Storm 2 – Comic-Kritik

Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Storm 2.

Erscheinungsdatum 13.01.2026 
Zeichner Lucas Werneck, Luciano Vecchio
Autor Murewa Ayodele
Format Softcover
Seitenanzahl 160
Stories Storm 6-12
Preis 20,00€

Seit Jahrzehnten gehört Storm zu den bedeutendsten Figuren des Marvel-Universums. Ororo Munroe ist nicht nur eine der mächtigsten Mutantinnen der X-Men, sondern auch eine Heldin, deren Geschichte von Verantwortung, Selbstfindung und dem Streben nach Gerechtigkeit geprägt ist. Ihre Vergangenheit als Königin von Wakanda und ihre Rolle während der Krakoa-Ära haben sie zu einer Persönlichkeit gemacht, die weit über das klassische Superheldendasein hinausgeht. Doch während Storm schon immer mit gewaltigen Kräften umgehen musste, eröffnet sich ihr inzwischen eine völlig neue Dimension ihrer Fähigkeiten und ihrer Bestimmung.

Mit dem ersten Band ihrer Soloreihe hat Marvel Ororo in eine neue Phase ihres Lebens geführt, in der sie nicht mehr nur als Mutantin agiert, sondern auch eine kosmische Rolle einnimmt. Als von Eternity erwählte Kämpferin bewegt sie sich mittlerweile auf einer Ebene, auf der die Bedrohungen weit über das hinausgehen, was die X-Men normalerweise erleben. Gleichzeitig bleibt Storm eine Figur mit menschlichen Zweifeln und persönlichen Überzeugungen, die sich auch von ihrer enormen Macht nicht einfach verdrängen lassen. Gerade diese Mischung macht ihre Abenteuer so interessant, denn selbst eine Heldin, die beinahe göttliche Kräfte besitzt, muss ihren Platz in einer immer komplizierter werdenden Welt erst finden.

In Storm 2 wartet bereits die nächste Herausforderung auf Ororo. Als Iron Man sie bittet, eine mysteriöse Wetteranomalie in Brasilien zu untersuchen, macht sie sich gemeinsam mit Maggott auf den Weg in den Regenwald. Dort geraten die beiden jedoch schnell in einen Konflikt, der weit über eine gewöhnliche Mission hinausgeht. Mehrere Sturmgötter stellen sich Storm entgegen, während sich am kosmischen Horizont ein gewaltiger Krieg zusammenbraut. Der Donnerkrieg verspricht eine Bedrohung von ungeahnten Ausmaßen und könnte Ororos Zukunft nachhaltig verändern. Doch kann der zweite Band die großen Erwartungen erfüllen, die sein Vorgänger geweckt hat?

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:

Ororo Munroe hat sich längst von der Rolle der klassischen Mutantin gelöst und ist mittlerweile als kosmische Kämpferin von Eternity unterwegs. Als Iron Man sie auf eine ungewöhnliche Wetteranomalie in Brasilien aufmerksam macht, nimmt Storm den Auftrag an und reist gemeinsam mit Maggott in den Regenwald. Dort angekommen, müssen sie jedoch feststellen, dass hinter den seltsamen Wettererscheinungen mehr steckt als zunächst angenommen. Mehrere Sturmgötter greifen die beiden an und ziehen Storm in einen Konflikt hinein, dessen wahre Dimensionen sich erst nach und nach offenbaren. Während sich die Ereignisse zuspitzen, deutet sich am Horizont ein kosmischer Krieg an, der Ororo vor völlig neue Herausforderungen stellen könnte.

Auch Storm 2 hat mich mit seiner Geschichte wieder überrascht, wobei ich erneut gemischte Gefühle habe. Einerseits finde ich es unglaublich spannend, wie groß Marvel die Geschichte rund um Ororo inzwischen aufzieht. Was zunächst mit einer ungewöhnlichen Mission beginnt, entwickelt sich zu einem Konflikt, der eine geradezu epische Größenordnung annimmt. Storm bewegt sich zunehmend in Sphären, in denen Götter, kosmische Mächte und das Schicksal des Universums eine Rolle spielen. Das verleiht der Reihe eine ganz eigene Dynamik und lässt erahnen, dass hier noch einiges auf uns zukommen wird. Gerade der sich anbahnende Donnerkrieg macht neugierig darauf, wohin sich die Geschichte in den kommenden Bänden entwickeln wird.

Auf der anderen Seite hatte ich aber erneut Schwierigkeiten, den Überblick über die Handlung zu behalten. Es gibt viele Zusammenhänge, größere Zusammenhänge innerhalb des Marvel-Universums und Entwicklungen, die nicht immer auf Anhieb verständlich sind. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte mehrere Schritte auf einmal machen möchte, ohne sich ausreichend Zeit zu nehmen, die einzelnen Ereignisse miteinander zu verbinden. Dadurch ist nicht immer klar, an welchem Punkt der Gesamterzählung wir uns gerade befinden und welche Bedeutung bestimmte Entwicklungen für Storms weiteren Weg haben. Das war bereits eine Schwäche des ersten Bandes und setzt sich hier leider fort.

Trotzdem hat mich der Comic nie völlig verloren. Dafür sind die Grundidee und die Ausmaße der Geschichte einfach zu spannend. Besonders gefällt mir, dass Storm nicht bloß als übermächtige Heldin dargestellt wird, die ihre Gegner mit einem Fingerschnippen besiegt. Stattdessen wird deutlich, dass ihre neue Rolle auch neue Gefahren und Herausforderungen mit sich bringt. Die Reihe scheint auf etwas sehr Großes hinzuarbeiten, und obwohl ich mir an manchen Stellen eine klarere Erzählweise gewünscht hätte, bin ich durchaus gespannt darauf, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt. Storm 2 ist damit ein Band, der nicht alle erzählerischen Probleme seines Vorgängers ablegt, aber die Messlatte für die kommenden Ereignisse noch einmal deutlich höher legt.

Zeichnungen:

Auch optisch bleibt Storm 2 der großen Ausrichtung seiner Geschichte treu. Die Handlung lebt von gewaltigen Kräften, übernatürlichen Gegnern und einer Welt, in der die Grenzen zwischen Mutantenfähigkeiten und kosmischen Mächten zunehmend verschwimmen. Gerade für eine Figur wie Storm bietet das jede Menge Möglichkeiten, ihre Kräfte eindrucksvoll in Szene zu setzen. Wetterphänomene, Blitze und die Auseinandersetzungen mit den Sturmgöttern verleihen den Szenen eine Größe, die gut zur zunehmenden Eskalation der Handlung passt.

Besonders die Vorstellung, dass Storm inzwischen auf einer Ebene agiert, auf der sie sich mit göttlichen und kosmischen Wesen auseinandersetzen muss, eröffnet visuell viele spannende Möglichkeiten. Die Zeichnungen unterstützen diesen Eindruck und tragen dazu bei, dass die Geschichte trotz ihrer stellenweise verwirrenden Handlung eine epische Wirkung entfaltet. Gerade wenn die Kräfte aufeinandertreffen und die Ereignisse größere Ausmaße annehmen, wird deutlich, wie viel Potenzial in diesem Ansatz steckt.

Allerdings geht die visuelle Größe auch mit der Komplexität der Erzählung einher. Wenn ohnehin viele neue Figuren, Mächte und Zusammenhänge eingeführt werden, können die eindrucksvollen Bilder nicht immer dabei helfen, den Überblick zu behalten. Die Zeichnungen tragen zwar zur Atmosphäre bei, lösen aber nicht das Problem, dass sich die Handlung manchmal etwas zu schnell und unübersichtlich entwickelt. Insgesamt passt die visuelle Präsentation jedoch hervorragend zu den kosmischen Ambitionen der Reihe und vermittelt bereits einen Eindruck davon, welche Größenordnung die kommenden Konflikte erreichen könnten.

Fazit zu Storm 2:

Storm 2 setzt den Weg seines Vorgängers konsequent fort und zeigt, dass Marvel mit Ororo noch große Pläne hat. Die Geschichte wird zunehmend umfangreicher, die Bedrohungen werden gewaltiger und Storms Rolle im Marvel-Universum entwickelt sich in eine Richtung, die weit über ihre bisherigen Abenteuer hinausgeht. Besonders der sich anbahnende Donnerkrieg macht neugierig auf die Zukunft der Reihe und vermittelt das Gefühl, dass wir uns erst am Anfang einer deutlich größeren Geschichte befinden.

Leider bleibt dabei eine Schwäche bestehen, die mich bereits im ersten Band beschäftigt hat. Die Handlung ist stellenweise ziemlich verwirrend, und es fällt nicht immer leicht, den Überblick über die verschiedenen Ereignisse und Zusammenhänge zu behalten. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass sich die Geschichte etwas mehr Zeit nimmt, um ihre Entwicklungen verständlicher miteinander zu verbinden. Dadurch fällt es schwer, jede Wendung in vollem Umfang nachzuvollziehen, obwohl die grundsätzliche Richtung durchaus spannend ist.

Dennoch überwiegt für mich die Neugier auf das, was noch kommt. Storm 2 nimmt ungeahnt epische Ausmaße an und lässt erkennen, dass Marvel mit Ororo eine Geschichte erzählen möchte, die weit über ein gewöhnliches Superheldenabenteuer hinausgeht. Storm wird zunehmend in kosmische Konflikte hineingezogen, ohne dass ihre Bedeutung als eigenständige Figur verloren geht. Gerade dieser Ansatz macht die Reihe interessant, auch wenn die Erzählweise noch etwas mehr Klarheit vertragen könnte.

Unterm Strich ist Storm 2 eine Fortsetzung mit denselben Stärken und Schwächen wie der erste Band. Die Handlung kann verwirrend sein, doch die großen Ideen und die Aussicht auf eine noch epischere Zukunft machen Lust auf mehr. Wer sich auf die kosmische Entwicklung der Figur einlassen kann und kein Problem damit hat, nicht jeden Zusammenhang sofort zu durchschauen, dürfte hier auf seine Kosten kommen. Ich bin jedenfalls gespannt, wohin Ororos Reise noch führt, denn das Potenzial für etwas wirklich Großes ist definitiv vorhanden.

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