ANANTA ist eines dieser Spiele, bei denen man bereits nach wenigen Minuten merkt, dass man eigentlich viel zu wenig gesehen hat. Auf der Gamescom 2026 hatten wir die Gelegenheit, das kommende Urban-Open-World-RPG von Naked Rain und NetEase Games erstmals selbst anzuspielen. Was wir dabei zu sehen bekamen, war noch längst nicht das komplette Spiel – hat bei uns aber trotzdem einen ziemlich bleibenden Eindruck hinterlassen.
Denn ANANTA will einiges miteinander verbinden: eine moderne Open World, schnelle Martial-Arts-Kämpfe, Anime-Optik, unterschiedliche Charaktere und ein Social-Media-System, bei dem wir ausgerechnet als Influencer die Welt retten sollen. Klingt erst einmal ungewöhnlich. Nach unserer ersten Spielsession ergibt diese Mischung aber deutlich mehr Sinn, als man vielleicht vermuten würde.
Bild offizielles Pressekit NetEase Games
Von Project Mugen zu ANANTA
Viele dürften ANANTA noch unter seinem früheren Namen Project Mugen kennen. Inzwischen hat das Spiel nicht nur einen neuen Namen, sondern auch einen konkreten Veröffentlichungstermin.
Am 15. Januar 2027 soll ANANTA weltweit erscheinen. Der Free-to-Play-Titel wird für PlayStation 5, PC und mobile Plattformen veröffentlicht. Auf dem PC ist neben Steam auch ein eigener Client geplant.
Das Interesse an dem Spiel scheint bereits jetzt groß zu sein. Laut NetEase Games haben sich inzwischen mehr als 17 Millionen Spieler aus über 110 Ländern und Regionen für ANANTA vorregistriert.
Ob der Hype am Ende gerechtfertigt ist, lässt sich natürlich erst beurteilen, wenn wir das fertige Spiel selbst ausführlicher spielen können. Einen ersten Eindruck konnten wir uns auf der gamescom allerdings bereits verschaffen.
Und der hatte es in sich.
Eine Stadt, die mehr sein will als nur Kulisse
Unsere Anspielsession begann mit einer Story-Mission, die sich für mich fast wie ein kleiner Prolog angefühlt hat. Vieles wurde angedeutet, einige Mechaniken konnten wir kennenlernen und vor allem bekamen wir ein Gefühl dafür, wie ANANTA seine Geschichte und sein Gameplay miteinander verbinden möchte.
Was dabei sofort auffiel, war die Geschwindigkeit des Spiels.
ANANTA spielt sich unglaublich flüssig. Bewegungen, Kämpfe und die Fortbewegung durch die Stadt wirken nicht wie voneinander getrennte Systeme, sondern greifen erstaunlich gut ineinander. Gerade bei einem Spiel, das so stark auf seine offene Welt setzt, ist dieser Punkt wichtig.
Denn was bringt eine riesige Stadt, wenn es keinen Spaß macht, sich durch sie zu bewegen?
ANANTA scheint genau das verhindern zu wollen.
Die Welt orientiert sich optisch an modernen asiatischen Metropolen und verbindet reale Einflüsse mit einem auffälligen Anime-Stil. Dabei sieht das Spiel nicht einfach wie eine Kopie bereits bekannter Vertreter des Genres aus. Gerade die Mischung aus moderner Großstadt und stilisierter Optik gibt ANANTA einen eigenen Charakter.
Wir wurden gebeten, die Storyinhalte vorab für uns zu behalten möchten euch aber soviel verraten: DAS WARTEN LOHNT SICH!
Zwei Städte und jede Menge Möglichkeiten
Zum Release sollen mit Nova City und Chongxiao gleich zwei größere Städte zur Verfügung stehen. Beide orientieren sich laut den Entwicklern unter anderem an Städten wie Shanghai, Hangzhou und Tokio.
Dabei geht es nicht nur darum, von Questmarker zu Questmarker zu laufen.
Während unserer Anspielsession durften wir nach der Story-Mission noch etwas Zeit in der offenen Welt verbringen. Und genau dieser Teil hat bei mir persönlich am meisten Lust auf das fertige Spiel gemacht.
Wir konnten einfach losziehen, die Umgebung erkunden und ein wenig ausprobieren.
Und genau da hatte ich diesen Moment, bei dem ich dachte:
„Okay. Davon will ich mehr.“
ANANTA steckt seine Welt offenbar voller Möglichkeiten. Neben Autos und Motorrädern können wir uns unter anderem mit der U-Bahn, Helikoptern, Yachten und weiteren Fortbewegungsmitteln durch die Welt bewegen. Auch Gleiter und andere ungewöhnlichere Möglichkeiten sollen später dazukommen.
Noch spannender ist allerdings, was in dieser Welt überhaupt passieren kann.
Die Entwickler versprechen zahlreiche NPCs mit eigenen Geschichten, spontane Begegnungen und sogenannte Chaos-Events. Dabei soll die Stadt nicht einfach stillstehen, während wir unsere nächste Mission erledigen.
Und ja, im offiziellen Material ist tatsächlich von einer Toilette mit Beinen die Rede, die plötzlich durch die Stadt rennt.
Wir haben sie während unserer Session leider nicht erwischt.
Vielleicht besser so.
Go Viral. Save the World.
Eine der ungewöhnlichsten Ideen von ANANTA ist das Social-Media-System.
Denn während wir in anderen Spielen meistens versuchen, die Welt als mächtiger Krieger, Soldat oder sonstiger Held zu retten, werden wir in ANANTA zunächst einmal Influencer.
Unser sozialer Einfluss soll dabei tatsächlich eine Rolle im Gameplay spielen. Durch Aktivitäten und unsere Präsenz in der Stadt können wir Follower gewinnen, unsere Reputation steigern und dadurch neue Möglichkeiten freischalten.
Das Motto des Spiels bringt die Idee ziemlich treffend auf den Punkt:
Go Viral. Save the World.
Das klingt zunächst nach einem Gag, soll aber tatsächlich ein Bestandteil des Spielfortschritts sein. Social Media ist in ANANTA also nicht einfach nur Dekoration, sondern soll mit der Welt und ihrer Geschichte verbunden sein.
Wie tief dieses System am Ende wirklich geht, können wir nach unserer kurzen Anspielzeit noch nicht beurteilen. Interessant ist die Idee aber allemal.
Wenn der Mülleimer plötzlich zur Waffe wird
Auch beim Kampfsystem geht ANANTA einen etwas anderen Weg.
Statt ausschließlich auf klassische Waffen oder festgelegte Angriffskombinationen zu setzen, wird die Umgebung in die Kämpfe einbezogen. Gegenstände aus der Welt können kurzerhand als Waffen verwendet werden.
Ein Mülleimer? Warum nicht.
Eine Gitarre? Offenbar ebenfalls kein Problem.
Dazu kommen schnelle Martial-Arts-Angriffe, Ausweichmanöver, Blocks und Konter. Auch Waffen von Gegnern können während eines Kampfes übernommen werden.
Das Ganze sorgt dafür, dass die Kämpfe deutlich dynamischer wirken.
Gerade hier konnte ANANTA während unserer Session punkten. Das Kampfsystem fühlt sich schnell an, ohne dabei vollkommen chaotisch zu werden. Natürlich konnten wir nur einen kleinen Teil davon ausprobieren – für einen ersten Eindruck war das allerdings schon ziemlich vielversprechend.
Bild offizielles Pressekit NetEase Games
Mehr als nur eine Hauptfigur
ANANTA setzt außerdem nicht ausschließlich auf einen einzigen Charakter.
Wir können verschiedene Agents rekrutieren und zwischen ihnen wechseln. Die Figuren sollen sich nicht nur hinsichtlich ihrer Fähigkeiten unterscheiden, sondern auch eigene Geschichten und Perspektiven mitbringen.
Dabei spielt auch das Leben innerhalb der Stadt eine Rolle.
Ob Hacker, NCCA-Officer, Gang-Anführer oder Content Creator – verschiedene Charaktere eröffnen unterschiedliche Möglichkeiten und eigene Missionen.
Dazu kommen Beziehungen zu NPCs. Wir können Charaktere kennenlernen, Zeit mit ihnen verbringen und Beziehungen aufbauen.
Damit möchte ANANTA seine Open World nicht nur mit Gegnern und Quests füllen, sondern auch mit Menschen, die tatsächlich einen Teil dieser Welt ausmachen.
Und dann durften wir einfach losziehen …
Kommen wir zum wichtigsten Punkt:
Wie hat es sich gespielt?
Für mich persönlich war genau das die Überraschung.
Ich bin mit Interesse an ANANTA herangegangen, aber nach der Präsentation und der Story-Mission war ich deutlich neugieriger als vorher. Vor allem die anschließende freie Erkundung hat bei mir einen Nerv getroffen.
Es war dieses typische Open-World-Gefühl: Man bekommt eine Welt vor die Nase gesetzt und möchte plötzlich gar nicht mehr unbedingt der eigentlichen Aufgabe folgen.
Man möchte einfach schauen, was hinter der nächsten Ecke passiert.
Und Leute … ihr wisst nicht, wie cool das war.
Das klingt vielleicht etwas übertrieben, aber genau so war mein Eindruck.
Ich habe mich ein bisschen gefühlt wie ein Kind, das gerade erfährt, dass Mama gekocht hat – nur um anschließend gesagt zu bekommen:
„Du darfst eine Gabel probieren.“
Eine Gabel.
Das war’s.
Nach dieser einen Gabel wollte ich den Teller haben.
Den ganzen Teller.
Denn genau so hat sich unsere Anspielzeit angefühlt. Wir durften einen kleinen Vorgeschmack auf das bekommen, was ANANTA später einmal sein möchte – und mussten danach wieder gehen.
Das war gemein.
Für mich ist ANANTA aktuell „GTA im Anime-Stil“
Natürlich ist das keine objektive Beschreibung und schon gar kein direkter Vergleich der beiden Spiele. Aber während meiner Anspielzeit hatte ich immer wieder diesen Gedanken.
ANANTA gibt mir persönlich dieses Gefühl einer offenen Stadt, in der ich nicht permanent das Gefühl habe, nur eine Quest abzuarbeiten.
Ich kann mich bewegen, Fahrzeuge nutzen, die Umgebung erkunden, mit Charakteren interagieren und plötzlich in irgendeiner absurden Situation landen.
Nur eben nicht in Los Santos.
Sondern in einer modernen asiatischen Großstadt mit Anime-Optik, Martial Arts und einem Influencer-System.
Und genau diese Kombination finde ich spannend.
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Noch ist vieles offen
So begeistert unser erster Eindruck auch ausfällt: Wir haben ANANTA auf der gamescom natürlich nur für einen sehr begrenzten Zeitraum spielen können.
Wie umfangreich die beiden Städte tatsächlich werden, wie abwechslungsreich die Missionen ausfallen und ob die verschiedenen Systeme langfristig miteinander funktionieren, lässt sich nach einer solchen Anspielsession noch nicht sagen.
Auch die Free-to-Play-Struktur wird natürlich ein Punkt sein, den wir uns zum Release genauer anschauen müssen.
Deshalb wäre es falsch, nach unserem ersten Eindruck bereits ein endgültiges Urteil über ANANTA zu fällen.
Was wir allerdings sagen können:
ANANTA hat unsere Aufmerksamkeit.
Und zwar ziemlich deutlich.
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ANANTA erscheint im Januar 2027
Der Release ist für den 15. Januar 2027 angesetzt. Erscheinen soll ANANTA weltweit für PlayStation 5, PC und Mobile.
Unterstützt wird unter anderem auch die deutsche Sprache bei den Texten.
Für mich persönlich steht jedenfalls bereits jetzt fest:
Ich brauche im Januar Urlaub.
Am besten zwei Wochen.
Denn wenn das fertige ANANTA auch nur ansatzweise das Gefühl vermitteln kann, das wir während unserer kurzen Anspielzeit auf der gamescom bekommen haben, dürfte hier eine Open World auf uns zukommen, in der man sich ziemlich leicht verlieren kann.
Wir haben bisher nur eine Gabel bekommen.
Jetzt wollen wir den ganzen verdammten Teller. – Thomas (Games-Mag)
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Hinweis zur Berichterstattung
Dieser Artikel basiert sowohl auf offiziellen Presseinformationen als auch auf unseren eigenen Eindrücken während einer Anspielsession auf der Gamescom 2026. Die persönlichen Einschätzungen und Bewertungen spiegeln die Eindrücke des Autors während der zur Verfügung gestellten Spielsession wider. Alle verwendeten Bilder wurden uns zur Verfügung gestellt und dienen der Berichterstattung.
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