Marvel Rivals – King in Black  – Comic-Kritik

Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Marvel Rivals – King in Black.

Erscheinungsdatum 10.03.2026
Zeichner Nico Leon
Autor Paul Allor
Format Softcover
Seitenanzahl 32
Stories Marvel Rivals: King in Black 1
Preis 4,99€

Mit Marvel Rivals hat Marvel den Schritt in ein dynamisches, teamorientiertes Multiplayer-Erlebnis gewagt, das bekannte Helden und Schurken in einem neuen, kompetitiven Kontext aufeinandertreffen lässt. Statt klassischer Einzelhelden-Narrative steht hier das Zusammenspiel ikonischer Figuren im Mittelpunkt, eingebettet in rasante Gefechte und alternative Interpretationen vertrauter Konflikte. Genau diese Neujustierung des Marvel-Kosmos schafft eine spannende Grundlage, die weit über das reine Gameplay hinausgeht und das Universum auch erzählerisch neu auflädt.

An diesem Punkt setzt der Comic Marvel Rivals – King in Black an, der sich thematisch an das gleichnamige Event King in Black anlehnt und dessen düstere Atmosphäre in den Kontext des Spiels überträgt. Wer mit der Vorlage vertraut ist, weiß um die Wucht und Bedrohlichkeit dieser Geschichte, doch gerade im Zusammenspiel mit der Spielwelt entsteht eine ganz eigene Dynamik. Der Comic greift dabei weniger einzelne Details auf, sondern nutzt die Grundidee als Sprungbrett, um die Figuren in eine neue erzählerische Situation zu werfen, die neugierig macht.

So entsteht eine interessante Schnittstelle zwischen interaktivem Erlebnis und klassischer Comic-Erzählung. Die Frage, wie sich die Energie und das Tempo eines Multiplayer-Spiels in ein statisches Medium übersetzen lassen, schwingt dabei von Anfang an mit und verleiht dem Projekt eine besondere Relevanz. Marvel Rivals – King in Black wirkt dadurch wie mehr als nur ein Begleitprodukt. Es ist ein Versuch, die Welt von Marvel Rivals erzählerisch zu erweitern und gleichzeitig Fans beider Medien zusammenzuführen. Ob dieses Vorhaben tatsächlich aufgeht und wie gut es gelingt, die Essenz des Spiels in Comicform einzufangen, ist genau die Frage, die eine genauere Betrachtung umso reizvoller macht.

Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Inhalt:

Ein harmloser intergalaktischer Urlaub gerät völlig außer Kontrolle, als Ben Grimm, Rocket Raccoon, Squirrel Girl und der gutmütige Landhai Jeff vom Kurs abkommen und auf einem unbekannten Planeten stranden. Was zunächst wie ein kleines Missgeschick wirkt, entpuppt sich schnell als tödliche Falle, denn eine dunkle Macht übernimmt die Kontrolle über ihre Körper und verwandelt sie in willenlose Hüllen. Selbst Spider-Man bleibt von diesem Schicksal nicht verschont und gerät in den Sog der unheimlichen Bedrohung. Während die Lage aussichtslos erscheint und Freunde zu Feinden werden, stellen sich nur zwei Gestalten der Finsternis entgegen: der unerbittliche Vampirjäger Blade und die gewaltige kosmische Kraft der Phoenix, die alles daran setzen, ihre gefallenen Verbündeten zu retten, bevor es endgültig zu spät ist.

Marvel Rivals – King in Black ist kein sonderlich herausragender Comic. Es handelt sich um ein kleines Tie-In zum Spiel Marvel Rivals, das die Geschehnisse rund um das Event King in Black aufgreift. Dabei versteht es der Comic jedoch, viele witzige, actionreiche und vor allem spaßige Momente zu kreieren, die zwar nicht besonders tiefgehend sind, dafür aber voller Herz stecken. Man merkt deutlich, dass Autor Paul Allor seine Figuren versteht und weiß, wie er interessante Interaktionen inszenieren kann. Wer also Marvel Rivals liebt oder einfach Spaß an kurzen, aber unterhaltsamen Marvel-Abenteuern hat, kann mit diesem Comic, zumal für nur 4,99 €, nicht viel falsch machen.

Zeichnungen:

Die Zeichnungen in Marvel Rivals – King in Black von Nico Leon bieten denselben Unterhaltungswert wie die Geschichte. Im Großen und Ganzen ist der Stil recht schlicht gehalten, schafft es aber dennoch, das Aussehen der Rivals-Charaktere gelungen zu übertragen, ohne dabei überladen zu wirken. Auch wenn ich den Stil stellenweise etwas eintönig empfunden habe, gibt es doch das ein oder andere wirklich gelungene Panel. Insgesamt macht das Lesen des Comics Spaß, auch wenn ich mir wünschen würde, dass man aus solchen Tie-Ins noch mehr herausholt. Schließlich bietet das Universum genügend Möglichkeiten und kreative Ansätze, ohne dabei die bestehende Lore durcheinanderzubringen.

Fazit zu Marvel Rivals – King in Black:

Am Ende hinterlässt Marvel Rivals – King in Black einen gemischten, aber durchaus positiven Eindruck. Der Comic erhebt nie den Anspruch, eine tiefgehende oder besonders komplexe Geschichte zu erzählen, und genau darin liegt auch ein Teil seiner Stärke. Statt großer erzählerischer Ambitionen setzt er auf Tempo, Dynamik und den Spaß an der Interaktion seiner Figuren. Das funktioniert überraschend gut, gerade weil die Dialoge lebendig wirken und die Charaktere sich vertraut und stimmig anfühlen.

Gleichzeitig bleibt jedoch das Gefühl, dass hier mehr möglich gewesen wäre. Die Grundidee rund um das King in Black Szenario bietet eigentlich genug Stoff für eine intensivere und vielleicht auch emotionalere Geschichte. Stattdessen begnügt sich der Comic damit, bekannte Elemente aufzugreifen und in einem eher leichten, unterhaltsamen Rahmen neu zu arrangieren. Das ist keineswegs schlecht, aber eben auch nicht besonders erinnerungswürdig.

Visuell fügt sich der Band solide in dieses Gesamtbild ein. Die Zeichnungen erfüllen ihren Zweck, transportieren die Action zuverlässig und bringen die Figuren gut zur Geltung, ohne dabei große Akzente zu setzen. Es ist ein Stil, der gut zum Ton des Comics passt, aber selten darüber hinausgeht oder wirklich überrascht.

Unterm Strich ist Marvel Rivals – King in Black ein kurzweiliges Tie-In, das vor allem Fans des Spiels und der Figuren ansprechen dürfte. Wer eine lockere, unkomplizierte Marvel-Geschichte sucht, wird hier definitiv fündig. Wer sich hingegen mehr erzählerische Tiefe oder kreative Risiken erhofft, könnte am Ende etwas unbefriedigt zurückbleiben. Trotzdem bleibt ein unterhaltsamer Eindruck, der zeigt, dass solche Projekte durchaus Potenzial haben, wenn sie sich in Zukunft noch etwas mehr trauen.

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