Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Captain America 1.
| Erscheinungsdatum | 27.01.2026 |
| Zeichner | Valerio Schiti |
| Autor | Chip Zdarsky |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 80 |
| Stories | Captain America (2025) 1-3 |
| Preis | 9,99€ |
Es gibt kaum eine Figur im Marvel-Kosmos, die so sehr für Ideale, Hoffnung und den unerschütterlichen Glauben an das Richtige steht wie Captain America. Hinter dem ikonischen Schild verbirgt sich jedoch weit mehr als nur ein patriotisches Symbol. Steve Rogers war einst ein schmächtiger junger Mann aus Brooklyn, der trotz aller körperlichen Schwächen bereit war, für seine Überzeugungen einzustehen. Erst das Supersoldaten-Programm machte aus ihm den legendären Captain America, doch seine eigentliche Stärke lag nie allein in seiner körperlichen Kraft, sondern immer in seinem Charakter. Genau dieser innere Konflikt zwischen Menschlichkeit, Pflichtgefühl und dem Druck, eine lebende Legende zu sein, macht die Figur seit Jahrzehnten so faszinierend.
Besonders spannend wird es in Geschichten, die Steve Rogers nicht als gefeierten Helden an der Seite der Avengers zeigen, sondern als Mann, der sich erst wieder in einer völlig fremden Welt zurechtfinden muss. Nach Jahrzehnten im Eis erwacht Captain America in einer Zeit, die ihm vertraut erscheinen sollte und sich dennoch vollkommen verändert hat. Freunde, Ideale und die Welt, für die er einst kämpfte, existieren nicht mehr in derselben Form. Noch bevor er zu einem Mitglied der Avengers wird, steht er an einem Wendepunkt seines Lebens. Genau diese Phase eröffnet einen Blick auf einen Steve Rogers, der zwischen Vergangenheit und Gegenwart gefangen ist und seinen Platz in dieser neuen Realität erst finden muss.
Captain America 1 greift genau diesen Moment auf und nutzt ihn als Ausgangspunkt für eine Geschichte, die nicht nur klassische Superhelden-Action verspricht, sondern vor allem die Figur hinter dem Symbol beleuchtet. Der Comic widmet sich einem Helden, der zwar als lebende Legende gilt, innerlich aber noch immer mit den Schatten seiner Vergangenheit ringt. Schon die ersten Seiten vermitteln dabei das Gefühl, dass Steve Rogers erst lernen muss, wer Captain America in dieser neuen Zeit überhaupt sein kann. Damit schafft die Geschichte eine Atmosphäre, die neugierig macht und Lust darauf weckt, tiefer in diese frühe Phase des legendären Marvel-Helden einzutauchen.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!
Inhalt:
Jahrzehnte nachdem er im ewigen Eis verschwand, kehrt Steve Rogers in eine Welt zurück, die kaum noch etwas mit jener gemein hat, für die er einst kämpfte. Offene Fronten und klare Feindbilder gehören der Vergangenheit an, denn Kriege werden nun im Verborgenen geführt und die wahren Gegner verstecken sich hinter politischen Fassaden und undurchsichtigen Machtspielen. Während Captain America noch versucht, in dieser neuen Realität seinen Platz zu finden, erhebt sich in Europa bereits die nächste Bedrohung: Der junge und skrupellose Doctor Doom reißt die Kontrolle über Latveria an sich und verfolgt ehrgeizige Pläne, die weit über die Grenzen seines Landes hinausreichen. Steve steht damit vor einer folgenschweren Entscheidung: Soll er sich den gnadenlosen Methoden der modernen Welt anpassen oder an den Idealen festhalten, die ihn einst zu Captain America machten?
Captain America 1 beleuchtet eindeutig eine der spannendsten Phasen im Leben von Steve Rogers. Hier erleben wir einen Soldaten, der gerade erst in der modernen Welt angekommen ist und diese zunächst verstehen lernen muss. Dabei bekommen wir immer wieder Einblicke in seine Gedanken, die seinen heutigen Charakter prägen und ihn letztendlich zu den Avengers geführt haben. Dass sich die Geschichte dabei um Doom und Captain Colton als weiteren Supersoldaten dreht, verleiht dem Ganzen zusätzliches Gewicht und schafft viele spannende Rückbezüge zu Caps Zeit im Zweiten Weltkrieg. Besonders gelungen sind dabei Coltons Parallelen zu modernen Kriegen wie dem Konflikt im Iran, was aktueller kaum sein könnte. Hier und da hat man zwar das Gefühl, eine bereits bekannte Geschichte noch einmal zu erleben, dennoch bleibt der Comic ein spannendes und kurzweiliges Captain-America-Kriegsdrama, das definitiv Lust auf den nächsten Band macht.
Zeichnungen:
Die Zeichnungen von Valerio Schiti in Captain America 1 wirken genauso kraftvoll wie die Geschichte selbst. Die Panels sind dynamisch, voller Action und transportieren gleichzeitig die wichtigen emotionalen Fragen rund um Krieg und dessen Folgen. Ein besonderes Highlight sind dabei die Rückblenden rund um David Colton, die insbesondere im dritten Issue ihren Höhepunkt erreichen. Hier jagt ein spannendes Panel das nächste. Ich hoffe sehr, dass die Serie diese Dynamik auch im nächsten Band beibehält und besonders im kommenden großen Konflikt noch stärker zeigt, wie schrecklich Krieg wirklich ist. Visuell beeindruckend und gleichzeitig inhaltlich wichtig umgesetzt.
Fazit zu Captain America 1:
Captain America 1 ist weit mehr als nur ein weiterer Superhelden-Comic über den berühmten Schildträger. Die Geschichte konzentriert sich bewusst auf einen Steve Rogers, der seinen Platz in einer Welt sucht, die sich ohne ihn weiterentwickelt hat. Gerade dieser Fokus macht den Band so interessant, weil er Captain America nicht nur als Symbol, sondern vor allem als Menschen zeigt. Seine Zweifel, seine Ideale und sein Kampf mit einer modernen Welt voller Grauzonen verleihen der Story eine überraschend persönliche und ernste Note.
Besonders gelungen ist dabei die Mischung aus klassischem Kriegsdrama, politischem Thriller und emotionaler Charakterstudie. Zwar greift der Comic stellenweise bekannte Motive aus früheren Captain-America-Geschichten auf, dennoch gelingt es ihm, durch die starke Atmosphäre und die aktuellen Themen eigenständig zu wirken. Vor allem die Parallelen zu modernen Konflikten und die Frage, ob alte Ideale in der heutigen Zeit überhaupt noch funktionieren können, geben der Geschichte zusätzliches Gewicht.
Auch visuell überzeugt der Band auf ganzer Linie. Die dynamischen Zeichnungen von Valerio Schiti transportieren sowohl die wuchtigen Actionsequenzen als auch die ruhigen, emotionalen Momente sehr eindrucksvoll. Besonders die Rückblenden bleiben dabei lange im Gedächtnis und sorgen dafür, dass die Geschichte emotional noch stärker wirkt.
Damit liefert Captain America 1 einen gelungenen Auftakt, der Lust auf mehr macht und zeigt, warum Steve Rogers bis heute zu den spannendsten Figuren im Marvel-Universum gehört. Wer charakterstarke Superheldengeschichten mit ernsteren Untertönen und einem deutlichen Fokus auf die Person hinter dem Symbol sucht, bekommt hier einen wirklich starken Einstieg geboten.