Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Star Wars – Grievous.
| Erscheinungsdatum | 21.07.2026 |
| Zeichner | Caio Filipe |
| Autor | Michael Moreci |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 96 |
| Stories | US-Star Wars: Hyperspace Stories: Grievous |
| Preis | 14,00€ |
Kaum ein Gegner verkörpert die düstere Seite der Klonkriege so eindrucksvoll wie General Grievous. Zwischen organischem Leben und kalter Maschine gefangen, wirkt er wie ein Wesen, das selbst in einer Galaxis voller außergewöhnlicher Figuren aus dem Rahmen fällt. Sein Erscheinungsbild ist ebenso markant wie seine Persönlichkeit: erbarmungslos, berechnend und von einem beinahe schon fanatischen Hass auf die Jedi getrieben. Gleichzeitig haftet ihm etwas Unheimliches an, denn hinter der mechanischen Hülle steckt kein gefühlloser Droide, sondern ein Lebewesen, das seine eigene Verletzlichkeit nur allzu gut kennt.
Während die Klonkriege die Jedi vor zahlreiche Herausforderungen stellen, nimmt Grievous dabei eine besondere Stellung ein. Als Oberbefehlshaber der Separatistenarmeen ist er nicht bloß irgendein weiterer Gegner, der den Helden im Weg steht. Er wird zu einem der gefährlichsten und hartnäckigsten Widersacher der Republik und vor allem der Jedi. Seine Fähigkeit, es mit mehreren Lichtschwertkämpfern gleichzeitig aufzunehmen, macht ihn zu einer geradezu monströsen Erscheinung auf dem Schlachtfeld. Doch seine Bedeutung entsteht nicht allein durch seine Kampfkraft. Grievous steht sinnbildlich für einen Krieg, der immer brutaler und persönlicher wird – und für eine Ära, in der selbst die Jedi zunehmend an ihre Grenzen geraten.
Gerade seine Beziehung zu den Jedi macht ihn als Gegenspieler so interessant. Wo andere Feinde vor allem nach Macht oder Einfluss streben, scheint Grievous eine regelrechte Obsession mit der Vernichtung seiner Gegner entwickelt zu haben. Lichtschwerter werden für ihn zu Trophäen, Jedi zu Beute und Begegnungen mit ihnen zu einer persönlichen Herausforderung. Dabei besitzt er eine ganz eigene Mischung aus Einschüchterung, Brutalität und fast schon grotesker Theatralik, die ihn von vielen anderen Star-Wars-Schurken unterscheidet. Für mich gehört er deshalb ohne Frage zu den faszinierendsten und liebsten Feinden dieser Ära – und genau deshalb ist es besonders spannend, sich einer Geschichte zu widmen, die diesen ungewöhnlichen Charakter in den Mittelpunkt stellt.
Doch was macht eine Grievous-Geschichte eigentlich zu einer guten Grievous-Geschichte? Reicht es aus, ihn als unaufhaltsame Kampfmaschine auftreten zu lassen, oder steckt hinter der mechanischen Maske noch mehr, das diesen Gegner so reizvoll macht? Genau diesen Fragen widmet sich der Comic, der General Grievous eine Bühne gibt, auf der er ganz in seinem Element sein kann. Und wie gut ihm diese Rolle steht, verrät ein genauerer Blick auf die Geschichte, ihre Figuren und die Umsetzung.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!
Inhalt:
Count Dooku schickt den erst kürzlich zum Anführer der Separatisten-Droidenarmee ernannten General Grievous auf einen abgelegenen Dschungelplaneten im Wilden Raum. Dort soll der gefürchtete Cyborg gezielt Chaos und Unruhe stiften, um die Aufmerksamkeit der Republik auf sich zu ziehen und ihre Streitkräfte in einen offenen Kampf zu verwickeln. Für Grievous ist dieser Auftrag weit mehr als eine taktische Mission: Endlich erhält der fanatische Jedi-Hasser die Gelegenheit, seine neuen Feinde direkt herauszufordern, ihre Truppen zu dezimieren und ihnen zu zeigen, mit welchem Gegner sie es künftig zu tun haben.
Star Wars – Grievous spielt, wie schon angedeutet, an den Anfängen der Klonkriege und zeigt daher einen Grievous, der gerade erst seine neue Position erhalten hat. Das ist super spannend, weil ich viel zu oft das Gefühl habe, dass wir den Anfang der Separatisten in den Serien und Filmen nicht wirklich genug miterleben dürfen. Immer mal wieder passiert das zwar, aber leider viel zu selten. Hier bekommen wir einen Grievous, der noch mehr Tier als Anführer ist. Das zeigt sich vor allem darin, wie er den Jedi gegenübertritt und wie roh sein Kampfstil ist. Das sorgt für einen super spannenden Einblick in den Charakter des Jedi-Jägers, den man sonst nur sehr selten bekommt.
Generell finde ich den Comic sehr gelungen, wenn es darum geht, uns einen Abschnitt aus Grievous‘ früher Geschichte zu zeigen. Ohne zu viel zu spoilern: Der Comic endet auf eine Art, die von Grievous gar nicht anders zu erwarten war. Bayes als Jedi-General der Geschichte bleibt dabei leider etwas sehr „Jedi Basic“, kann aber auch für den ein oder anderen coolen Moment sorgen. Sind wir aber ehrlich: Es geht hier doch eher um Grievous und seine Brutalität, auch wenn es am Anfang etwas anders dargestellt wird.
Besonders gelungen finde ich dabei die Allegorie der Monster auf dem Planeten, die ein Gegenstück zu Grievous‘ tierischem Verhalten darstellen. Das sorgt für eine mehr als gelungene Comicstory für Fans und alle, die Grievous gerne besser kennenlernen möchten. Gerne mehr solcher Charakterstudien aus dem Star-Wars-Universum.
Zeichnungen:
Die Zeichnungen von Caio Filipe in Star Wars – Grievous sind klar das Highlight des Comics. Anfangs dachte ich, dass der Stil auf dem Cover doch etwas kindlich und kantig wirkt, aber man nutzt ihn toll, um stetig Dynamik zu erzeugen und immer wieder für richtig krasse Bilder zu sorgen – vor allem auf Seiten von Grievous. Es gibt eine in Rot getauchte Szene, in der nur Grievous‘ Augen auf dem Panel zu sehen sind, und das sieht einfach mega aus. Solche Kunstwerke sind über den gesamten Comic verstreut und waren für mich der Hauptgrund, bis zum Ende dranzubleiben.
Auch die Monsterdesigns sind fantastisch und stellen Grievous in einem noch viel brutaleren und vor allem übermächtigeren Licht dar. Tolle Bilder für ein Monster, das sie auch verdient hat.
Fazit zu Star Wars – Grievous:
Star Wars – Grievous ist für mich vor allem deshalb ein gelungener Comic, weil er genau das in den Mittelpunkt stellt, was General Grievous als Figur so faszinierend macht: seine Brutalität, seinen Hass auf die Jedi und die Mischung aus Maschine und Raubtier, die ihn zu einem der markantesten Gegner der Klonkriege macht. Die Geschichte nutzt dabei die frühe Phase des Krieges, um einen Grievous zu zeigen, der noch nicht ganz der erfahrene Anführer ist, den wir aus späteren Geschichten kennen. Stattdessen wirkt er unberechenbarer, wilder und beinahe animalisch – und genau das steht ihm hervorragend.
Besonders gefallen hat mir, dass der Comic nicht versucht, Grievous unnötig umzudeuten, sondern seine Stärken gezielt ausspielt. Die Geschichte lebt von seiner Präsenz und davon, wie bedrohlich er auf seine Umgebung und insbesondere auf die Jedi wirkt. Die Handlung rund um die Monster des Dschungelplaneten greift dabei auf eine schöne Allegorie zurück, die Grievous‘ eigenes Verhalten widerspiegelt und ihm gleichzeitig eine zusätzliche Ebene gibt. Bayes bleibt als Jedi-General zwar etwas blass und erfüllt eher die klassische Rolle des Gegenspielers, doch letztlich ist das hier auch vollkommen in Ordnung: Dieser Comic gehört Grievous.
Ein ganz besonderer Pluspunkt sind für mich die Zeichnungen von Caio Filipe. Der zunächst etwas kantig und vielleicht sogar kindlich wirkende Stil entwickelt eine enorme Dynamik und schafft immer wieder Bilder, die Grievous genau so monströs und einschüchternd erscheinen lassen, wie man es sich von einer Geschichte über ihn wünscht. Gerade die düsteren und brutalen Momente bleiben im Gedächtnis und machen den Comic auch visuell zu einem echten Highlight.
Unterm Strich bekommt man mit Star Wars – Grievous eine kurzweilige und vor allem visuell starke Charaktergeschichte, die einen interessanten Blick auf die frühen Tage des gefürchteten Cyborgs wirft. Wer Grievous ohnehin zu seinen liebsten Figuren der Klonkriegsära zählt, dürfte hier einiges zu finden haben. Der Comic ist vielleicht keine tiefgreifende Charakterstudie, aber er versteht sehr gut, was Grievous ausmacht – und liefert genau deshalb eine unterhaltsame Geschichte mit einem herrlich brutalen Hauptcharakter. Für mich definitiv ein Comic, der Lust auf weitere Geschichten über die frühen Jahre dieses außergewöhnlichen Star-Wars-Schurken macht.