Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Doom – Herrscher der Welt 4.
| Erscheinungsdatum | 27.01.2026 |
| Zeichner | R. B. Silva |
| Autor | Ryan North |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 56 |
| Stories | One World Under Doom 6-7 |
| Preis | 5,99€ |
Es gibt Geschichten im Marvel Universum, in denen die Helden gegen die Zeit kämpfen. Und es gibt Geschichten, in denen sie gegen einen Gegner antreten, der ihnen immer einen Schritt voraus ist. Genau in dieser Situation befindet sich die Welt derzeit. Denn Doctor Doom hat endlich erreicht, wovon er schon immer überzeugt war. Er hat die Kontrolle übernommen. Nicht nur als genialer Wissenschaftler und Herrscher über Latveria, sondern auch als Oberster Zauberer der Welt. Wissenschaft und Magie vereinen sich unter seinem Willen, und mit dieser Macht hat Doom eine neue Ordnung geschaffen, in der er unangefochten an der Spitze steht.
In den bisherigen Bänden von Doom – Herrscher der Welt wurde immer wieder versucht, diese Herrschaft zu beenden. Vor allem die Fantastic Four stellen sich gegen Dooms Vision einer von ihm kontrollierten Welt. Allen voran Reed Richards, der nicht aufhört, nach einer Möglichkeit zu suchen, Dooms scheinbar unerschütterliche Position zu untergraben. Doch jeder Versuch, der Wahrheit näherzukommen oder Dooms Macht einzuschränken, endet bislang mit neuen Rückschlägen und zeigt nur umso deutlicher, wie weit Doom seinen Gegnern voraus ist.
Mit dem vierten Band scheint sich jedoch erstmals etwas zu verändern. Nach all den Niederlagen und gescheiterten Plänen zeichnet sich plötzlich eine Möglichkeit ab, die mehr ist als nur ein weiterer verzweifelter Versuch. Vielleicht ist es zum ersten Mal eine echte Chance, Dooms Herrschaft ins Wanken zu bringen. Doom – Herrscher der Welt 4 knüpft genau an diesem Punkt an und lässt bereits zu Beginn erahnen, dass sich das Kräfteverhältnis langsam verschieben könnte.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!
Inhalt:
Victor von Doom hat die Welt unter seine Kontrolle gebracht und regiert sie mit eiserner Hand. Doch anstatt sich auf einem Schlachtfeld gegenüberzustehen, tragen er und Reed Richards ihren vielleicht entscheidendsten Schlagabtausch ausgerechnet vor laufenden Kameras aus. In einem spektakulären TV Duell, bei dem Worte ebenso gefährlich sein können wie jede Waffe.
Während die Welt gebannt zusieht, wagen Sue Storm, Scarlet Witch und Black Widow im Verborgenen eine riskante Mission. Mit der Unterstützung von Maria Hill schleichen sie sich nach Latveria ein, fest entschlossen, Dooms dunkelstes Geheimnis aufzudecken. Denn irgendwo hinter den Mauern seines Reiches verbirgt sich die Wahrheit über die Quelle seiner unaufhaltsam wirkenden Macht. Wenn es ihnen gelingt, sie ans Licht zu bringen, könnte dies das Ende seiner Herrschaft bedeuten.
Doom – Herrscher der Welt 4 ist weiterhin ein unglaublich spannendes Kapitel unter der Herrschaft von Doom. Man merkt, wie der Tyrann alles im Voraus geplant hat, nur dass diesmal die Avengers einen neuen Schritt schaffen und aufdecken, wie Doom eigentlich an die Macht gekommen ist. Nach all den klugen Schachzügen von Doom ist das der Punkt in der Geschichte, an dem sich alles verändert. Die Story spitzt sich zu und der Konflikt wird immer brutaler. Dabei vergisst der Comic aber nicht seine Gesellschaftskritik und hält uns weiterhin den Spiegel vor. Vor allem die Proteste und die Gewalt wirken erschreckend nah an der aktuellen Weltlage, was dem Ganzen eine sehr unangenehme, aber auch beeindruckend starke Wirkung verleiht.
Damit ist der vierte Band ein Teil der Geschichte, den man nicht verpassen sollte. Wer Fan von Marvel ist und das bisherige Event gelesen hat, sollte hier auf keinen Fall haltmachen, da die Geschichte ihren Höhepunkt erreicht hat. Es ist unglaublich spannend und ich kann es kaum erwarten zu lesen, wie die Herrschaft von Doom zu Ende geht. Ein so starkes Event habe ich seit Judgement Day nicht mehr gesehen.
Zeichnungen:
Die Zeichnungen von R. B. Silva in Doom – Herrscher der Welt 4 stecken weiterhin voller kreativer Energie. Diese Energie entfaltet ihre volle Wirkung vor allem in den schnellen Actionmomenten. Die ruhigeren Szenen gehören nicht unbedingt zu den größten Stärken dieses Stils. Umso besser funktioniert es, dass in diesem Band eine Actionsequenz fast nahtlos in die nächste übergeht.
Sogar die Diskussionen zwischen Doom und Reed wirken unglaublich dynamisch und dadurch eher wie ein Kampf als ein klassischer Dialog. Genau das verleiht den Szenen eine enorme Intensität. Ich hoffe, dass diese Stärke auch im letzten Kapitel beibehalten wird. Schließlich sind wir nur noch ein Issue vom Ende dieses enorm gelungenen Events entfernt.
Fazit zu Doom – Herrscher der Welt 4:
Doom – Herrscher der Welt 4 markiert einen entscheidenden Punkt innerhalb dieses großen Marvel-Events. Nach mehreren Bänden, in denen Doom scheinbar unaufhaltsam die Kontrolle über die Welt behauptet hat, beginnt sich das Kräfteverhältnis nun langsam zu verschieben. Genau diese Entwicklung verleiht dem Comic eine enorme Spannung. Zum ersten Mal entsteht das Gefühl, dass Dooms perfekt geplante Ordnung tatsächlich Risse bekommen könnte.
Besonders stark ist dabei die Art, wie der Band verschiedene Ebenen der Geschichte miteinander verbindet. Das öffentliche Duell zwischen Reed Richards und Doom zeigt den Konflikt auf einer fast politischen Bühne, während die heimliche Mission von Sue Storm, Scarlet Witch und Black Widow eher an eine klassische Spionagegeschichte erinnert. Gleichzeitig bleibt die Bedrohung durch Dooms Macht immer spürbar im Hintergrund. Diese Mischung aus persönlichem Konflikt, strategischem Schlagabtausch und globaler Krise sorgt dafür, dass der Comic konstant unter Spannung steht.
Ein weiterer Pluspunkt bleibt die gesellschaftliche Ebene der Geschichte. Die Darstellung von Protesten, Gewalt und politischer Manipulation wirkt erschreckend nah an realen Entwicklungen und verleiht dem Event eine zusätzliche Tiefe. Dadurch fühlt sich der Konflikt nicht nur wie ein klassisches Superheldenabenteuer an, sondern auch wie eine düstere Reflexion über Macht, Kontrolle und öffentliche Wahrnehmung.
Auch visuell überzeugt der Band vor allem in den dynamischen Momenten. Die Actionsequenzen sind kraftvoll und energiegeladen inszeniert, wodurch selbst Dialogszenen eine gewisse Intensität behalten. Gerade der Schlagabtausch zwischen Doom und Reed Richards wirkt dadurch weniger wie ein gewöhnliches Gespräch und mehr wie ein strategischer Kampf zweier Genies.
Unterm Strich ist Doom – Herrscher der Welt 4 ein unglaublich starker Teil des Events und gleichzeitig der Moment, in dem die Geschichte endgültig auf ihren Höhepunkt zusteuert. Die Spannung steigt spürbar, wichtige Geheimnisse werden aufgedeckt und die Weichen für das große Finale gestellt. Wer die vorherigen Bände verfolgt hat, sollte diesen Abschnitt auf keinen Fall verpassen. Das Event entwickelt hier eine Dynamik, die neugierig darauf macht, wie die Herrschaft von Doctor Doom letztlich zu Fall gebracht wird.