Ach ja, diese kurzen Horrorgames, die kaum länger als eine Stunde dauern, einfach nur dunkel sind, mit billigen Jumpscares um sich werfen und vor allem eine richtig beschissene Grafik haben. Ich sage euch ehrlich, ich liebe diese Spiele einfach. Es ist nicht einmal so, dass sie besonders viel Spaß machen würden, aber irgendetwas daran fasziniert mich trotzdem jedes Mal aufs Neue. Horror Night with Tung Tung Tung Sahur war für mich dabei eines der besten Beispiele. Einfach ein dummes kleines Indie Horrorspiel, das irgendwie nichts wirklich richtig macht, mich aber trotzdem für eine kurze Zeit unterhalten konnte. Es sollte daher niemanden überraschen, dass ich ein Spiel wie Don’t Mess With Bober unbedingt ausprobieren musste, als ich es gesehen habe. Viel Spaß also bei dieser kleinen Review zur PlayStation 5 Version eines Spiels, bei dem mich nicht nur der Biber ordentlich genervt hat.
Dieser gottverdammte Biber gehört in die Hölle
In Don’t Mess With Bober übernehmen wir die Rolle eines Mannes, der einfach einmal abschalten möchte und deshalb zur Hütte seines Freundes im Wald fährt. Doch bereits bei unserer Ankunft wirkt alles ein wenig seltsam. Das ganze Haus ist verdreckt, aber egal, wir räumen einfach auf und werfen den Müll weg. Blöd nur, dass uns dabei die Mülltonne in den Fluss fällt und wir dadurch auch noch den Damm eines Bibers zerstören. Dieser scheint darüber verständlicherweise überhaupt nicht glücklich zu sein. Er zerstört unser Auto und wird im Laufe des Spiels immer brutaler.
Die Botschaft dahinter ist dabei eigentlich sogar ganz nett. Man sollte die Natur eben nicht zerstören und die Folgen des eigenen Handelns bedenken. Ehrlicherweise ist das aber auch so ziemlich das Einzige, was ich wirklich positiv über das Spiel sagen kann.
Ein Walking Simulator mit Daumenschmerzen
Don’t Mess With Bober ist im Grunde ein Horror Walking Simulator. Das bedeutet, dass wir ein paar kleine Minispiele absolvieren und vor allem sehr viel durch die Gegend laufen müssen. Was ich allerdings wirklich hasse, ist die Tatsache, dass man zum Rennen dauerhaft L3 gedrückt halten muss und diese Steuerung nicht verändern kann. Vor allem dann nicht, wenn man, wie hier, ständig rennen muss. Mein Daumen tut mir immer noch weh.
Immerhin muss man dem Spiel zugutehalten, dass es einen meistens zuverlässig in die richtige Richtung führt und man nur selten lange nach dem nächsten Ziel suchen muss. Yippie!
Wenn der Biber zur Geduldsprobe wird
Zu Beginn passiert allerdings noch relativ wenig. Gegen Ende müssen wir uns dann jedoch vor dem Biber verstecken und, oh Gott, dieser Abschnitt ist einfach das Schlimmste. Eigentlich ist das Spiel nicht besonders lang, wäre da nicht dieser eine dumme Part, in dem der Biber uns viel zu schnell entdeckt, wir nur schwer vor ihm wegrennen können und gleichzeitig irgendwelche nervigen Aufgaben erledigen müssen.
Wir durchsuchen Werkbänke oder starten Generatoren neu, während uns dieser verdammte Biber ständig auf den Fersen ist. Ich bin in diesem Abschnitt so oft gestorben, dass ich irgendwann wirklich gehofft habe, dieser Biber würde einfach aussterben. Die Botschaft des Spiels kann mich in diesem Moment mal.
Horror? Eher weniger
Auch die Grafik hilft dem Spiel nicht wirklich weiter, denn sie ist einfach extrem rudimentär. Wirklicher Horror kommt ebenfalls kaum auf und die wenigen Schreckmomente sind eher billig als wirklich effektiv. Immerhin hatte ich das Gefühl, dass die Sprecher bei ihren Aufnahmen ihren Spaß hatten. Beim restlichen Sounddesign scheint dagegen jemand eingeschlafen zu sein.
Fazit: Ein Biber, den man mögen muss
Don’t Mess With Bober ist genau die Art von billigem kleinen Indie Horrorspiel, über die ich mich eigentlich stundenlang aufregen könnte und die ich am Ende trotzdem irgendwie unterhaltsam finde. Die Grafik ist schwach, der Horror funktioniert kaum und besonders die Verfolgungssequenzen mit dem Biber sind einfach nur frustrierend. Gleichzeitig hat das Spiel aber einen gewissen dummen Charme und man merkt, dass die Entwickler bei diesem kleinen Projekt ihren Spaß hatten.
Trotzdem sage ich ganz ehrlich, dass 9,99 Euro für diese kurze Tortur einfach zu viel sind. Wer allerdings auf komplett dummen Meme Horror im Kleinformat steht, könnte mit dem Spiel durchaus seinen Spaß haben. In diesem Fall solltet ihr Don’t Mess With Bober vielleicht wirklich nicht verpassen. Alle anderen sollten dem gottverdammten Biber dagegen besser aus dem Weg gehen.