Laufen, hüpfen und sammeln: Plattformer sind eines der bekanntesten Genres und für viele Gamer der Beginn ihrer Reise. Das liegt nicht nur daran, dass wahrscheinlich viele Kinder mit Nintendo aufgewachsen sind, sondern auch daran, dass Plattformer in den Anfangsjahren des Gamings ein sehr gängiges Genre waren. Was für mich dabei das Beste ist: Wie unkompliziert man diese Spieleart immer wieder aufnehmen kann, ohne sich dabei zu sehr in verschiedene Mechaniken hineindenken zu müssen. Ich meine, ich mag meine Soulslikes oder Metroidvanias, aber Plattformer sind einfach Komfortfood durch und durch.
Teeto ist dabei ein Plattformer, den ich gesehen habe und der mir direkt sympathisch war. Einfache Geschichte, klassisches Jump and Run, gepaart mit der Mechanik, sich in ausgewählte Gegenstände verwandeln zu können. Es gibt klassische Level, eine Hubwelt und jede Menge Sammelkram. Ein unkomplizierter Plattformer, oder? Ob das tatsächlich der Fall ist und ob Teeto für euch einen Sprung ins Geschehen wert ist, klären wir in diesem Test zur fröhlich bunten Hüpfparty Teeto von Eat Pant Games, die zugleich auch ihr Erstlingswerk darstellt.
Wenig Bullsh*t, viel Spielspaß
Teeto geht direkt rein, ohne viel Tamtam außen herum. Ein Unfall bei Ace Laboratories hat dafür gesorgt, dass Menschen verschwunden sind und Gegenstände lebendig werden. Ein Nebeneffekt: Böse Schattenmonster bedrohen die lebenden Gegenstände. Zeit für die Häsin Nori, einen blauen Blop zu erschaffen, der die Welt retten kann. Der blaue Blop sind übrigens wir, falls ich das nicht klar gemacht habe. Simpel, mit witzigen Cutscenes und super sympathischen Dialogen. Hat mich ein bisschen an Conker erinnert, wie die Witze aufbereitet sind. Wirklich richtig spaßig und mit einer Menge Charme versehen, dafür aber halt nicht sonderlich deep. Das muss es aber auch nicht sein.
Generell schafft es Teeto, sehr simpel zu sein, ohne dabei langweilig zu werden. Die Level sind alle sehr abwechslungsreich und voller cooler und kreativer Ideen. Zwar machen die Kostüme nicht allzu viel vom Gameplay aus und kommen immer nur mal wieder zum Einsatz, sorgen dafür aber für den nötigen Spaß. Egal, ob man zum Stein, Busch oder zur Couch wird, es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Ich bin aber auch ein großer Fan davon, wie einfach man die Level navigieren kann und dass man die Sammelobjekte sehr natürlich in der Umgebung findet. Kein blödes Nachschauen im Internet oder unnötig komplizierte Verstecke, alles ist sehr sinnvoll platziert und ein guter Grund, die Umgebung zu erkunden.
Dabei läuft das Game immer sehr flüssig, die Steuerung ist präzise und das Gesamterlebnis kommt ohne große Frustration aus. Wenig Bullsh*t, viel Spielspaß eben. Da habe ich mir sogar die Platintrophäe geholt.
Süßes Design, dafür schnell vorbei
Spiele mit starkem Charakter und einem eigenen Design haben für mich immer gleich einen Pluspunkt, so also auch Teeto. Das Spiel ist zuckersüß und mit vielen coolen Animationen versehen, welche die Welt und das Spiel lebendig wirken lassen. Ich mag die Interaktionen, wie kreativ auch Sammelobjekte wie die Michaels gestaltet wurden und vor allem, wie jede Idee in allen Leveln zu einem stimmigen Gesamtbild beiträgt, bei dem man gerne mal kurz verweilt, bevor es weitergeht.
Die Michaels sind übrigens kleine Blops, die vor uns erschaffen wurden und in verschiedenen Varianten daherkommen, darunter als Blumenstrauß, cooler Typ mit Brille oder in vielen anderen Formen. Die kann man sogar in Couchform auf sich sitzen lassen. So süß!
Der einzige Knackpunkt, der womöglich für Interessierte wichtig ist: Ihr habt das Spiel je nach Geschwindigkeit in etwa sechs bis acht Stunden durch, Sammelkram mit eingerechnet. Ich mag es zwar nicht, ein Spiel allein danach zu beurteilen, weiß aber auch, dass die Spielzeit für viele wichtig ist. Wenn euch das allerdings nichts ausmacht, würde ich bei 16,99 € auf der PlayStation 5 ohne zu zögern zugreifen, auch wenn ich der Transparenz halber sagen muss, dass ich dieses Spiel kostenlos testen durfte.
Trotzdem ist Teeto ein kleines Plattformer-Juwel im großen, weiten Store, das definitiv einen Blick wert ist.
Fazit zu Teeto:
Teeto ist genau die Art von Spiel, die man anschmeißt und bei der man einfach direkt loslegen kann. Keine überladenen Systeme, keine unnötig komplizierten Mechaniken und kein stundenlanges Vorgeplänkel. Stattdessen gibt es bunte Level, präzise Sprungpassagen, jede Menge Sammelkram und immer wieder kleine Ideen, die für ein Lächeln sorgen. Das macht den Plattformer zu einem richtig angenehmen Erlebnis, das vor allem durch seinen Charme und seine unkomplizierte Art überzeugt.
Besonders das Design hat es mir angetan. Die Welt ist unglaublich süß gestaltet, steckt voller kleiner Details und schafft es dadurch, dass man sich auch abseits des eigentlichen Weges gerne etwas umschaut. Zusammen mit den sympathischen Charakteren, den witzigen Dialogen und den kreativen Verwandlungen entsteht ein Spiel, das einfach gute Laune macht. Gleichzeitig bleibt Teeto spielerisch angenehm zugänglich und schafft es trotzdem, über die gesamte Spielzeit abwechslungsreich zu bleiben.
Natürlich ist die kurze Spielzeit von etwa sechs bis acht Stunden ein Punkt, den man im Hinterkopf behalten sollte. Wer ein möglichst umfangreiches Abenteuer sucht, könnte hier etwas enttäuscht werden. Für mich passt die kompakte Länge allerdings ziemlich gut zum gesamten Konzept. Teeto will kein riesiges Abenteuer sein, sondern eine kleine, charmante Hüpfparty, die man durchspielt, ein paar Sammelobjekte einsackt und mit einem guten Gefühl beendet.
Und genau das gelingt. Teeto ist vielleicht kein Plattformer, der das Genre neu erfindet, aber das muss er auch gar nicht. Stattdessen nimmt Eat Pant Games bekannte Zutaten, würzt sie mit einer Menge Charme und liefert ein rundes Erstlingswerk ab. Wer Lust auf einen unkomplizierten, süßen und vor allem spaßigen Plattformer hat, sollte Teeto definitiv eine Chance geben. Für 16,99 € bekommt ihr hier ein kleines Spieljuwel, das vielleicht nicht lange bleibt, dafür aber umso mehr Spaß macht, solange es da ist.