Ultimates 3 – Comic-Kritik

Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Ultimates 3.

Erscheinungsdatum 24.03.2026 
Zeichner Michael Sta. Maria, Juan Frigeri
Autor B. Earl, Deniz Camp, Taboo
Format Softcover
Seitenanzahl 168
Stories Ultimates 13–18, Ultimate Hawkeye 1
Preis 22,00€

Mit dem neuen Ultimate Universe hat Marvel vor einigen Jahren einen mutigen Neustart gewagt. Nachdem das ursprüngliche Ultimate Universe lange Zeit eine moderne und eigenständige Interpretation der bekannten Marvel-Helden geboten hatte, entstand mit Ultimate Invasion eine völlig neue Welt mit eigenen Regeln, neuen Hintergründen und überraschenden Veränderungen. Seitdem wird dieses Universum Stück für Stück erweitert und erhält mit Reihen wie Ultimate Spider-Man und Ultimate Wolverine immer mehr eigenständige Geschichten, die bekannte Figuren in einem völlig neuen Licht zeigen.

Eine zentrale Rolle bei diesem großen Neuaufbau spielen dabei die Ultimates. Die Reihe steht sinnbildlich für den Anspruch des neuen Ultimate Universe, nicht einfach bekannte Marvel-Geschichten neu zu erzählen, sondern eine eigene Entwicklung zu verfolgen. Mit den bisherigen Bänden wurden wichtige Grundlagen geschaffen und immer deutlicher gemacht, dass die verschiedenen Ereignisse dieses Universums nicht isoliert voneinander betrachtet werden können. Stattdessen entsteht nach und nach ein größeres Gesamtbild, auf das die bisherigen Geschichten hingearbeitet haben.

Mit Ultimates 3 nähert sich dieses ambitionierte Projekt nun seinem bisherigen Höhepunkt. Was mit dem Neustart des Ultimate Universe begann und sich über mehrere Reihen hinweg stetig weiterentwickelt hat, läuft zunehmend zusammen und verspricht eine besonders wichtige Phase für dieses noch junge Marvel-Universum. Wie überzeugend dieser langfristige Aufbau funktioniert und ob Ultimates 3 den Erwartungen gerecht wird, soll an dieser Stelle noch nicht vorweggenommen werden. Fest steht jedoch: Der dritte Band kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das neue Ultimate Universe spannender denn je ist und damit beste Voraussetzungen für eine genauere Betrachtung bietet.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:

Mit Ultimates 3 geht die Geschichte des neuen Ultimate Universe für mich endgültig in eine Richtung, in der sich die bisherigen Ereignisse immer stärker zuspitzen. Tony Stark weiß, dass die Zeit knapp wird und sein Team einen Gang höher schalten muss, wenn sie überhaupt eine Chance gegen die Macht des Makers haben wollen. Während die Ultimates an verschiedenen Fronten gegen die Unterdrückung dieser Welt kämpfen, treffen dabei völlig unterschiedliche Konflikte aufeinander. Tony und America Chavez nehmen es mit einer Basis von Red Skull auf, Captain America und Hawkeye stellen sich einem skrupellosen Konzernriesen entgegen und Iron Lad sowie She-Hulk bekommen es mit Hulk und seiner eigenen Kung-Fu-Armee zu tun. Und über allem steht weiterhin der Schattenrat, der seine Kontrolle über die Welt mit zahlreichen Agenten absichert.

Was mir an Ultimates 3 besonders gefällt, ist, dass sich die Reihe inzwischen überhaupt nicht mehr zurückhält. Bereits die ersten beiden Bände waren politisch, brutal und teilweise ziemlich kompromisslos, aber hier habe ich noch stärker das Gefühl, dass die Handlung auf einen großen Höhepunkt zusteuert. Die einzelnen Geschichten fühlen sich nicht mehr nur wie interessante Ausflüge in dieses neue Universum an, sondern wie wichtige Bausteine eines immer größer werdenden Konflikts. Dadurch hatte ich beim Lesen ständig das Gefühl, dass hinter der nächsten Seite schon wieder etwas völlig Unerwartetes passieren könnte.

Dabei sind es erneut die Neuinterpretationen der bekannten Helden, die für mich einen großen Teil des Reizes ausmachen. Ich finde es nach wie vor beeindruckend, wie viel Freiheit sich die Autoren bei diesen Versionen nehmen. Diese Figuren sind nicht einfach nur bekannte Marvel-Helden mit einem neuen Kostüm, sondern bekommen völlig andere Hintergründe, Motivationen und Beziehungen. Besonders schön finde ich, dass sich diese Ideen inzwischen immer stärker miteinander verbinden und man dadurch das Gefühl bekommt, dass hier tatsächlich ein eigenes Universum entsteht, das nicht ständig auf seine Vorbilder angewiesen ist.

Auch die verschiedenen Konflikte haben mir wieder richtig gut gefallen. Die Geschichte springt zwischen politischen Machtspielen, persönlichen Auseinandersetzungen und völlig eskalierenden Actionsequenzen hin und her, ohne dabei ihren roten Faden zu verlieren. Gerade diese Mischung macht Ultimates 3 für mich so spannend. Ich weiß nie genau, ob mich auf den nächsten Seiten eine politische Intrige, ein emotionaler Moment oder einfach ein komplett verrückter Kampf erwartet. Und genau diese Unberechenbarkeit ist für mich eine der größten Stärken der Reihe.

Natürlich ist auch dieser Band nicht frei von Schwächen. Durch die Vielzahl an Figuren und Handlungssträngen kann manches etwas überladen wirken und einige Entwicklungen hätten für meinen Geschmack noch etwas mehr Raum verdient. Trotzdem stört mich das hier weniger als bei vielen anderen Comics. Die Geschichte hat mittlerweile so viel Fahrt aufgenommen, dass ich lieber zu viel als zu wenig bekomme. Gerade weil sich die Handlung immer stärker auf den großen Konflikt mit dem Maker zubewegt, bin ich eher gespannt darauf, welche Konsequenzen all diese Entwicklungen noch haben werden.

Zeichnungen:

Auch optisch bleibt Ultimates 3 dem Stil der vorherigen Bände treu. Die Zeichnungen wirken weiterhin modern, detailliert und teilweise angenehm düster. Besonders die Action kann mich wieder überzeugen, denn die Kämpfe haben eine enorme Wucht und wirken durch die vielen Bewegungen und Perspektiven richtig dynamisch. Gerade bei den härteren Auseinandersetzungen merkt man, dass sich die Reihe inzwischen immer stärker traut, ihre Welt auch visuell brutal darzustellen.

Was mir dabei besonders gefällt, ist die Darstellung der verschiedenen Versionen der bekannten Figuren. Die Designs wirken vertraut genug, damit man sofort erkennt, wen man vor sich hat, gleichzeitig unterscheiden sie sich aber deutlich von ihren klassischen Gegenstücken. Genau das ist für mich ein wichtiger Punkt des neuen Ultimate Universe. Es wird nicht einfach versucht, die bekannten Marvel-Figuren möglichst nah an ihren Originalen darzustellen, sondern ihnen ein eigenes visuelles Gesicht zu geben.

Allerdings bleibt auch hier eine kleine Schwäche bestehen. Trotz der teilweise wirklich starken Panels wirkt der Zeichenstil zwischendurch etwas generisch. Einige Dialogszenen sind visuell weniger spannend als die großen Actionmomente und hätten meiner Meinung nach etwas mehr kreative Bildsprache vertragen können. Dafür entschädigen die großen Szenen mit einer Bildgewalt, die gerade gegen Ende des Bandes immer stärker zum Tragen kommt.

Insgesamt gefällt mir die visuelle Entwicklung aber sehr gut. Die düstere Atmosphäre passt hervorragend zu dieser Version des Marvel-Universums und die zunehmende Brutalität der Handlung wird auch in den Zeichnungen spürbar. Wenn die Ultimates auf ihre Gegner treffen, fühlt sich das nicht wie ein sauber choreografierter Superheldenkampf an, sondern teilweise wie ein echter Krieg. Genau diese Härte passt für mich perfekt zu dem Weg, den die Reihe inzwischen eingeschlagen hat.

Fazit zu Ultimates 3:

Ultimates 3 führt die bisherigen Stärken der Reihe konsequent weiter und zeigt gleichzeitig, dass sich die Geschichte immer stärker ihrem großen Höhepunkt nähert. Die Handlung wird brutaler, dramatischer und unberechenbarer, ohne dabei die kreativen Ideen aus den Augen zu verlieren. Genau diese Mischung hat mir wieder besonders gut gefallen.

Vor allem die Neuinterpretationen der bekannten Helden bleiben für mich der größte Pluspunkt. Ich mag es einfach, wie viel Freiheit sich die Reihe nimmt und wie konsequent sie neue Wege mit den Figuren geht. Dazu kommen politische Konflikte, überraschende Wendungen und teilweise völlig verrückte Action, die dafür sorgen, dass ich nie genau weiß, was als Nächstes passiert.

Auch wenn die vielen Handlungsstränge manchmal etwas überladen wirken und die Zeichnungen nicht immer ganz so kreativ sind, überwiegt für mich klar das Positive. Ultimates 3 fühlt sich wie ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum großen Showdown mit dem Maker an und macht dadurch umso mehr Lust auf das nächste Kapitel.

Unterm Strich bleibt Ultimates für mich eine der spannendsten aktuellen Marvel-Reihen. Sie traut sich etwas, denkt bekannte Figuren neu und hält sich weder bei ihren Ideen noch bei der Brutalität zurück. Genau deshalb freue ich mich schon jetzt darauf zu sehen, wie diese Geschichte ihren großen Höhepunkt erreicht.

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