Dynamik, die im weiteren Verlauf noch einiges an Potenzial bieten dürfte.
Auch wenn der Konflikt mit Captain America und den Avengers im ersten Band deutlich weniger Raum einnimmt, als die Inhaltsbeschreibung zunächst vermuten lässt, fällt das insgesamt nicht sonderlich negativ ins Gewicht. Viel wichtiger ist, dass der eigentliche Handlungsbogen rund um AIM und Madame Masque einen interessanten Grundstein legt. Da die Geschichte noch am Anfang steht, bleibt allerdings abzuwarten, wie gut sich die einzelnen Ideen im weiteren Verlauf entwickeln.
Optisch präsentiert sich der Band klassisch, kann Iron Man selbst aber immer wieder eindrucksvoll in Szene setzen. Bei den Nebencharakteren hätten die Zeichnungen für meinen Geschmack stellenweise etwas mehr Aufmerksamkeit vertragen können. Insgesamt passt der Stil jedoch gut zur Geschichte und sorgt für einige wirklich schöne Panels.
Unterm Strich ist Iron Man 1 damit ein vielversprechender Auftakt, der sowohl langjährigen Fans als auch Neueinsteigern einen guten Zugang zu Tony Stark bietet. Der Band erfindet Iron Man nicht komplett neu, schafft es aber, bekannte Aspekte seiner Figur interessant miteinander zu verbinden und gleichzeitig neue Fragen aufzuwerfen. Ich bin deshalb gespannt, wohin dieser neue Weg führt, und werde Tony Stark auch im nächsten Band gerne wieder begleiten.