Ständig erscheinen neue Comics aus verschiedenen Universen, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Egal, ob DC, Marvel, Star Wars oder komplett andere Serien – immer stellt sich die Frage, was man sich als Nächstes holen soll. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern und eine stärkere Übersicht zu gewährleisten, geben wir euch immer mal wieder Kritiken zu den neuesten deutschen Ausgaben verschiedener Comics. Viel Spaß mit unserer Kritik zu Fantastic Four – Doom – Herrscher der Welt.
| Erscheinungsdatum | 23.12.2025 |
| Zeichner | Cory Smith, Steven Cummings |
| Autor | Ryan North |
| Format | Softcover |
| Seitenanzahl | 136 |
| Stories | Fantastic Four (2023) 28–33 |
| Preis | 18,00€ |
Seit ihrer ersten Mission in den 1960er Jahren gehören die Fantastic Four zu den prägendsten Teams des Marvel-Universums. Aus einem wissenschaftlichen Experiment im All entstanden Kräfte, die aus vier Menschen mehr machten als nur eine Familie. Reed Richards, Sue Storm, Johnny Storm und Ben Grimm wurden zu Entdeckern des Unbekannten, zu Verteidigern der Erde und zu Symbolfiguren einer Ära, in der Abenteuer, Wissenschaft und kosmische Gefahren untrennbar miteinander verbunden sind. Doch so spektakulär ihre Reisen in fremde Dimensionen oder zu fernen Planeten auch sein mögen, eine Konstante begleitet die Gruppe seit ihren frühesten Tagen.
Diese Konstante trägt den Namen Doctor Doom. Victor von Doom ist weit mehr als nur ein gewöhnlicher Widersacher. Als genialer Wissenschaftler, Monarch von Latveria und einer der gefährlichsten Magier der Marvel-Welt verkörpert er den perfekten Gegenpol zu Reed Richards und seinen Gefährten. Zwischen Richards und Doom besteht seit Jahrzehnten eine Rivalität, die sowohl von wissenschaftlichem Ehrgeiz als auch von persönlichem Stolz geprägt ist. Immer wieder prallen ihre Ideologien aufeinander, wenn der brillante, aber rücksichtlose Herrscher versucht, die Welt nach seinem eigenen Bild zu formen.
In der Geschichte von Fantastic Four – Doom – Herrscher der Welt erreicht dieser Konflikt nun eine neue Dimension. Doom hat nicht nur politische Macht erlangt, sondern ist auch zum obersten Zauberer der Welt aufgestiegen. Mit einer solchen Kombination aus Technologie, Magie und absoluter Autorität scheint der Traum des Despoten endlich Wirklichkeit geworden zu sein. Für die Fantastic Four bedeutet das eine Situation, wie sie bedrohlicher kaum sein könnte. Wenn ein Mann mit Dooms Intellekt und Willenskraft die Geschicke der gesamten Welt lenkt, steht weit mehr auf dem Spiel als nur ein weiterer Kampf zwischen Held und Schurke.
Welche Folgen diese neue Ordnung für die Helden, ihre Verbündeten und ihre Gegner hat, und wie sich die Dynamik zwischen Doom und den Fantastic Four in dieser Situation verändert, ist genau der Ausgangspunkt für die folgende Kritik. Denn selten stand die Welt der Marvel-Helden so deutlich im Schatten eines einzigen Mannes.
Danke an Panini für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!
Inhalt:
Dr. Doom hat das Unmögliche geschafft und die Welt unter seine Kontrolle gebracht. Während Reed Richards fieberhaft nach einer Möglichkeit sucht, das Blatt noch zu wenden, muss Ben Grimm im direkten Kampf gegen Dooms Streitkräfte alles einstecken und verliert dabei seine Kräfte. Doch als wäre die Lage nicht schon aussichtslos genug, trifft die Fantastic Four eine noch verheerendere Erkenntnis. Ihre Kräfte beginnen zu schwinden. Ausgerechnet jetzt, in dem Moment, in dem sie sie am dringendsten brauchen. Wenn es ihnen nicht gelingt, dieses mysteriöse Phänomen aufzuhalten und ihre Fähigkeiten zurückzuerlangen, steht nichts und niemand mehr zwischen Doom und seiner uneingeschränkten Herrschaft über die Welt.
Fantastic Four – Doom – Herrscher der Welt ist, ähnlich wie bereits die Sonderbände, ein spannender Blick auf die Welt unter Dooms Herrschaft. Anders als dort, wo verschiedene Helden und Schurken aus dem Marvel Universum im Mittelpunkt stehen, konzentriert sich dieser Band vollständig auf Dooms größte Gegenspieler, die Fantastic Four. Zu sehen, wie sie den Beginn von Dooms Herrschaft erleben und anschließend mit den Konsequenzen umgehen müssen, ist in diesem Event wirklich verdammt spannend. Der gesamte Comic spielt während der ersten drei Bände des Events und zeigt damit auch, wie das Ding mit seiner Heilung zu kämpfen hat. Alles Aspekte, die zu einem sehr stimmigen und spannenden Gesamtbild beitragen.
Das ist aber noch lange nicht alles. Eine Story hat mir persönlich am besten gefallen, und das ist die zweite. Hier bekommen wir den Hass der Bevölkerung auf Vampire nach den Ereignissen des Blood Hunt Events zu sehen. Eine Rassismus Kritik, wie ich sie mir als Aufarbeitung auch in anderen Reihen gewünscht hätte. Endlich bekommen wir hier einen stärkeren Blick darauf. Klar wird das Thema relativ schnell abgehandelt, trotzdem sorgt es für einen interessanten Tiefgang und zeigt, wie Doom diese Situation nutzt, um seine Macht innerhalb der Bevölkerung weiter zu festigen. In diesem Comic findet also jeder etwas und vor allem Fans der Fantastic Four sollten bei einem Kauf nicht zögern.
Zeichnungen:
Die Zeichnungen von Cory Smith und Steven Cummings in Fantastic Four – Doom – Herrscher der Welt sind etwas schwieriger zu beschreiben. Grundsätzlich sind sie keineswegs schlecht, folgen aber eher den üblichen Normen und lassen manchmal etwas Kreativität vermissen. Hin und wieder entstehen zwar wirklich starke Panels voller eindrucksvoller Momente, etwa die Szene mit dem Urknall, insgesamt wirkt der Stil jedoch stellenweise etwas zurückhaltend, wenn auch voller spannender Details. Trotzdem tragen die Bilder den gesamten Comic sehr gut und enttäuschen eigentlich nie. Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß mit den Fantastic Four unter Dooms Herrschaft und bin gespannt, wie es in dieser Geschichte weitergeht.
Fazit zu Fantastic Four – Doom – Herrscher der Welt:
Fantastic Four – Doom – Herrscher der Welt bietet einen spannenden Blick auf das große Event rund um Dooms Weltherrschaft, diesmal allerdings aus der Perspektive seiner wohl berühmtesten Gegner. Während die Sonderbände das Szenario aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten, rückt dieser Band die Fantastic Four selbst wieder ins Zentrum. Gerade diese Fokussierung funktioniert sehr gut, denn kaum ein Team ist so eng mit Victor von Doom verbunden wie Reed Richards und seine Familie. Dadurch entsteht eine persönliche Ebene, die dem Konflikt zusätzliches Gewicht verleiht.
Besonders interessant ist dabei, wie der Comic den Moment einfängt, in dem Dooms Herrschaft gerade erst beginnt, ihre Auswirkungen zu zeigen. Die Helden müssen nicht nur gegen einen übermächtigen Gegner kämpfen, sondern gleichzeitig mit dem Verlust ihrer eigenen Kräfte umgehen. Diese Kombination aus äußerer Bedrohung und innerer Krise sorgt für eine spürbare Spannung und zeigt die Fantastic Four in einer ungewohnten, verletzlichen Situation. Gerade das macht viele Szenen besonders wirkungsvoll.
Auch thematisch setzt der Band einige interessante Akzente. Die Geschichte rund um den Hass auf Vampire nach den Ereignissen des Blood Hunt Events bringt eine überraschend gesellschaftskritische Komponente ins Spiel. Zwar wird dieser Aspekt relativ schnell abgehandelt, dennoch sorgt er für zusätzlichen Tiefgang und zeigt, wie geschickt Doom selbst gesellschaftliche Spannungen für seine eigenen Zwecke nutzen kann.
Visuell bewegt sich der Comic auf solidem Niveau. Die Zeichnungen liefern immer wieder starke Einzelmomente und einige wirklich eindrucksvolle Panels, auch wenn der Stil insgesamt eher klassisch und stellenweise etwas zurückhaltend wirkt. Dennoch tragen die Bilder die Geschichte zuverlässig und sorgen dafür, dass die dramatischen Momente ihre Wirkung entfalten können.
Unterm Strich ist Fantastic Four – Doom – Herrscher der Welt eine gelungene Ergänzung zum laufenden Event. Der Band verbindet persönliche Konflikte, klassische Superheldenaction und kleinere thematische Ausflüge zu einem unterhaltsamen Gesamtpaket. Besonders Fans der Fantastic Four kommen hier auf ihre Kosten und erhalten einen spannenden Blick darauf, wie das Team mit einer Welt umgeht, die plötzlich vollständig unter der Kontrolle ihres größten Feindes steht.